Wien: Protest von Obdachlosen in Quarantäne!

Danke für die Zusendung dieses Kurzberichts. Mittlerweile ist die Quarantäne in dieser Einrichtung wieder aufgehoben. Wie uns jedoch zu Ohren kam gibt es nun schon weitere Fälle von positiv getesteten Obdachlosen in Notschlafstellen, die jedoch derzeit noch unter Verschluss gehalten werden. Ganz klar zeigt sich dabei, dass offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird: Geht es um scheinbar „unwichtige“ Menschen wie Obdachlose oder wie derzeit akutell auch Hilfsarbeiter und Soldaten, wird auf Sicherheitsmaßnahmen und angemessene Umstände großteils verzichtet!

-Bericht-

In der Notschlafstelle im ehemaligen Geriatriezentrum Wienerwald im 13. Bezirk in Wien, wo sich 120 Obdachlose in Quarantäne befinden, gab es einen Protest von Obdachlosen. Es herrschte schon am Anfang Unmut, als die Notschlafstelle unter Quarantäne gestellt wurde, nachdem ein Obdachloser positiv auf Corona getestet wurde. Es wurden danach 57 Personen in eine andere Einrichtung umquartiert, aber 120 zurückgelassen, die das Gebäude nicht mehr verlassen durften. Ein Betroffener meinte dazu, dass niemand von ihnen getestet wurde und dass jene, die Medikamente brauchen, keine Medikamente bekommen hätten. Diese Medikamente besorgen sich viele der Betroffenen selber, doch da sie nicht mehr raus dürfen, ist das nicht mehr möglich. Den Obdachlosen wurde versprochen, dass sie mit Medikamenten und Essen versorgt werden würden. Da jedoch diesen Versprechungen nicht nachgekommen wurde kam es zu Protest der Obdachlosen. Dabei kritisierten sie, dass dringend benötigte Medikamente zu langsam verabreicht werden und beschwerten sich gegen eine nicht ausreichnde Menüplanung. Völlig berechtigt fingen die Obdachlosen deshalb an lauthals mit gemeinsamen Parolen gegen die Menüplanung zu protestieren. Die Situation eskalierte und sie fingen an mit Möbelstücken zu werfen und Gänge mit Wäschewägen zu blockieren. Diese völlig legitime und gerechte Protest für die Grundbedürfnisse der obdachlosen Menschen wurde jedoch von der Polizei aufgelöst! Zwei Obdachlose mussten danach auf Grund von Vorerkrankungen medizinisch behandelt werden. Dabei wurde deutlich wie fahrlässig es ist, Menschen mit schweren Vorerkrankungen in Massenquartieren in Quarantäne zu zwingen, obwohl es dort keine ausreichende medizinische Versorgung gibt!

Das zeigt einmal mehr, dass genau die sozial schwächeren am allerwenigsten Hilfe vom Staat bekommen. Dabei handelt es sich bei Obdachlosen um eine Gesellschaftsgruppe, die wegen ihren Lebensbedingungen und Vorerkrankungen am meisten von Virenerkrankungen wie Corona betroffen sind.

Hannes

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