BMW Steyr will 1.500 Leute entlassen! Einmal mehr dient die „Corona Krise“ als Vorwand.

Laut Beschäftigen soll im BMW Werk in Steyr eine ganze Schicht gestrichen werden, 1.500 Arbeitsplätze würden damit wegfallen. Vom Betrieb gibt es noch keine veröffentlichten Zahlen, die Rede ist hingegen von „natürlicher Fluktuation“! BMW ist ein weiteres Beispiel wie sich die Kapitalisten dieser Branche unter dem Vorwand der Pandemie aus der bereits 2019 beginnenden Krise der Fahrzeugindustrie „retten“ wollen.

Das Werk in Steyr (1976 gegründet) ist weltweit das größte Motorenwerk von BMW, 4.500 Arbeiter und Angestellt sind dort beschäftigt. In Steyr wurden 2019 etwa 530.000 Diesel und 700.000 Benzin Motoren hergestellt. In fast jedem zweiten Neuwagen der BMW Group steckt ein Motor aus Steyr. Laut offiziellen Angaben von BMW läuft in Steyr alle 14 Sekunden (!) ein Motor von den Montagebändern. In Spitzenzeiten werden über 6.000 Motoren pro Arbeitstag produziert.

Der Fachverband der Fahrzeugindustrie Österreich, welcher 2019 150 Mitgliedsbetriebe und 41.000 Beschäftigte zählte, schätzte den Produktionswert der Branche 2018 auf 17,1, Milliarden Euro. Die Fahrzeugindustrie ist in Österreich einer der größten Industriebereichen, in dem sich seit dem Jahr 2000 laut Fachverband das Produktionsvolumen nahe zu verdreifacht hat!

Diese „Erfolgsbranche“ sei nun durch die Corona Pandemie krisengebeutelt und schwer angeschlagen. Der Standard titelte am 20. Mai: „Corona beschert Autoindustrie historischen Einbruch“. Im April wurden innerhalb der EU 270.682 neue PKWS registriert, was um 76 % weniger sind als im Jahr davor. Italien habe einen Einbruch von -97,6%, Spanien von -96,5%, Deutschland – 61,1% und Österreich hingegen um nur ein Drittel weniger als im Jahr davor. Die Gründe für den Einbruch liegen laut Standard auf der Hand: Fließbänder bei Autohersteller und Zulieferer standen still. Schon etwas differenzierter wird das ganze auf „industriemagazin.at“ betrachtet. Hier ist die Rede davon, dass die „Autoindustrie auch ohne Corona in der Krise“ wäre, sie sei eher so etwas wie ein „Brandbeschleuniger“, wie Forscher der Uni Wien und Boku zitiert werden.

Die Pandemie verursachte die Krise nicht, sie vertiefte aber gewisse Widersprüche und beschleunigte die aktuelle Krise und die damit einhergehende neue politische Situation. Gerade aber die Automobilindustrie ist ein gutes Beispiel, wie sich das Kapital einzig unter dem Vorwand der sogenannten „Corona – Krise“, auf Kosten der Arbeiter und des Volkes zu sanieren versucht! Die Maßnahmen der Regierung, Kurzarbeit, Abbau von Leasingarbeitern, Kündigungen, weitere Einschnitte ins Arbeitsrecht wie Zwangsurlaub – das alles vertieft nicht die Krise der Automobilindustrie, sondern hilft, diese ohnehin angeschlagene Branche zu sanieren! Denn trotz der „Erfolgsgeschichte“ sollte beispielsweise bei BMW Steyr bereits im Jänner 2019 der Betrieb von drei auf zwei Schichten reduziert werden. Nun bietet sich fürs Kapital eine gute Gelegenheit Massenkündigungen und arbeiterfeindliche Maßnahmen zu rechtfertigen!

Im BMW Werk Steyr wurde der Betrieb für fünf Wochen eingestellt, von 23. März bis 27. April, wo die Produktion wieder schichtweise aufgenommen wurde. Die ursprüngliche Planung für 2020 sagte eine produzierte Stückzahl auf Rekordniveau voraus und Experten gehen nach wie vor davon aus, dass unterm Strich, aufs Jahr gerechnet, keine Verluste entstehen werden. Und hier findet sich das nächste Argument, warum dieser „Stillstand“, der durch den Standard als Ursache für den Einbruch genommen wird, in Wirklichkeit ein „Segen“ für die Branche“ war. Autos die ohnehin keinen Absatz fanden, daher auch ihr Mehrwert nicht realisiert werden konnte, waren schon vor der sogenannten Corona-Krise „totes Kapital“ und Teil der sich vertiefenden Krise in der Brache! Durch die großzügige Ausfinanzierung der Kapitalisten unter anderem durch Kurzarbeit (unsere Steuern), häuften sich nicht noch mehr Waren an und der Preis konnte stabil gehalten werden. Nun scheint die BMW Aktie zu sinken und der Betrieb reagiert mit „raschen Stellenabbau“ um stabil zu bleiben.

Daher spricht BMW (wie schon 2019) erneut davon, dass weltweit 6.000 von den 126.000 Arbeitsplätzen gestrichen werden sollen. Wie viele davon den Standort Steyr betreffen ist noch nicht bestätigt – es soll aber zu einer Reduktion kommen. Vom Betrieb heißt es dazu, es werden durch „natürliche Fluktuation“ Arbeitsplätze gestrichen, unter der Belegschaft aber spricht man von bis zu 1.500 Kündigungen! Finanzvorstand Nicolas Peter dazu: „Die bisher getroffenen Entscheidungen reichen nicht aus, um die BMW Group bestmöglich durch diese enorm schwierige Situation zu steuern.“ Personalchefin Ilka Horstmeier spricht von weiteren Maßnahmen, neben dem Abbau von Zeit- und Urlaubskontingenten sowie Kurzarbeit. Wie diese aussehen sollen? Neben dem Abbau von Leiharbeitern (das sind ebenfalls keine Kündigungen), sollen ältere Kollegen mit Abfindungen in die Pension gedrängt werden (wir wissen bereits von Beispielen wie der Post, dass dies selten ohne Abschläge und Mobbing passiert!). Weiters sollen 40 Stunden Verträge auf 35 Stunden verkürzt werden – an sich nicht schlecht – allerdings ist keine Rede von vollen Lohnausgleich und schon gar nicht von vollem Personalausgleich! Was unterm Strich bedeutet: weniger Lohn, mehr Arbeitslose und mehr Arbeit für weniger Beschäftigt! Das ist der Sanierungsplan der Kapitalisten, auf Kosten der Arbeiterklasse!

Arbeiter und Arbeiterinnen: Wehrt euch und kämpft!
Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!

Arbeitslosigkeit senken: Für die 35 Stunden Woche bei vollem Lohn und Personalausgleich!
Erhöhter Kündigungsschutz für drei Monate nach Kurzarbeit, inklusive Leiharbeiter!
Verbot von Leih- und Zeitarbeit! Übernahme aller Leiharbeiter durch die Betriebe!

Nora

 

Quellen:

Bmwgroup-werke.com
derStandard.at
finanzen.at
industriemagazin.at
fahrzeugindustrie.at
vcoe.at

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