Österreich: Zehntausende demonstrieren gegen Rassismus und Polizeigewalt

Zurecht gehen Hunderttausende in der USA und weltweit auf die Straße um sich gegen Rassismus und Polizeigewalt zu wehren. Der brutale Mord an Floyd war bei weitem nicht der erste Tote durch Polizeigewalt und brachte das Fass zum Überlaufen!

Noch schneller und entschlossener als die Jahre zuvor, wurde zunächst in zahlreichen Städten der USA demonstriert und nicht klein beigegeben. Gerechtfertigt rebellierten die Massen und es kam zu Ausschreitungen und kämpferischen Auseinandersetzungen mit den Polizeikräften! Kurz später fanden weltweit teilweise sehr kämpferische Demonstrationen statt – in Solidarität mit Floyd, aber auch im Gedenken an zahlreiche weitere Opfer von Rassismus und Polizeigewalt der Herrschenden!

In Österreich gab es in den letzten Tagen große und kräftige Protestaktionen, mit einer Beteiligung von mehreren zigtausend DemonstrantInnen! Im Folgenden veröffentlichen wir Berichte über die Großdemonstration in Wien und eine kräftige Kundgebung in Linz:


WIEN: Wehrt euch und Kämpft gegen Rassismus

Bei der „Black lives matter“ Demonstration am Donnerstag besetzten 50 000 DemonstrantInnen die Innenstadt in einer der drei größten Demonstrationen der letzten 20 Jahre. Die Demonstration fand in Solidarität mit den Protesten in den USA statt, die nach der grausamen und rassistischen Ermordung von George Floyd durch einen Polizisten entbrannten. Auch bei der Wiener Demonstration war klar: gegen Rassismus und Polizeigewalt muss man kämpfen! Dementsprechend war auch die Stimmung der Demonstration. Unzählige selbst gemachte Schilder wurden mitgetragen, und im Lauf der Demonstration stimmten die Demonstranten viele Parolen an, wie „Hoch die internationale Solidarität!“

Eine Demonstrantin meinte: „Auf der ganzen Welt ist Rassismus ein Problem, deshalb müssen wir die Proteste in den USA unterstützen. Auch in Österreich gibt es sehr schlimmen Rassismus Es stimmt, auch bei ist Rassismus keine Seltenheit. Die Demonstration startete vom Denkmal Marcus Omofumas, jenes Nigerianischen Flüchtling, der 1999 bei seiner Abschiebung ermordet wurde.

Mehrere Schilder vielen auf, mit dem bekannten Zitat von Malcolm X „Man kann keinen Kapitalismus haben ohne Rassismus!“ Denn es ist eine Tatsache, so ein Demonstrant „dass es Leute gibt die vom Rassismus profitieren!“. Ich komme aus Chile.“ erzählte ein Demonstrant. „Unser faschistischer Präsident lässt die Polizei das eigene Volk ermorden, im Dienst vom US-Imperialismus. Natürlich habe ich die Proteste in den USA von Anfang an sehr genau verfolgt und bin heute hier. Diese Proteste zeigen, dass die US-Imperialisten immer mehr in Bedrängnis kommen, selbst im eigenen Land, und das ist gut!“

Ein besonders kämpferischer Block viel auf, mit einem Transparent „Kämpft gegen Imperialismus und Rassismus – Rebellion is justified!“ Die AktivistInnen fertigten sich selbst ein Transparent mit der Losung „Gegen Rassismus, Polizeigewalt und Repression!“ an, und legten ein sehr kämpferische Stimmung an den Tag. Viele schlossen sich diesem Block an.

Die Proteste in den USA sind ein wichtiges Symbol dafür, dass Rassismus kein Problem einer einzelnen “Struktur” im bürgerlichen Staatsapparat ist, auch nicht von ein paar „bösen“ Polizisten. Ein Aktivist meinte: „Fast ein Drittel der Corona-Toten in den USA waren schwarz, bei 13% Bevölkerungsanteil! Denn die Lebensverhältnisse dieser besonders unterdrückten Gruppe sind entsprechend schlecht. Das geht gegen das Interesse auch der weißen Teile der Arbeiterklasse und des Volkes. Denn diese rassistische Spaltung ist eine Waffe der Herrschenden, um die Volksmassen zu schwächen. Deshalb, ob in den USA oder in Österreich, wehrt euch und kämpft gegen Rassismus!“

Marko

LINZ: Kundgebung gegen Rassismus und Polizeigewalt in Linz!

Gestern, am Samstag den 6. Juni, gab es, wie in zahlreichen Städten weltweit, auch in Linz eine Kundgebung. Etwa 5.000 Demonstranten versammelten sich am Linzer Hauptplatz um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren!

Organisiert wurde die Kundgebung von der Black Community Linz. Zentrales Thema war der brutale Mord an George Floyd. In verschiedenen Reden berichteten Betroffene auch über ihre Erlebnisse, sowie von Fällen rassistischer Polizeigewalt in Österreich. Einer der Veranstalter machte zurecht auch darauf aufmerksam, dass nicht unwesentlich dabei rassistische Gesetze gegen Migranten eine Rolle spielen. Es herrschte eine gute und lebendige Stimmung, wenngleich sich auch viele Teilnehmer eine Demonstration erwartet hätten. „Es ist schon gut, dass es diese Kundgebung gibt und auch die Stimmung ist nicht schlecht, aber gerade bei diesem wichtigen Anliegen, wäre es durchaus gerechtfertigt unseren Zorn zu zeigen. Eine Demonstration würde einen kämpferischeren Ausdruck auf die Straße bringen.“ Die ursprünglich geplante Demonstration wurde schon im Vorfeld durch die Polizei untersagt, jedoch ohne ersichtlichen Grund.

Dass sich spontan etwa 5.000 Leute in Linz an der Kundgebung beteiligten, zeigt gut, dass auch in Österreich der gerechtfertigte Zorn gegen Rassismus und Polizeigewalt groß ist. Das drückte sich in einer sehr solidarischen und lebendigen Stimmung gut aus. Hervorzuheben ist auch, dass sich einige muslimische Frauen mit Kopftuch beteiligten, welche ebenfalls stark von Rassismus betroffen sind, und ihre Solidarität ausdrückten.

Auch antifaschistische Aktivisten waren Teil der Kundgebung, verteilten Flugblätter und stimmten immer wieder auch Parolen an. Eine Antifaschistin meinte: „Wichtig ist vor allem, dass Antirassismus kein Lippenbekenntnis bleibt. Dem müssen Taten folgen und das heißt, uns gemeinsam gegen die Angriffe der Herrschenden zu wehren! Uns gemeinsam gegen rassistische Gesetze zu wehren, gemeinsam zu kämpfen für volles Bleiberecht und Arbeitsrecht und uns gemeinsam gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf Arbeiterklasse und Volksmassen zu wehren. Zwischen den Herrschenden und Unterdrückten gibt es kein „wir sind alle gleich“, die Unterdrückten hingegen müssen die bestmögliche Einheit herstellen, um sich erfolgreich wehren zu können, gegen Rassismus!“

Rebellion ist gerechtfertigt!

Wehrt euch und kämpft: Gegen Rassismus und Polizeigewalt!

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