75 Jahre Befreiung – Gedenken, Feiern, Kämpfen

Am 8. und 9. Mai, dem 75. Jahrestag der Befreiung vom Nazifaschismus, hielten AntifaschistInnen in verschiedenen Teilen Österreichs Feierlichkeiten ab, und an mehreren Gedenkorten wurde dieses wichtige Erbe hochgehalten. Denn den Tag feiern diejenigen, die gesiegt haben.

Der Sieg über den Faschismus brachte großen Errungenschaften, die im Sinne des Volkes erkämpft wurden. Gleichzeitig sehen wir, dass heute immer mehr repressive Maßnahmen gegen die ArbeiterInnen und das Volk beschlossen werden. Den 8./9. Mai kämpferisch zu begehen ist deshalb eine lebendige Tradition, die uns auch heute vor Aufgaben stellt.

Die Geschichte des antifaschistischen Widerstands in Österreich kann uns viel lehren. Aus diesem Grund fuhren Antifaschisten und Revolutionäre auf der Türkei und Österreich gemeinsam nach Mauthausen wo die Befreiungsfeier heuer aufgrund der Pandemie abgesagt wurde und hielten diesen wichtigen Tag hoch. Am Denkmal der glorreichen Sowjetunion stellten sie sich auf und es wurden zwei Reden gehalten, auf Türkisch und Deutsch, auch um auf den Kampf gegen Faschismus und Imperialismus heute aufmerksam zu machen. So hieß es in der Rede: „Die Alliierten, an deren Spitze die Sowjetunion stand, haben mit Hilfe von Millionen Partisanen, Volkskrieg, Widerstandskämpfern und Antifaschisten die Bestie des deutschen Faschismus niedergerungen. Dieses Ereignis änderte den Lauf der Geschichte und gibt allen antifaschistischen und fortschrittlichen Kräfte bis heute wichtige Lehren und einen großen Auftrag.“

Antifaschistische AktivistInnen in Wien besuchten einen Gedenkplatz im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring, einem traditionellen Arbeiterviertel. Im Ottakringer Sandleithenhof wurde durch antifaschistische Historiker ein Denkmal aufgestellt, bei dem Tonaufnahmen von Zeitzeugen angehört werden können, wie unter anderem vom KJV-Mitglied (Kommunistischer Jugend Verband) Paul Vodicka, der selber Teil von Entwaffnungsaktionen zum Ende des 2. Weltkriegs war. Am 7. April 1945, inmitten der stürmischen Kämpfe um Wien, wurden aus diesem Hof heraus von einigen Jugendlichen des kommunistischen Jugendverbands Entwaffnungsaktionen organisiert. Das Ergebnis war, dass der Bezirk kampflos an die Rote Armee übergeben werden konnte.

Diese schneidige Aktion stieß bei den AntifaschistInnen auf große Bewunderung: „Man lernt sowas nie in der Schule.“, sagte eine Aktivistin. „Was es im eigenen Land für eine Tradition gibt, das erfährt man oft gar nicht.“ Ein Aktivist sagte: „Der 8. Mai wird immer mehr in den Schatten gedrängt. Um diese Zeit wird vom offiziellen Österreich vor allem über den Muttertag geredet. Dabei war es ein Wahnsinn was die Widerstandskämpfer geleistet haben. Der antifaschistische Widerstand war sehr breit und hat zig Tausende von Menschen umfasst, trotzdem hört man immer nur sehr wenig darüber, vor allem über die Kommunisten, obwohl die doch die führende Kraft im Widerstand waren.“

Später am Tag versammelten sich die AntifaschistInnen zu einem geselligen Picknick in einem belebten Park in einem wiener Arbeiterbezirk. „Der 8. Mai ist aber eine lebendige Tradition.“ meinte ein Aktivist „Oder muss man den Sieg über den Faschismus nicht gerade heute verteidigen? Schon 1935 beobachtete der Bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff dass: „vor der Errichtung der faschistischen Diktatur die bürgerlichen Regierungen in der Regel eine Reihe von Vorbereitungsetappen durchlaufen und eine Reihe reaktionärer Maßnahmen durchführen, die den Machtantritt des Faschismus unmittelbar fördern.“ Und sehen wir das nicht auch gerade heute? Die Neutralität existiert nur mehr am Papier, die Militarisierung nimmt immer mehr zu, und gleichzeitig werden demokratische Rechte wie die Versammlungsfreiheit beschnitten, während die Überwachung zunimmt. Die Ausbeutung der unterdrückten Länder, auch durch Österreich, nimmt immer größere Ausmaße an. Es ist notwendig zu kämpfen, deshalb fertigten die Aktivisten ein Transparent an, mit der Aufschrift „75 Jahre 8. Mai – Wehrt euch und kämpft! Gegen Militarisierung, Überwachung und Repression!“, was von allen Beteiligten sehr begrüßt wurde, und auch bei den anderen Parkbesuchern gut ankam.

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Auch AntifaschistInnen aus anderen Gebieten hoben vor allem die wichtige Aufgabe des Kampfes gegen Repression hervor:

AntifaschistInnen brauchten in Tirol eine Losung mit der Aufschrift „Es lebe der 75. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus“

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Auch das Denkmal der Roten Armee am wiener Schwarzenbergplatz wurde besucht: „Dieses Denkmal erinnert uns daran, dass die Unterdrückten auf der ganzen Welt vereint für die Befreiung gekämpft haben.“ Diese weltweite Einheitsfront stand unter Führung der Sowjetunion, die auch den Hauptbeitrag für die Befreiung geleistet hat. 27 Millionen Sowjetbürger haben für den Weltfrieden, gegen Ausbeutung und Unterdrückung ihr Leben gegeben. Gerade in Österreich, wo dieser historische Tatsache laufend missachtet wird, ist es deshalb besonders wichtig, am 8. Mai denen zu gedenken, dank denen Österreich heute als eigene Nation besteht. Aus voller Kehle wurde deshalb die Losung „Tod dem Faschismus, Freiheit dem Volk!“ geschrien, und viele lebendige Diskussionen geführt. Die zahlreichen umstehenden zeigten großes Interesse an der Aktion und an den Losungen der Transparente. Eine sehr bewegende Postkarte, die in dem Meer aus Blumen zu Fußen des Denkmals lag, zeugt davon, dass es viele in Österreich gibt, die die Befreiung hochhalten. Zum Abschluss dieses großen Tages wurden von den AktivistInnen Blumen niedergelegt, im Gedenken an jene, die für die Befreiung ihr Leben gegeben haben. „Auf dass die Welt Freiheit kennen wird von der Plage des Faschismus.“

Zum 75. Jahrestages der Befreiung vom Nazi-Faschimsus und der endgültigen Kapitulation der braunen Pest, besuchten Antifaschisten auch Denkmäler in Linz. Speziell wurde dabei dem Kommunisten Sepp Teufel gedacht und gewürdigt. Er war Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs unter den schweren Bedingungen des Nazifaschismus. Sepp Teufel lebte und kämpfte in Linz, gegen den Austrofaschimsus sowie gegen die Nazi-Faschisten. Wenige Tage vor der Befreiung wurde er in Mauthausen brutal ermordet. „In Linz gibt es eine Gedenktafel wo der unsterbliche Genosse Sepp Teufl verewigt wurde und eine Straße die nach ihm benannt ist. Diese Plätze besuchten wir, hielten kleine Ansprachen, brachten Fahnen an und verbreiteten Flugblätter über das Leben und Wirkens Sepp Teufls.“ so ein Aktivist aus Linz.

Die Antifaschisten hielten mit ihren Aktionen nicht nur eine Tradition aufrecht, sondern füllten diese auf für heute mit Leben: Die Unterdrückten, die Arbeiter und das Volk müssen mit ganzer Kraft die weiteren Angriffe des Kapitals zurückschlagen und eine Solidarität etablieren, die kein Lippenbekenntnis ist, sondern eine Solidarität der Verbundenheit im gemeinsamen Bestreben für Freiheit und Sozialismus!

Es lebe der 75. Jahrestag der Befreiung!

Wehrt euch und kämpft, Gegen Überwachung, Militarisierung und Repression!

Tod dem Faschismus! Freiheit dem Volk!

 

 

 

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