KV-Abschluss der Chemischen Industrie: „Oops, they did it again!“

Wie wir bereits berichteten, protestieren die Arbeiter der chemischen Industrie gegen das Angebot der Kapitalisten von lediglich 1,57%. An verschiedenen Standorten, allen voran im Linzer Chemiepark, gab es Proteste!

Am 16. Juni beteiligten sich mehrere hunderte Arbeiter alleine in Oberösterreich an den Betriebsversammlungen, ein Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde, für ihre gerechtfertigten Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Die Betriebsversammlung wurde mit einer Streikvereinbarung geschlossen: Sollten die Kapitalisten kein besseres Angebot geben, wird gestreikt!

Am nächsten Tag fand die nächste Runde der KV-Verhandlung statt und kam zu folgendem Ergebnis: 1,6 % Lohnerhöhung und € 150,00 einmalige Bonuszahlung! Das ist sicher kein gutes Ergebnis! Das ohnehin witzlose „Angebot“ der Kapitalisten hat sich um lächerliche 0,03 % erhöht!

Die Gewerkschaftsbonzen haben auch nun wieder einmal mehr ihr wahres Gesicht präsentiert und mit Sicherheit das Vertrauen von noch mehr Arbeitern verloren. So wie bei den anderen KV-Verhandlungen die kürzlich abgeschlossen wurden, sammelten sie die kampfbereiten und streikbereiten Arbeiter um sich, um sie dann doch wieder fallen zulassen.

Gerade mal ein bisschen über der offiziellen Inflationsrate wurden die letzten KV-Verhandlungen beschlossen. Teuerungen bei Mieten und Lebensmitteln sind hier NICHT MIT EINGERECHNET ! Es ist ein realer Lohnverlust! Da sind die 2,5% Lohnerhöhung die von der Gewerkschaftsbürokratie noch als „gutes sozialpartnerschaftliches“ Ergebnis abgefeiert wurden!

Es ist ein Hohn auf alle Arbeiter in jeglicher Branche, wenn Schmidmayer der Chefverhander der Chemischen Industrie nun sagt : „Wir freuen uns, dass letztlich die Vernunft Oberhand behalten hat und wir in guter sozialpartnerschaftlicher Tradition einen Abschluss erzielen konnten, der für alle Beteiligten annehmbar ist.“ und weiter „Mit einer Lohnerhöhung knapp oberhalb der Inflation und einer steuerfreien Einmalprämie können wir den Beschäftigten Anerkennung für ihre Leistung zollen. Gleichzeitig berücksichtigt der Abschluss die schwierigen Bedingungen.“

Dieser Abschluss berücksichtigt deutlich die Interessen des Kapitals, absolut nicht hingegen die „schwierigen Bedingungen“ der Arbeiter, die nicht nur ihre Gesundheit aufs Spiel setzten, sondern zudem durch Teuerungen, Kurzarbeit und drohender Arbeitslosigkeit ins Bedrängnis kommen!

Doch „Nix is fix, wenn man sich wehrt!“ – soll auch die Devise sein für die kampf- und streikbereiten Arbeiter. Die KV-Verhandlungen sind jetzt vorbei, das ist aber kein Grund die kämpferische Stimmung unter den Arbeitern fallen zu lassen. Im Gegenteil: Die Forderung nach den 2,5% Lohnerhöhung ist gerechtfertigt! Die Arbeiter unterschiedlicher Branchen haben in den letzten Monaten bewiesen, dass sie bereit sind sich zu wehren. Ihre Kampfbereitschaft verdeutlicht die dringende Notwendigkeit einer selbstorganisierten, kämpferischen gewerkschaftlichen Orientierung!

Aktivisten des Arbeiterstammtisches Linz unterstützen den Kampf der Arbeiter in der Chemischen Industrie und haben mit Transparent und Flyer auf die gerechtfertigten Anliegen aufmerksam gemacht!

„Wir Arbeiter müssen uns gegenseitig unterstützen egal welche Branche. Die Kapitalisten starten gerade viele Angriffe auf unseren Lohn, unsere Arbeitsbedingung und die Lage der Arbeiterklasse im Allgemeinen. Es ist für uns klar, dass wir kein Vertrauen mehr in die Gewerkschaftsbürokratie haben dürfen. Sie haben uns in den letzten Jahren schon oft genug das „Messer“ in den Rücken gerammt – wie jetzt auch wieder in der Chemie! Deswegen organisieren wir uns selbst und unterstützen unseren Kollegen aus den anderen Branchen in ihrem gerechtfertigten Kampf . Ja, es gibt ein Ergebnis, aber dennoch ist Streik auch jetzt gerechtfertigt!“, berichtete uns ein Aktivist des Arbeiterstammtisches Linz.

Arbeiter: Wehrt euch und kämpft!

Mario


Heraus zur Demonstration:

Niemanden zurücklassen – Arbeitslosengeld erhöhen!

Samstag, 4. Juli 2020 – 14:00,

Treffpunkt: Mariahilfer Straße 75, Abschluss: Ballhausplatz

Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!

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