Protestaktionen der Chemie Arbeiter – Streikvorbereitungen laufen!

Schon seit 29. April finden still und heimlich die KV-Verhandlungen der chemischen Industrie statt. Dieser Kollektivvertrag, um den medial kaum Aufsehen erregt wird, betrifft jedoch 45.000 Beschäftigte! Während die Verhandlerseite der Kapitalisten unter dem Vorwand der Krise eine Lohnerhöhung unter der Inflationsrate durchdrücken wollte, bereiten sich die Arbeiter zurecht auf Streik vor!

Die Forderungen der Gewerkschaft lauten unter anderem: Lohnerhöhung um 2,8 % und Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn. Die Verhandler der Kapitalisten gingen mit einem lächerlichen Angebot von 1,45% in die Verhandlungen und ließen sich erst durch Protestaktionen und Streikankündigungen auf 1,57 % (das ist gerade mal die Inflationsrate) „erweichen“. Dies würde aber einen realen Lohnverlust bedeuten, denn die Mietteuerungen und diverse Lebensmittelteuerungen sind in der Berechnung der Inflation nicht inbegriffen!

Chefverhandler der Kapitalisten Schmidtmayer bringt es offen auf den Punkt, dass es um eine Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter geht: „Offen gesagt: Wir verstehen die Handlungsweise der Gewerkschaften nicht. Wir befinden uns in einer der schwersten Wirtschaftskrisen, die Österreich je gesehen hat. Bei allen anderen Verhandlungen haben die Gewerkschaften in dieser schwierigen Zeit angemessene Abschlüsse zum Wohl aller Beschäftigten und Betrieben mit den Arbeitgeber getroffen, die weit entfernt von den bei uns geforderten Lohnerhöhungen in Höhe von 2,8% liegen, trotz ähnlicher Rahmenbedingungen.“ Und auch der der Fachverband der Chemischen Industrie Österreich (FCIO) drückt in einer Aussendung sein „Unverständnis“ gegenüber der Gewerkschaft aus, da ja in anderen Branchen „die 1,6% Lohnerhöhung und Einmalzahlungen als wichtiges Signal der Wertschätzung für die Beschäftigten“, durch die Gewerkschaft als gut geheißen wurden.

Bei diesem „Gutheißen“ tun sich besonders die Gewerkschaftsbonzen der ProGe hervor. Schon Anfang Juni wurden beispielsweise in der Textilindustrie eine Lohnerhöhung von lediglich 1,6% und eine Einmalzahlung von 150 Euro verhandelt, in der Glashüttenindustrie sogar nur 1,4%. In der Papierindustrie ebenfalls lediglich 1,6% und eine Einmalzahlung von 460 Euro. Die ProGE aber äußert sich zu diesem schlechten Ergebnis folgendermaßen: „Der KV-Abschluss trägt zu Kaufkrafterhalt und Einkommenssicherung bei!“ Und weiter: „Ziel der konstruktiven sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen war es, den Fortbestand der Arbeitsplätze zu sichern.“ (Hubert Gangl, ProGe) Zusätzliche werden die Einmalzahlungen hervorgehoben: „Mit einer Corona Zulage von 460 Euro und einer Empfehlung an die Unternehmen, diese bis zu 760 Euro zu erhöhen, wird der außergewöhnlichen Belastung der Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter während der COVID 19 Pandemie Rechnung getragen. Das ist ein wichtiges Signal der Wertschätzung und zeigt, dass es um mehr als ein Danke gehen muss.“ weiter

…. um mehr als ein „Danke“ geht es aber aktuell zurecht den Arbeitern chemischen Industrie! Schon Ende Mai (nach der dritten gescheiterten Runde) wurden in den verschiedensten Betrieben Protestaktionen durchgeführt. So wurden am 26. Mai beispielsweise im Linzer Chemiepark mit einer unangekündigten Betriebsversammlung das Werkstor blockiert und ein langer Stau verursacht. „Das war nur der Auftakt“, so ein Gewerkschafter. Auch bei der Firma Poloplast (Nähe Linz) wurden schon erste Protestaktionen durchgeführt!

Worüber auch kaum berichtet wurde, und klar zeigt, wie heuchlerisch das „Danke“ der Kapitalisten ist: Bei der Donau Chemiegruppe wurde die Herstellung von Desinfektionsmittel verdreifacht, soweit so gut. Doch dafür wurde das Einlegen von Sonderschichten um das zwei bis dreifache erhöht!

Die 45.000 Beschäftigten, die sich auf rund 250 Unternehmen aufteilen, bereiten sich bereits auf Streiks vor!

Die Arbeitgeberseite gibt sich empört über „die Negierung der Krise“ auf Seiten der Belegschaft und meinte „Klassenkampf ist hier keine Lösung“ (Schmidtmayer). Die „Lösung“ der Kapitalisten ist auch hier die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter! Was im Fall der Chemischen Industrie insofern zusätzlich pikant ist, da diese bereits das vierte Jahr in Folge in die höchsten Umsätze aller Zeiten erzielen. 2018 beispielsweise wurden in der chemische Industrie Waren im Wert von über 16 Milliarden Euro hergestellt.

Die Betriebsversammlungen und die Streikankündigung sind gut und gerechtfertigt! Die Verhandlungen der letzten Kollektivverträge, wo faule „Kompromisse“ unter „konstruktive sozialpartnerschaftliche Verhandlungen“ getroffen wurden, zeigt dabei einmal mehr deutlich die Notwendigkeit einer kämpferischen gewerkschaftlichen Organisation auf!

Die Arbeiter der Chemischen Industrie zeigen ihre Kampfbereitschaft und werden schon Mitte Juni weitere Betriebsversammlungen abhalten!

Chemie-Arbeiter, eure Streikvorbereitungen und Kampfmaßnahmen sind gerechtfertigt!

Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!

Keine faulen Kompromisse!

Gegen 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche!

Sarah

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