75. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus

Vor 75 Jahren wurde Europa vom Nazi-Faschismus befreit. Die Alliierten, an deren Spitze die Sowjetunion stand, haben mit Hilfe von Millionen Partisanen, Volkskrieg, Widerstandskämpfern und Antifaschisten die Bestie des deutschen Faschismus niedergerungen. Dieses Ereignis änderte den Lauf der Geschichte und gibt allen antifaschistischen und fortschrittlichen Kräfte bis heute wichtige Lehren und einen großen Auftrag.

Am 29. März 1945 betrat die Rote Armee österreichischen Boden und leitete damit die Befreiung Österreichs ein. Am 15. April wurde Wien nach verlustreichen Kämpfen endgültig von der braunen Pest befreit und am 8. Mai wurde die endgültige Kapitulation der Nazi-Faschisten besiegelt. Diese geschichtsträchtigen Ereignisse vor 75. Jahren bedeutete nicht nur ein Ende des grausamen Massenmords in den Konzentrationslagern, sondern auch die Wiedergeburt vieler Länder die sich das „Deutsche Reich“ einverleibt oder unterworfen hatte und einen gewaltigen Sieg aller antifaschistischen, demokratischen und freiheitsliebenden Menschen über die Bestie des deutschen Faschismus.

Die Gräueltaten des NS-Faschismus sind in ihrer Bestialität bis heute kaum vergleichbar. Sechs Millionen Juden wurden in wenigen Jahren in einem grausamen Völkermord vernichtet, dazu kommt eine beinahe Auslöschung der Roma- und Sintigemeinschaften in vielen europäischen Ländern. Alleine in Österreich wurden darüber hinaus noch über 100.000 Deserteure, Partisanen, Widerstandskämpfer und Gesinnungsgegner in den Konzentrationslagern, Gestapogefängnissen und anderen Haftanstalten ermordet, verschleppt oder jahrelang inhaftiert. Vor allem muss im 75. Jahr der Befreiung vom Nazi-Faschismus die damalige Sowjetunion hervorgehoben werden, denn sie brachte die größten Opfer, um Europa und große Teile der Welt vom Faschismus zu befreien. Insgesamt gaben 27 Millionen Sowjet-Bürger ihr Leben zur Niederschlagung des Nazi-Faschismus, alleine über 168.00 waren es die ihr Leben in der „Operation Wien“, der Befreiung eines großen Teils von Ostösterreich gaben. Diese Tat ist bis heute ein großartiges Beispiel des gelebten Internationalismus und der festen Verbundenheit der Unterdrückten weltweit.

Der Weg in den 2. Weltkrieg und die Machtübernahme des Nazi-Faschismus war nichts „plötzliches“ oder „unvorhergesehenes“. Ende der 20er Jahre verursachte die kapitalistische Weltwirtschaft die größte Krise der 1. Republik. Beinahe ein Viertel der gesamten Arbeiterschaft wurde Arbeitslos, Elend und Hunger breitete sich enorm aus, während demokratische Grundrechte immer weiter ausgehöhlt und beseitigt wurden. Die Arbeiter und das Volk gerieten immer direkter in Konfrontation mit der herrschenden Politik, welche die gesamten Lasten der kapitalistischen Krise auf ihre Schultern abzuwälzen versuchte. Die Herrschenden, das Kapital in ganz Europa suchte nach Wegen und Möglichkeiten ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten und griffen dabei zu den widerlichsten Mitteln. Die ersten und konsequentesten Kräfte im Kampf gegen den drohenden Faschismus waren dabei die Kommunistischen Parteien. In Österreich war es die KPÖ welche fest an der Seite der Arbeiterklasse und Volksmassen stand und auch nicht von ihrer Seite wich als der Austrofaschismus drohte die Arbeiterbewegung zu vernichten. Schon 1935 wurde von der Kommunistischen Internationale die wichtige Tatsache festgestellt, dass der Faschismus der „am meisten aggressivste, chauvinistischste und reaktionärste Teil des Finanzkapitals“ ist, und vor allem zur Rettung der kapitalistischen „Ordnung“ etabliert wurde. Fest auf diese Erkenntnis gestützt mobilisierte die KPÖ schon lange vor 1938 mit der Losung „Hitler bedeutet Krieg!“ und warnte vor verheerenden Folgen. Sie einte die Unterdrückten in ihrem Bestreben gegen die faschistische Herrschaft, die Fremdherrschaft durch die Okkupation Österreichs und gegen ein neues Völkergemetzel. Die Sozialdemokratische Partei hingegen kapitulierte vor dem Nazi-Faschismus und die „Christlich-Soziale Partei“ ließ den Nazi-Faschismus ungehindert in Österreich einmarschieren. Diese Tatsachen müssen anerkannt und auch heute verteidigt werden: Ohne die Kommunistische Partei welche die Verbindung zwischen Faschismus und Kapital erkannte, und damit die so notwendige Orientierung im Kampf gegen Faschismus und Fremdherrschaft gab, hätten nicht so breite Teile des Volkes im antifaschistischen Widerstand geeint werden können und die AntifaschistInnen hätten keinen so wichtigen Beitrag zur Befreiung Österreichs leisten können. Unzählige Helden waren es die auch in den dunkelsten Stunden des Nazi-Faschismus den Mut nicht aufgegeben haben, sondern kühn vorangeschritten sind im festen Glauben und der Hoffnung dass der Faschismus schlussendlich besiegt werden wird.

Der Kampf um die Verteidigung dieses wichtigen Siegs hält bis heute an. Heute gilt es den 75. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus nach wie vor hoch zuhalten und den Geist unserer Vorkämpfer fest aufzunehmen, denn die Lehren die sie uns hinterlassen haben braucht es auch heute. Die derzeitige Vertiefung der Krise des Kapitalismus zeigt erneut, wie kapitalistisches „Krisenmanagement“ aussieht: Massenarbeitslosigkeit, Militarisierung, Verarmung großer Teile der Bevölkerung, Abbau im Gesundheitswesen und Einschränkung der demokratischen Grund- und Freiheitsrechte. Während Jahrzehntelang davon gesprochen wurde, dass für alles was im Interesse des Volkes ist „kein Geld zur Verfügung steht“, wurden die Ausgaben für Aufrüstung und Militarisierung um Milliarden erhöht. Seit Jänner 2020 findet mit der Operation „Defender 2020“ die größte Militärübung seit 1945 statt, in welcher Österreich mit der Nato „kooperiert“. Auch wenn es natürlich falsch wäre die Situation heute mit der Herrschaft des Nazi-Faschismus zu vergleichen, so müssen wir doch einige Parallelen zu damals aufzeigen, welche eine Verschärfung der kapitalistischen Krise mit sich bringen.

Die sogenannte „Corona-Krise“ hat deutlich aufgezeigt, wie weit es mit der EU als „friedens-, stabilitäts- und Solidaritätsbündnis“ her ist. Die EU entpuppt sich gerade als das Gegenteil davon: Es herrscht die „Macht des Stärkeren“ und wiedereinmal ist es der deutsche Imperialismus der sich dabei zur „Führung Europas“ berufen sieht. Auch in diesem Punkt sollte uns gerade der 75. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus eine wichtige Lehre erteilen. Die Unterdrückten, die Arbeiter und das Volk müssen mit ganzer Kraft die weiteren Angriffe des Kapitals zurückschlagen und eine Solidarität etablieren, die kein Lippenbekenntnis ist, sondern eine Solidarität der Verbundenheit im gemeinsamen Bestreben für Freiheit und Sozialismus!

AntifaschistInnen: Schreitet voran zum 8. Mai, begeht und feiert ihn gebührend! Ruft euch ins Bewusstsein von welcher Tragweite diese Ereignisse vor 75 Jahren waren, welche die Überlegenheit der antifaschistischen Kräfte über den deutschen Faschismus bewiesen! Haltet jene die ihr Leben für die Befreiung vom Nazi-Faschismus gegeben haben hoch, feiert ihren Heldenmut und lernt von ihren Taten!

„Und diese Gefährten unseres Kampfe, die am Schlachtfeld der Freiheit gefallen sind, sie haben uns ein heiliges Vermächtnis hinterlassen. Sie haben uns als Vermächtnis hinterlassen, das zu vollenden, wofür sie ihr Leben gegeben haben.“ (KPÖ, 1945)

Es lebe der 75. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus! Vorwärts zum 8. Mai!
Tod dem Faschismus, Freiheit dem Volk!

Nieder mit Militarisierung und Aufrüstung, für die Einhaltung der Neutralität!
Nein zur Einschränkung demokratischer Grund- und Freiheitsrechte!
Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!
Hoch die Solidarität!

Sara M.

 

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