Erfolg beim Greiner-Streik: Forderungen durchgesetzt!

Nachstehend ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Antifaschistischen Aktion – Infoblatt, welche in Kürze auch zum Download bereit stehen wird.

Erfolg beim Greiner-Streik: Forderungen durchgesetzt!

„Wir dachten selbst nicht, dass es firmenintern bei uns so einschlägt, aber die Chefs haben sich offensichtlich wirklich angeschissen.“

Am 18. März legten die Arbeiter bei Greiner in Linz (wir berichteten darüber) ihre Arbeit nieder, sie führten einen selbstständigen und unabhängigen Streik durch, der allen Arbeitern in Österreich ein wichtiges Vorbild ist!

Wie kam es zum Streik?

Obwohl der Konzern Greiner nach außen hin den Schutz und die Gesundheit der Belegschaft groß schreibt, gab es für die Kollegen bei Greiner weder Schutzausrüstung, wie einfache Masken, noch genügend Platz im Lager und den Produktionshallen um den Sicherheitsabstand einzuhalten. Die Arbeiter fürchteten um ihre Gesundheit, sowie um die Gesundheit ihrer Familien, besonders, da es einen regen Betrieb und Austausch durch Zulieferungen im Lager gibt. Aber nicht nur das, stießen auch „Sicherheitsvorkehrungen“ die zu Lasten der Kollegen gingen, auf großen Ärger. So durften LKW-Fahrer, die wegen der Zulieferung kamen, das Fahrzeug nicht verlassen – nicht einmal zum Klo-Gehen!

Den Arbeitern reichte es, aus Zorn über die schlechte Behandlung der Fahrer und darüber, dass es nicht einmal minimale Schutzmaßnahmen gab, begannen sie laut zu schimpfen und verließen darauf hin die Lagerhallen. Spontan traten sie in den Streik. Sie wollten demonstrieren, dass lediglich vor den Werkshallen genügend Platz sei, um den Sicherheitsabstand einhalten zu können – und weigerten sich ohne Schutz weiter zu arbeiten. Rasch schlossen sich auch die Arbeiter aus den Produktionshallen an – die der gleichen Situation ausgesetzt waren.

Sie zeigten große Entschlossenheit ihre Gesundheit (und die ihrer Familien) nicht für die Gewinne der Kapitalisten aufs Spiel zu setzen! Sie zeigten außerdem große Solidarität unter der Belegschaft: zwischen LKW-Fahrern, Lagerarbeitern und Produktionsarbeitern! Das zeigte große Wirkung, die Betriebsleitung versuchte sofort zu besänftigten. Es wurde diskutiert und verhandelt, zwei Stunden lang weigerten sich die Arbeiter ohne Zugeständnisse wieder arbeiten zu gehen. „Wir dachten selbst nicht, dass es firmenintern bei uns so einschlägt, aber die Chefs haben sich offensichtlich wirklich angeschissen.“, meinte ein Kollege. Denn nicht nur, dass die lokale Betriebsleitung versprach Masken zu besorgen, standen bereits am nächsten Tag die ganz hohen Firmenbosse vom Vorstand da. Sie versprachen noch einmal Schutzmasken, Desinfektionsmittel und machten einen Lockerung der Regelung für die LKW-Fahrer, welche nun wieder aussteigen dürfen.

Ihr Streik ist allen Arbeitern und Angestellten ein wichtiges Vorbild!

Die Arbeiter bei Greiner stehen für die die Solidarität unter der Belegschaft, zwischen LKW-Fahrer, Lagerarbeiter, Produktionsarbeiter, Einheimischen und Ausländern, zwischen Fixangestellten und Leasingarbeitern. Für die Entschlossenheit ihre Gesundheit (und die ihrer Familien) nicht einfach so für die Gewinne des Konzerns aufs Spiel zu setzen. Und dafür, dass die Arbeiterklasse den Kapitalisten Siege abringen kann!

Die Arbeiter bei Greiner haben gezeigt, dass selbst spontane Aktionen, die zunächst „nur“ aus dem gerechtfertigten Zorn der Arbeiter entbrennen, den Kapitalisten Angst machen und Zugeständnisse an die Arbeiter erkämpft werden können! Sie widerlegen damit ganz deutlich, dass es falsch ist zu glauben, man kann nichts machen und dass sowie so nichts was bringen würde. Daher ist das Beispiel des erfolgreichen Streiks bei Greiner keine Kleinigkeit, wenn auch die Gewerkschaftsbüroaktie des ÖGB und die bürgerlichen Medien es so aussehen lassen wollen. Ganz im Gegenteil ist es ein wichtiges Beispiel und Vorbild. Gerade deshalb kreuzen unmittelbar danach die Vorstandmitglieder im Betrieb auf und gerade deshalb wird nichts über diese beispielhafte und erfolgreiche Aktion berichtet. Die Kapitalisten haben zurecht Angst, dass sie mehr und mehr Arbeiter und Angestellte ein Beispiel nehmen werden!

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr auf, dass es kein „Team Österreich“ und kein „wir sitzen alle in einem Boot“ gibt. Geschützt werden die Interessen und die „Gesundheit“ des Profits. Wollen wir uns selbst und unsere Gesundheit schützen, müssen wir uns wehren und dafür kämpfen! Das macht es so wichtig, dass sich die Kollegen im Betrieb zusammenschließen und sich gemeinsam wehren, wie die Arbeiter bei Greiner!

Das macht es auch so wichtig, dass sich die Leute im Viertel zusammenschließen, sich über die Schweinereien und Verbrechen der Herrschenden austauschen und sich gegenseitig unterstützen! Schließen wir uns zusammen – und lassen wir uns vor allem auch den 1.Mai, den internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, nicht nehmen!

Wehrt euch und kämpft – Für Arbeit, Gesundheit und Lohn!

Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!

Simone

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