Flugzeugteilehersteller FACC will 700 Arbeiter kündigen!

Wie kürzlich bekannt wurde, plant der Flugzeugteilehersteller FACC mit Sitz in Ried im Innkreis (Oberösterreich), 700 Arbeiter, ein Fünftel (!) der Belegschaft zu kündigen! Bis Juni ist die Belegschaft noch in Kurzarbeit, was danach kommt sind Massenkündigungen. Verhandlungen mit den Sozialpartnern sind schon am Laufen und weisen für die Belegschaft in keine gute Richtung!

Die FACC ist ein börsennotiertes Unternehmen mit 3.500 Arbeitern und Angestellte (3.000 davon in Österreich) und 13 Standorten weltweit. Mit Beginn der „Corona-Krise“ wurden die Belegschaft zuerst in Betriebsurlaub und anschließend in Kurzarbeit geschickt. Nun gab die Konzernführung bekannt, dass es auf Grund der derzeitigen Krise durch Corona und der damit einhergehenden geringen Auftragslage große Einbußen gäbe und daher die Produktion von gewissen Produktlinien gänzlich eingestellt werden müssen.

Gerühmt wird sich damit, dass die Führungskräfte, als Zeichen der „Solidarität den Arbeitern und Angestellten“ gegenüber, auf 20 % ihres Einkommens verzichteten und es keine Ausschüttung der Dividenden an die Aktionäre gab – zu Gunsten eines Härtefonds für schwer getroffene Mitarbeiter, wie die OÖ-Nachrichten berichteten. Was sich im ersten Moment sehr „nobel“ anhört, stellt sich bei näherer Betrachtung als nichts anders als das alte „Zuckerbrot“ heraus. Nicht nur, dass es sich der Konzern „leisten“ kann, mit einem Rekordumsatz in den ersten drei Monaten 2020 von 13,1 Millionen Euro, kann man es wohl, wie beispielsweise der Chef des Konzerns Robert Machtlinger, existenziell verkraften wenn man bei einem „Lohn“ von 387.000 Euro jährlich, für ein paar Wochen auf 20% verzichtet. Wer hingegen existenziell bedroht wird, sind jene 700 Arbeiter und Angestellten deren Arbeitsplätze eingestampft werden sollen!

Gleichzeitig wird an einem Plan gearbeitet, wie die Produktion nun weiter voranschreiten kann, gegebenenfalls mit bisheriger Produktionsauslastung (!), nur mit weniger Arbeitskräften. Das bedeutet nichts anders als: Steigerung der Arbeitsintensität, mehr Arbeit für weniger Arbeiter!

Bis Juni läuft der Betrieb noch in Kurzarbeit und wird somit, trotz der noblen Sparmaßnahmen der Managergehälter, durch Steuern ausfinanziert. Ein Monat nach Kurzarbeit soll es keine Kündigungen geben, für die Zeit danach meint Machtlinger: „Wir arbeiten derzeit gemeinsam mit Betriebsräten und Sozialpartnern an der Erstellung eines Sozialplans, nähere Details sind frühestens Ende Juni zu erwarten.“

Kampfbereite Belegschaft: Bereits Mitte März wurde mit Streik gedroht!

Bereits Mitte März zeigte sich die Belegschaft kampfbereit. Etwa zeitgleich zum Streik bei Greiner in Linz, drohten sie mit Streik, wenn ihnen nicht entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden würde. Daraufhin wurde ein zweiwöchiger Betriebsurlaub verhängt.

Schon der spontane Streik der Arbeiter bei Greiner zeigte, was alles möglich ist, wenn sich die Arbeiter zusammenschließen und für ihre Gesundheit, also bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Nichts anders ist es, wenn Kündigungen, besonders Massenkündigungen verhindert werden. Denn nicht nur, dass niemand den Job verliert, verhindern es die Arbeiter damit auch, dass ihnen unter der Hand noch mehr Arbeit für den gleichen Lohn aufgehalst wird. Sie sich noch mehr abnützen und abarbeiten für die Kapitalisten. Aus Solidarität zu den Kollegen, aber auch als Selbstschutz muss die Losung der Arbeiter lauten: Kampf um jeden Arbeitsplatz! Keine Kündigungen bei FACC!

Dass nun schon fleißig mit den Sozialpartnern an Sozialplänen verhandelt wird, darf da nicht ablenken oder abschrecken. Klar ist: ein Sozialplan erhält in Wahrheit keinen Arbeitsplatz im Betrieb und klar ist auch, ein Sozialplan schafft keinen neuen Arbeitsplatz her! Was hierbei verhandelt werden, sind einzig die Konditionen zu denen die Kündigungen durchgeführt werden.

Ob die Kapitalisten bei FACC die Massenkündigungen durchsetzen können, hängt davon ab, wie standhaft die Arbeiter hier bleiben und wie entschlossen sie sind, sich selbst zu organisieren. Das Beispiel der Arbeiter von FACC Mitte März sowie der Streik der Greiner-Arbeiter sind wichtige Beispiele und Vorbilder für die Solidarität und Kampfbereitschaft der Arbeiter, durch die Siege erreicht werden können!

Arbeiter und Angestellte von FACC, vertraut auf eure eigene Kraft! Wehrt euch und kämpft gegen die androhenden Massenkündigungen!

Keine Kündigungen bei FACC! Kampf um jeden Arbeitsplatz!
Kündigungsschutz für drei Monate nach der Kurzarbeit!
Wehrt euch und kämpft: Für Arbeit, Gesundheit und Lohn!
Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!

Simone

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s