Laudamotion und WKO: Hand in Hand gegen Lohn und Arbeitsrechte!

Während Flugunternehmen nun jammern und „gerettet“ werden wollen, starten sie Hand in Hand mit der Wirtschaftskammer groß angelegte Angriffe auf Arbeitsrechte und Lohnniveau. Sie stehen sinnbildlich für den „Ausweg“ der Kapitalisten aus der Krise, für sie sollen die Arbeiter bluten!

Zurecht sorgte das „Angebot“ der Laudamotion für viel Aufregung und Zorn, wollten sie doch der Belegschaft einen Mindestlohn von netto 848 Euro aufzwingen, für einen 40 Stunden Job! Die „Alternative“, so die Kapitalisten von Laudamotion, sei die Kündigung von 500 Beschäftigten. Damit versuchen sie die Belegschaft und die Gewerkschaft massiv unter Druck zu setzen.

Laudamotion, ein Tochterunternehmen von Ryanair, ist damit nicht das erste Mal wegen Verstößen gegen das Arbeitsrecht und der schlechten Behandlung der Arbeiter und Angestellten in den Schlagzeilen. Im Oktober letztes Jahr wurde eine Angestellte gekündigt, weil sie übers Jahr verteilt 14 Tage im Krankenstand war, es wurden sittenwidrige und unzulässige Klauseln in den Arbeitsverträgen aufgedeckt und es wurde publik, dass die ohnehin am schlechtest bezahlten Flugbegleiter für ihre Uniform selber aufkommen müssen! Es gäbe Drangsalierungen, psychischen Dauerdruck und sicherheitsgefährdende Einsparungen. Es wurde Kritik laut, dass das technische Bodenpersonal massiv dazu gedrängt wird, Mängel zu übersehen, schneller und dafür weniger gründlich zu arbeiten, damit Wartungen umgangen werden können. Das hatte zur Folge, dass es 2019 auch einige Meldungen über technische Störungen und Ausfälle (die glücklicherweise nicht tödlich endeten) gab.

Nun glänzt dieses Unternehmen einmal mehr – mit Lohnkürzungen und Kündigungen! Was würde bei der vorgeschlagenen Kürzung von 30% übrig bleiben? Für einen Großteil der Angestellten kaum genug um davon leben zu können. Die sogenannten „Junior Flugbegleiter“ beispielsweise, die unterste Lohngruppe der Laudamotion, bekamen selbst laut dem bis zum 1. April 2020 gültigen KV, lediglich 1.130 € Bruttolohn. Welcher sich aber wiederum in Zulagen und Basisgehalt aufteilt. Konkret heißt das 360 € Zulagen und ein Basisgehalt von 770 € brutto! Die Zulagen aber, sind eine Pauschale in der bereits Sonn- und Feiertage, Nachtarbeit sowie Schmutz- und Erschwernistätigkeit abgegolten werden. Dieser bisherig gültige Kollektivvertrag war schon mehr als eine Frechheit! Wer bei Laudamotion in der niedrigsten Lohnstufe arbeitet, bekam bisher schon einen Vollzeitlohn unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze, welche bei 1.259 Euro liegt. Nun sollte das Basisgehalt mit 848 Euro netto sogar unter der Mindestsicherung Wiens von 917 Euro liegen! Zulagen sind darin schon enthalten, für jede Stunde die man in der Luft ist, gibt es 9 Euro zusätzlich (was etwa 1.500 Euro brutto (!) ausmachen würde), für Trinkwasser muss hingegen zusätzlich gezahlt werden. Das ist eine Verhöhnung, die zusätzlich noch dazu antreibt, auch krank in die Arbeit zu gehen, da (neben der Gefahr gekündigt zu werden) ansonsten der Lohn noch schlechter ausschaut!

Das wundert nicht, wenn man bedenkt, dass es bei der Mutterfirma Ryanair, die im übrigen 2019 einen Gewinn von 885 Millionen Euro einfuhr, erst gar keinen Kollektivvertrag gibt. Ryanair Vorstand Michael O‘Leary, der sich im Jahr nicht weniger als 99 Millionen Euro auszahlen lässt, macht seine Haltung zur Gewerkschaft vollkommen klar: „Ich würde mir lieber meine eigenen Hände abhacken, als mit der Gewerkschaft einen Deal einzugehen.“

Aus dieser gewerkschaftsfeindlichen Richtung wehte auch der Wind bei den Verhandlungen. Nicht nur, dass der aktuelle Betriebsrat bis heute nicht anerkannt wurde, wurde neben der 30% Lohnsenkung darüber hinaus durch das Drecksunternehmen Laudamotion gefordert, den Betriebsrat auszuwechseln und ihn durch einen neuen, wo nur „gewisse Personenegruppen“ zur Wahl stehen, zu ersetzen. Damit greifen sie nicht „nur“ das Lohnniveau und Lebensniveau der Arbeiter und Angestellten an, sondern ganz offen auch die politischen Rechte auf gewerkschaftliche Organisierung! (ganz zum Schutz der Hände O‘Leary‘s)

Laudamotion erpresste die Belegschaft und Gewerkschaft unter Androhung der Kündigung von etwa 300 Fixangestellen und 200 Leasingarbeitern, unter dem Existenzminimum zu arbeiten und gewerkschaftliche Grundrechte aufzugeben. Schützenhilfe bekam sie dabei von der Wirtschaftskammer, welche diesen Bedingungen sofort zustimmte!

Dem nicht genug, wurde versucht die Belegschaft zu spalten und damit in ihren Interessen zu lähmen. Denn während die einen vom Lohn nicht leben können, gibt es unter den Piloten beispielsweise bestimmte Lohngruppen die ein Grundgehalt von knappen 5.000 bis 8.000 Euro brutto beziehen. Laut Medienberichten auch keine Seltenheit sind hingegen vor allem junge Piloten, die sich durch die Ausbildung hoch verschuldeten. Kein Wunder also, dass die jüngsten Demonstrationen gegen die Gewerkschaft vor allem durch Piloten getragen und Losungen wie „No to vida, yes to our jobs“, oder „Corona + Vida ruining lives since 2020“ verbreitet werden. Nicht nur, dass damit jene die für einen Hungerlohn weiterarbeiten sollten vergessen werden, übersehen die Piloten und andere bessere (oder nicht ganz so schlechte) Lohngruppen, dass auch sie sich um ihren Lohn und ihre Rechte erpressen lassen und sie einzig und alleine den Kapitalisten zur Seite stehen, wenn diese das Lohnniveau noch weiter hinabdrücken!

Laudamotion hätte ohne Weiteres noch bis September mit Kurzarbeit ganz gut von unseren Steuern „leben“ können, das lehnte sie aber ab. Warum? Offensichtlich weil sich durch die sogenannte „Corona Krise“ der ohnehin angeschlagene Fluglinie eine einmalige Chance bietet, einen noch schlechteren Kollektivvertrag zu erzwingen, die Arbeit zu intensivieren und den Lohn massiv zu kürzen! Nichts anderes zeigt das Ergebnis, welches nun nach einer Abstimmung schlussendlich zu Stande kam. Es wurde ein befristeter „Krisen-KV“ ausverhandelt, welcher den untersten Lohngruppen einen Nettolohn von 1.000 Euro „zugesteht“. Noch immer nicht genug, um von einem 40 Stunden Job leben zu können! Unter Androhung weiterer Kündigungen (und Anspielung auf die Abstimmung), ließen die gewerkschaftsfeindlichen Laudamotion Chefs Andreas Gruber und David O‘Brian verkünden: „Die Arbeitsplätze aller unserer Piloten und Flugbegleiter, die den neuen KV akzeptiert haben, werden wahrscheinlich gerettet“. Jene 10% der Piloten und jenes Drittel der Flugbegleiter, welche laut Medienberichten dem neuen KV nicht zustimmten, sollen hingegen gekündigt werden. Damit setzte Laudamotion seine Interessen durch: Spaltung der Belegschaft, Kündigungen und Lohnkürzungen (wahrscheinlich sogar im doppelten Sinne, da die restlichen Angestellten und Arbeiter nun eine gesteigerte Arbeitsintensität zu stemmen haben)!

Keine Kündigungen! Keine Lohnkürzungen!

Die Chefs von Laudamotion haben diesen Angriff auf die Mitarbeiter mit miesen Erpressungen durchgeboxt. Sie tun so als wären Lohnkürzungen der einzige Weg gegen Massenentlassungen, während sie selbst als Gewinner aussteigen. Diesem faulen Trick dürfen die Arbeiter und Angestellten nicht auf den Leim gehen! Gerade solche Erpressungsversuche müssen vor Augen führen wie dringend notwendig eine kämpferische gewerkschaftliche Organisation ist, die sich von solchen Tricks nicht verwirren und spalten lässt, sondern klar im Interesse der Belegschaft weder Kündigungen noch Lohnkürzungen toleriert!

Anhebung des Mindestlohns auf 1.600 netto! Kämpft weiter für einen besseren Kollektivvertrag der gesamten Branche!

Keine Abwälzung der Krisenlasten auf Arbeiterklasse und Volk! Wehrt euch und kämpft!
Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!

Lisa

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