„10 Tipps für die Corona-Quarantäne“- Brief einer Frau mit Kleinkind

-Leserinnenbrief-

„10-Tipps für die Coronavirus-Quarantäne“, „Tipps gegen Langeweile zuhause“, „Tipps, die Zeit sinnvoll zu nutzen während der Quarantäne“… das Internet und soziale Medien waren voll von Ideen, wie man die Zeit in der sogenannten Corona-Krise „besser nutzen“ kann – doch sie setzen voraus: man muss nicht von zu Hause weiter arbeiten und gleichzeitig die Betreuung der Kinder übernehmen.

Während diesen sieben Wochen ist mir noch klarer geworden, dass die Frauen die unbezahlte Arbeit der Betreuung und Erziehung der Kinder großteils übernehmen und oft Teilzeit oder gar nicht arbeiten, damit sie überhaupt Zeit für die Kinder haben. Sonst könnte ich mir nicht erklären, wie meine – hauptsächlich – männlichen Kollegen nicht nur ihre Arbeitsstunden durcharbeiten konnten sondern auch einige Überstunden leisteten, während ich (Vollzeit Angestellte) jeden Tag Minusstunden für mein Arbeitskonto gesammelt habe, die ich in sechs Monaten nachholen muss. Tatsächlich arbeitete ich mehr als 12 Stunden pro Tag, aber natürlich waren die meisten Stunden Kinderbetreuungsarbeit und Hausarbeit… Auf meine Anfrage an die Personalabteilung für Sonderurlaub kam die Antwort: „Unsere Firma ist klein und kann sich Sonderurlaub nicht für alle Mitarbeiter leisten…“ – ja klar, die Arbeiter müssen für die jetzige sogenannte Corona-Krise zahlen und alle Kosten werden auf ihre Schulter abgewälzt. Während manche große Unternehmen riesige Profite daraus machen und mit Staatsgeldern gerettet werden. Aber Geld für Gesundheit, Kinderbetreuung, Arbeitslose gibt es immer weniger…

Ich denke man muss das Internet und soziale Medien mit neuen Ideen bereichern: „10 Gründe um für flächendeckende und kostenlose Kinderbetreuungseinrichtungen zu Arbeitszeiten zu kämpfen“, „Jederzeit Freistellung bei Lohnfortzahlung zu Kinderbetreuungszwecken und bei Pflegefällen muss möglich sein“, „Kampf um das Recht auf Lohnfortzahlung bei seuchenbedingter Freistellung“. Was man in der Quarantäne und nach der Quarantäne machen kann, um die Zeit sinnvoll zu nutzen: Solidarität leisten und Kampf um die eigenen Rechte führen!

Nadine

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