Erhaltet den Sport!

Ein großer Teil der gemeinnützigen Sportvereine sind hart vom allgemeinen Stillstand im österreichischen Sport der letzten Wochen betroffen. Große kommerzielle Vereine, die in Wirklichkeit millionenschwere Unternehmen sind schickten ihre Sportler und Angestellten in Kurzarbeit oder ermöglichten ihnen ein Training in „gesichertem“ Rahmen. Auch ist es vor allem der Profi- und „Exklusiv“-Sport wie Golf und Tennis der nun als erstes wieder erlaubt wurde, während der Breitensport weiter zittert und um seine Existenz kämpfen muss.

Der Breitensport (oder auch Amateursport) ist die beliebteste Freizeitbeschäftigung in Österreich. Rund 2 Millionen Menschen sind in insgesamt 15.000 Vereinen aktiv. Alleine jedes 2. Kind ist in einem Sportverein, was nicht nur eine Entlastung der Eltern bedeutet sondern auch eine wichtige soziale und gesundheitliche Funktion hat. Schon seit Jahrzehnten wird der Sport immer weiter zum „Markt“ wo nur jene Vereine gut dastehen die sich kommerzialisieren und „professionalisieren“, und damit aber auch für die breite Masse an Hobbysportlern vollkommen unzugänglich werden. Gerade der Breitensport bleibt dabei immer mehr auf der Strecke und schon jetzt ist es so, dass es einen großen Teil der Sportvereine nicht mehr geben würde, wenn sie nicht von 570.000 (!) Freiwilligen und Ehrenamtlichen über Wasser gehalten würden. Bei diesen Vereinen, die gesetzlich gar keine Rücklagen haben dürfen und auch in „normalen“ Zeiten auf Mitgliedsbeiträge, Spenden, Veranstaltungen oder Wettkämpfe angewiesen sind, hinterlässt der „Shut Down“ des Sports in den letzten Wochen eine finanzielle Katastrophe. Umso pikanter ist es deshalb, dass zwar die Bundesliga nun bald wieder Wettkämpfe austragen darf, der Amateursport jedoch, geht es nach Sportminister Kogler (Grüne), erst dann wieder, wenn es ein Medikament oder eine Impfung gegen Covid-19 gibt. Anscheinend verkauft uns der Herr Sportminister für so blöd, dass er uns weis machen will dass Hobbysportler das Coronavirus leichter übertragen als Profisportler! Es ist ganz klar dass es sich dabei um ein Geschenk an die Bundesliga handelt, bei der es ja um Millionenprofite geht, anders als beim Amateursport, wo „nur“ die Gesundheit des Volkes auf dem Spiel steht… Die „Hilfspakete“ der Regierung sind ebenfalls ganz in der Logik des kommerziellen Sports gerade auf den Profisport zugeschnitten. Vereine die aber wirklich Hilfe bräuchten bekommen kein Geld, weil sie eben zum Großteil aus Ehrenamtlichen bestehen, die wiederum die Möglichkeit der Kurzarbeit gar nicht nutzen könnten. Da beißt sich die Katze in den Schwanz! Jene die wegen ihrer jahrzehntelangen Vernachlässigung auf Freiwillige angewiesen sind, bekommen nun genau deshalb keine Hilfsgelder!

Es war schon in den letzten Wochen schwer genug, dass die 2 Millionen Hobby-SportlerInnen in Österreich auf ihren Sport verzichten mussten. Geht es nach der Regierung und den großen Unternehmen, soll das für einen Großteil in Zukunft auch noch Dauerzustand sein. Das ist absolut nicht uumutbar! Der Breitensport ist einer der wenigen kulturellen Bereiche die für die Masse noch halbwegs erschwinglich ist. Während ins Theater gehen immer mehr nur mehr einer Elite vorbehalten ist, wurden auch Sportarten wie Schifahren so teuer, dass es sich eine normale Arbeiterfamilie und immer mehr auch das Volk zunehmend nicht mehr leisten kann, ohne auf Existenzielles zu verzichten. Auch für die Gesundheit spielen die 15.000 Breitensportvereine eine unglaublich wichtige Rolle. Es ist kein Geheimnis, dass durch die zunehmende „Flexibilisierung“ und Erhöhung der Arbeitszeit und des Arbeitsdrucks immer mehr Leute krank werden, körperlich und auch geistig. Der Vereinsport ist gerade für ArbeiterInnen und Angestellten oft die einzige Möglichkeit sich körperlich halbwegs fit zu halten und für einen kurzen Moment den Stress und Druck aus der Arbeit zu verdauen. Auch für Kinder und Jugendliche, wo sonst von den bürgerlichen Medien so oft das „steigende Übergewicht“ und die „mangelnde Bewegung“ kritisiert wird, ist der Breitensport die einzige Möglichkeit, sich körperlich zu betätigen. Laut Schätzungen erspart sich das Gesundheitswesen pro Jahr 500 Millionen durch die Vereine des Breitensports. Doch um die Gesundheit des Volkes scheint es in der „Corona-Krise“ immer weniger zu gehen, viel mehr geht es der Regierung und den Kapitalisten nur darum, dass sie selbst möglichst „unbeschadet“ durch die Krise kommen.

Der Sport darf nicht noch weiter ruiniert werden! Die „Sportmilliarde“ die Sportminister Kogler nun auf Druck der Vereine versprochen hat, ist bitter notwendig und wir müssen fest dafür eintreten dass dieses Geld auch wirklich jenen zu Gute kommt die es dringend benötigen!

Kein Abwälzen der Lasten der „Corona-Krise“ auf die Arbeiterklasse und Volksmassen!
Begleichung aller finanziellen Ausfälle der Sportvereine durch den Staat!
Keine Steuergelder an sportliche Großunternehmen!

Nadja

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