Mediensperre bei Corona-Fälle im Handel?

Corona Fall bei Lidl: „Wegen technischer Störung geschlossen“, halbe Belegschaft arbeitet weiter!

In einer Lidl Filiale gab es am Freitag diese Woche einen Corona-Fall, eine Angestellte erkrankte und wurde positiv getestet. Was danach folgte zeigt eins deutlich: die Gesundheit der Angestellten und der Bevölkerung steht bei weitem geringer als der Umsatz!

Während die Volksmassen durch Polizeikontrollen und Willkür schikaniert werden, demokratische Grundrechte mit Füßen getreten werden – und das alles gerechtfertigt wird mit dem „Schutz der Bevölkerung“ – arbeiten im Fall Lidl, Betriebsleitung und Gesundheitsbehörden eng zusammen, um die Bevölkerung im Dunklen zu lassen und die Angestellten einer gesundheitlichen Gefahr auszusetzen! Wie es dazu kam…

Am Freitag morgen meldete sich eine Angestellte einer Lidl Filiale, die seit drei Tagen im Krankenstand war, dass sie positiv auf Corona getestet wurde. Danach brachen Chaos und Hektik aus, wie uns berichtet wurde. Die Chefs und das Gesundheitsamt wurden informiert und alle letzten Kontakte der erkrankten Kollegin sollten eruiert werden. Wirklich alle? Nein, alleine im beruflichen Kontext lediglich jene, welche ihr näher als einen Meter kamen oder länger als 15 Minuten in einem engen Raum waren! Alleine diese Kollegen sollten sofort in Heimquarantäne geschickt werden. Das würde man bereits als ersten Skandal ausmachen, haben doch ALLE Kollegen in einer Filiale zwangsweise Kontakt zueinander, oder zur Kollegin, die mit der Kollegin Kontakt hatte! Auch wenn in den Filialen Handschuhe und Masken getragen werden, so ist das im Büro, in den Pausenräumen und auch im Lage meist nicht der Fall.

Es wurden schließlich neun (von insgesamt 15) Kolleginnen ausgemacht, die in engerem Kontakt standen. Zwei davon waren im Dienst. Und nun folgte der zweite Skandal: Diese beiden, die eigentlich „sofort in Heimquarantäne“ geschickt wurden, mussten noch eine Stunde lang (!) im Lager weiter arbeiten (mit den restlichen „gesunden“ Kollegen), denn es war ja noch die Tageslieferung zum einschlichten!

Das ist aber noch nicht alles! Erst über drei Stunden später nach dem die erkrankte Kollegin die Meldung machte, wurde die Filiale geschlossen. Die Kunden blieben im Dunkeln, alles lief weiter wie bisher. Als dann geschlossen wurde, hieß es lediglich „Wegen technischer Störung geschlossen“. Auch an die Kolleginnen die im Dienst waren, ging die Weisung aus, dass sie auf keinen Fall sagen dürfen, dass es einen Corona-Fall in der Belegschaft gibt. „Ich weiß nicht warum“, müsse die Antwort sein, um das zu „lernen“ wurde jeder einzeln ins Büro der Filialleitung zitiert.

Und warum das Ganze? Wegen dem Umsatz. Die Betriebsleitung verfolgte den Plan, sogar am gleichen Tag wieder aufzumachen. Denn der Umsatz würde einstürzten, wenn Leute heute vor verschlossener Türe stehen, erst recht, wenn bekannt würde, dass es sich um einen Corona-Fall handle.

So viel dazu. Wer denkt an die Angestellten? Die restlichen mussten weiter arbeiten, alles für den nächsten Tag erledigen und bekamen als „Danke“ neue Dienstpläne aufgedrückt. Natürlich mit erhöhtem Stundenausmaß, immerhin blieben nur sechs von 15 übrig! Jetzt werden die Kollegen aus den anderen Filialen hinzugezogen, die dann dort natürlich abgehen.

Manch einer mag sich schon gefragt haben, warum noch nichts über Corona-Fälle im Handel zu hören war, dabei liegt es klar auf der Hand. Im Altenheim, Kindergarten oder sonstigen sozialen Einrichtungen entsteht kein unmittelbarer Schaden fürs Kapital, es lässt sich also gut darüber berichten. Auch gut berichten lässt sich über jene „schlechten Elemente“ die sich nicht an die Sicherheitsvorkehrungen halten. Und was wird groß über die bürgerlichen Medien vermittelt: Alle Maßnahmen, die Schulschließungen, das Schließen von Parks und Grünanlagen, das Verbot von Demonstrationen, all das ist zum Schutz der Bevölkerung. Im Fall Lidl zeigt sich aber: weder die Kunden noch die Belegschaft werden geschützt. Im Gegenteil, kann es nicht der Ernst der sonst so „vorsichtigen“ Gesundheitsbehörden sein, dass die restlichen sechs erstens kein Risiko der Ansteckung darstellen, zweitens für sich selbst aus gesundheitlichen Gründen keinen Schutz brauchen! (Während beispielsweise der Kulturbetrieb (alleine Proben) erst im Juni und mit genügend Abstand möglich sein wird)

Geschützt aber, wie es auch im Fall des Wintertourismus in Tirol ganz offensichtlich wurde, werden nicht Arbeiter und Angestellten, und auch nicht die breite Bevölkerung – geschützt werden die Interessen des Kapitals! Daher hört oder lest man auch nichts über infizierte Angestellte im Handle. Für Berichte über Corona-Fälle im Handel gibt es offensichtlich eine Mediensperre! Sucht man nach Corona-Fälle im Handel im Internet, sind die ersten Ergebnisse: „Lockerungen im Handel“, „Keine Engpässe im Handel“, „Handel ist vorbereitet“, … keine Spur von infizierten Angestellten!

Das Beispiel Lidl zeigt einmal mehr auf, dass es kein „Team Österreich“ und kein „wir sitzen alle in einem Boot“ gibt. Geschützt werden die Interessen und die „Gesundheit“ des Kapitals, wollen wir unsere Gesundheit schützen, müssen wir uns wehren und dafür kämpfen! Das macht es so wichtig, dass sich die Kollegen im Betrieb zusammenschließen, sich gemeinsam wehren, wie die Arbeiter bei Greiner. Das macht es auch so wichtig, dass sich die Leute im Viertel zusammenschließen, sich über die Schweinereien und Verbrechen der Herrschenden austauschen und sich gegenseitig unterstützen!

Keine Abwälzung der Kosten der „Corona-Krise“ auf die Arbeiterklasse und Volksmassen!

Wehrt euch und kämpft – Für Arbeit, Gesundheit und Lohn!

Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!

Sena

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