Demonstrations-Bericht: Arbeitslosengeld rauf auf 80%!

Am 4. Juli fand auf der belebtesten Wiener Einkaufstraße eine Demo für die Anhebung des Arbeitslosengeldes auf 80% statt. Die gelungene Demonstration wurde vom Personenkomitee „Selbstbestimmtes Österreich“ organisiert, es beteiligten sich verschiedene Organisationen, die gewerkschaftliche Arbeit leisten und sich für die Anliegen der Arbeiter einsetzen. Als größter Block unterstütze auch ein Block kämpferischer Antifaschisten die Demonstration und trug wesentlich zu einer kraftvollen Stimmung bei.

200 000 Menschen verloren innerhalb der letzten Monate ihre Arbeit, wobei die Corona-Pandemie als willkommener Vorwand für Personalabbau diente. Trotz einer historisch hohen Massenarbeitslosigkeit waren die Anliegen der Arbeitslosen den Herrschenden dennoch nicht mehr wert als eine Einmalzahlung von 450€. Das sorgte zurecht bei vielen für große Empörung. Für die Teilnehmer der Demonstration war klar: Wir müssen jetzt etwas tun!
Das kam auch in verschiedenen Redebeiträgen klar zum Ausdruck. Wie kann es sein, dass die Arbeitslosen so im Stich gelassen werden, während die Herrschenden Geschenke an die Kapitalisten verteilen, wie zuletzt an die AUA, wie kann es sein, dass es einen Angriff nach dem anderen auf Kollektivverträge gibt, während die Herrschenden offensichtlich die Mittel haben, für die NATO-Truppenübung Defender 2020 Soldaten durch halb Europa zu schicken?

Besonders ein sehr großer, kämpferischer Block von Antifaschisten viel auf, der zwei Transparente trug: „Arbeitslosengeld rauf auf 80%! Für die 35 Stunden Woche!“ und „Wir zahlen nicht für eure Krise – Wehrt euch und Kämpft!“. Es wurden Parolen angestimmt, wie „Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit – wehrt euch und kämpft, es ist an der Zeit!“ und „Glaubt die Lügen der Ausbeuter nicht, Rebellion ist gerechtfertigt!“, die von breiten Teilen der Demo übernommen wurden. Es kamen fast nur positive, begeisterte Rückmeldungen. Einige Passanten schlossen sich spontan der Demo an. Trotz der Hitze blieb die Stimmung lebendig bis zur Endkundgebung am Ballhausplatz. Auch hier gab es wieder zahlreiche gelungene Redebeiträge.

Die Anhebung des Arbeitslosengeldes ist kein isoliertes Thema, deshalb ist es richtig, diese Forderung auch mit anderen zu verbinden, wie die nach einer 35-Stunden Woche, bei vollem Lohnausgleich, als Zwischenschritt zu einer 30-Stunden Woche.

Viele sehr positive Rückmeldungen bestätigten die Richtigkeit der Demo. „Wenn du gekündigt wirst, und statt Netto 1700 € nur noch 900 € verdienst, dann wird es eng, und wenn du noch eine Familie hast, wird es noch um einiges enger. Auch im Herbst, wo die „2. Welle“ der Arbeitslosigkeit kommt, wird das Thema noch wichtiger werden!“ „Auch mich hats erwischt“, berichtete ein Teilnehmer, „ich wurde während Corona einfach entlassen“. „Ich bin schon lange Arbeitslos.“, bekräftigte ein anderer Demonstrant, „und wir Arbeitslose sollen immer weiter nach unten getreten werden.“

Es ist klar, die scheinheiligen Worte der Regierung am Anfang der sogenannten Corona-Krise „Niemand wird zurückgelassen sind nichts als Lügen. In Wahrheit sollten die Corona-Hilfen Finanzspitzen für Großunternehmen und Kapitalisten heißen, denn nur dort sind sie auch wirklich angekommen!“, sagte die Rednerin der „Antifaschistischen Aktion – Wien“ unter viel Zustimmung. Sie betonte auch, dass die Anhebung des Arbeitslosengeldes auch für alle die Arbeit haben wichtig ist, „denn ansonsten werden die Löhne noch weiter nach unten gedrückt, das haben wir ja schon bei LaudaMotion gesehen.“ Den Wahren Zusammenhalt im Volk kann es nur durch gemeinsamen Kampf geben. Das bestätigte ein Teilnehmer: „Ich fand die Demo super, wir müssen weiter dran bleiben, damit unsere gerechte Forderung wirklich umgesetzt wird.“ Das zeigt, dass der gemeinsame Kampf uns zusammenschweißt, denn die Arbeiter und das Volk haben ein gemeinsames Interesse, dass die Kapitalisten die Krise selber zahlen.

Marko K.

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