Die Lasten auf Familien durch Corona-Maßnahmen hören nicht auf

-Leserbrief-

In der Zeit der sogenannten Corona-Krise werden Familien besonders belastet. Nicht nur die Rekordarbeitslosigkeit und die Kurzarbeit, in die ein großer Teil der ArbeiterInnen gestürzt wurde, sondern auch die Kinderbetreeung, die ausschlißlich von den Eltern übernommen wurde, wirken sich negativ auf das Familienbudget und das Leben der Familien aus. Aber auch Eltern, die die Möglichkeit hatten, von zu Hause weiterzuarbeiten, konnten sich nicht so leicht unter den neuen Bedingungen zurechtfinden.

Im Durchschnitt haben Eltern die Arbeitszeit um 10 Stunden reduziert, die Frauen haben um 1/3 und die Männer um 1/4 der Stunden reduzieren müssen. Laut einer Studie hat jeder fünfte früh morgens, abends, nachts oder am Wochenende gearbeitet, um trotz Kinderbetreuung während der Kindergarten- und Schulschließtagen, Zeit für die Arbeit zu finden. Während Großeleltern eine wesentliche Betreuungsfunktion für viele Familien haben, wurden sie in dieser Zeit von der Mehrheit geschont. Selbst jetzt, wo die Familien „in die neue Normalität“ zurückkehren, wissen die meisten nicht, wie es weitergeht. Viele Eltern wurden während der Quarantäne entweder gezwungen, ihren Urlaub zu verbrauchen, oder mussten sich Urlaub nehmen, um ihre Kinder zu betreuen. Eine Folge davon ist, dass in den Sommerferien fast ein Viertel der Eltern nicht genug Urlaub hat und sich die Hälfte der Betroffenen keine externe Betreuung für ihre Kinder leisten kann.

Die Lasten der Corona-Krise werden auf die Familien abgewälzt – besonders sind hier Arbeiterfamilien betroffen. Durch die Kündigungen und die in vielen Fällen erzwungene Verringerung der Arbeitszeit werden immer mehr Familien von Armut bedroht; Frauen haben ein noch geringeres Einkommen (da sie mehr Stunden reduzieren mussten) und müssen gleichzeitig mehr unbezahlte Stunden leisten (laut einer europaweiten Studie 65 Stunden pro Woche, doppel zo viel wie vor der Krise). Die Maßnahmen der Regierung für Familien waren nur eine Augenauswischerei und konnten kaum die Betroffenen entlasten.

Was war die Realität in den letzten 3 Monaten?

Erstens, der versprochene Sonderurlaub bis zu 3 Wochen mit dem Einverständnis der Arbeitgeber, der im Endeffekt von fast keinen Unternehmen (ohne eigenen Profit), bewilligt wurde. Zweitens, Familienhärteausgleich, der unter bestimmten Bedingungen möglich war, jedoch nur einen kleinen Teil der Familienkosten abdeckte. Die Regierung und das kapitalistische System, dem sie dient, nehmen die Corona-Pandemie als Vorwand, um ihre arbeiterfeindliche Politik zu etablieren: flexible Arbeitszeit, flexible Arbeitsstunden (je nach Bedarf), keinen Kündigungsschutz, Isolierung der ArbeiterInnen und Reduzierung der Unternehmenkosten durch das Home-Office, eigene Verantwortung für mangelnde Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsort, usw.

Diese neue „Normalität“ werden wir uns nicht gefallen lassen – es ist notwendig, den Kampf zu entwickeln, um bessere Bedingungen für Familien zu schaffen.

Familien werden nicht die Kosten der Corona-Krise zahlen und kämpfen für:

– Kostenlose und flächendeckende Kinderbetreuung zur Arbeitszeit!

– Kostenlose Betreuungsmöglichkeiten während der Sommerferien!

– Drei Wochen Sonderurlaub für alle Eltern in den Sommerferien!

– Anspruch auf Teilzeit mit Lohnausgleich während Kindergarten- und Schulschließtagen!

Vera

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s