Aktionstag: Kraftvolles Zeichen für die Anliegen der Frauen

Am 12. Juni wurde von verschiedenen Fraueninitiativen ein „Feministischen Aktionstag“ im Wiener Bezirk Meidling organisiert. Mit Kundgebungen, Reden, Theater, Musik und einer kraftvollen Demonstration wurden wichtige und dringende Anliegen und Forderungen breiter Teile der Frauen zu den Leuten im Bezirk und den Teilnehmerinnen des Aktionstages getragen.

Initiativen und Organisationen wie das Frauenzentrum, das Rote Frauenkomitee, Frauenstreik, migrantische Fraueninitiativen, Gewerkschaftsinitiativen und zahlreiche andere schlossen sich unter dem „Frauen-Kampfbündnis“ zusammen, um gemeinsam die Interessen der Frauen hervorzuheben und sich für diese einzusetzen. Die Kundgebung und auch die Demonstration erregten enormes Aufsehen im Viertel und breites Interesse. Speziell auch das Rote Frauenkomitee zeigte durch kräftige und entschlossene Reden die Notwendigkeit auf, sich gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die ArbeiterInnen und das Volk zu stellen. Auffallend war auch das Transparent „Wir zahlen nicht für eure Krise! Wehrt euch und kämpft!“. Eine Rednerin der Roten Frauenomitees hob hervor, dass es sowohl die unmittelbaren Forderungen braucht um die Lage der Frauen zu verbessern, als auch den revolutionären Kampf, um erfolgreich gegen Kapital und Patriarchat kämpfen zu können. Ein Theater des Roten Frauenkomitees zeigte die entgegengesetzten Interessen zwischen den Herrschenden, die versuchen durch Lügen und falschen Versprechungen die Frauen zu besänftigen, und den breiten Teilen des Volkes. Es zeigte die Lage der Frauen, die sich vor allem während der sogenannten „Corona-Krise“ massiv verschlechterte.

Auffallend bei den Reden und Beiträgen war auch der starke Bezug auf die Lage in den Betrieben und Arbeitskämpfen wie im Sozial- und Pflegebereich, als auch im Handel. Es wurden speziell die Interessen der Arbeiterinnen und Angestellten in diesen Branchen hervorgehoben, sowie auch die massiv steigende Arbeitslosigkeit, die noch mehr Frauen und Familien in die Armut zwingt. Deshalb wurde auch die Forderung der Anhebung des Arbeitslosengeldes auf 80% besonders herausgestrichen. (Hier möchten wir auch darauf hinweisen, dass am 4. Juli eine Demonstration für die Anhebung des Arbeitslosengeldes in Wien stattfinden wird und zu einer zahlreichen und kräftigen Teilnahme aufrufen.)

Die Route der Demonstration am 12. Juni war nicht alltäglich: der Demonstrationszug zog durch den Arbeiterbezirk und Hunderte verfolgten ihn von den Fenstern, kleinen Lokalen und der Straße aus. Viele positive Zurufe und Klatschen der Leute aus dem Bezirk bestätigten die Dringlichkeit der Forderungen, die durch die lauten und durchgehenden Parolen zu ihnen getragen wurden. Die Parolen waren für eine kostenlose ganztätige Kinderbetreuung, gegen den 12-Stunden-Tag und gegen die Abwälzung der Krisenlasten. Vor allem wurde auch die internationale Solidarität hervorgehoben, denn die Verschlechterung der Lage der Frauen, die Unterdrückung durch Kapital und Patriarchat, wird nicht nur in Österreich immer offensichtlicher, sondern zeigt sich auch in den meisten anderen Ländern der Welt verschärft. Eine Aktivistin des Roten Frauenkomitees sagte entschlossen: „Der heutige Aktionstag und speziell auch die Demonstration hat gezeigt, dass diese Demonstration genau hierher gehört: in die Arbeiterbezirke! Hier leben genau die Leute die wir erreichen wollen, die am meisten Interesse an unseren Forderungen haben, das haben wir deutlich gesehen. Jetzt geht es darum, dass wir nicht locker lassen, sondern den Kampf gegen Patriarchat und Kapital weiterentwickeln!“

Am Aktionstag wurde breit und auf den Ständen eine weitere Veranstaltung beworben. Die Podiumsdiksussion die am 26. Juni stattfindet und vom „Frauen-Kampfbündnis“ organisiert wird, trägt den Titel „Wer soll für die Krise zahlen? Frauen, wehren wir uns und kämpfen“. Dieser weitere Schritt, die Debatte zu fördern, mit Beiträgen von Frauen aus unterschiedelichen Bereichen, wird dazu beitragen den Kampf gegen die Folgen der Krise zu entwickeln und weiterzuführen.

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Dieser wichtige Erfolg des Aktionstages zeigt auf, dass der Kampf für die Interessen des Volkes (und in diesem Fall speziell der Frauen) nicht vom Himmel fällt, sondern entwickelt werden muss. Dass vor allem in der jetzigen Situation breite Teile der ArbeiterInnen und des Volkes Interesse daran haben gegen die Abwälzung der Krisenlasten zu kämpfen, wurde am Aktionstag bestätigt und gibt allen kämpferischen Frauen den kräftigen Auftrag diesen Kampf entschlossen weiterzuführen!

 

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