Sofortige Freistellung von Risikogruppen in ALLEN Bereichen und Branchen!

Schon seit Beginn der „Corona-Krise“ hieß es immer, dass jene Beschäftigten die einer Risikogruppe anghören „selbstverständlich“ freigestellt werden und dass jene „besonders“ geschützt werden müssen. Ein Monat später (!) gibt es nun „Lösungen“ und siehe da, es stellt sich heraus, dass alle Zusicherungen nichts anderes als heiße Luft waren!

„Ich bin chronisch krank und blieb gleich zu Beginn von der Arbeit daheim. Wie das funktioniert wusste niemand, daher hat mich mein Hausarzt einfach mal krank geschrieben.“ So wie Fabian ging es vielen. Er ist Mitte 30, chronisch krank und zählt mit seiner Krankheit definitiv zur Risikogruppe, eine Corona Infektion kann für ihn mit viel höherer Wahrscheinlichkeit tödlich enden. In der Arbeit aber, steht er in einer Werkshalle, mit zahlreichen anderen Arbeitern zusammen, wo ein „sicheres Arbeiten“ schlichtweg unmöglich ist. Das sah auch der Betriebsarzt so, hatte aber zu Beginn (in den ersten drei Wochen) keine Handhabe ihn frei zu stellen. Daher blieb Fabian im Krankenstand. Letzte Woche gab es schließlich endlich Kriterien für eine Freistellung. Fabian bekam die entsprechenden Unterlagen vom Arzt und reichte sie beim Betriebsrat ein. Soweit so gut, es sollte klar sein, dass er nun freigestellt ist. „Drei Tage später bekam ich einen Anruf aus der Arbeit, die meinten, ich könnte nicht freigestellt werden, weil wir ein systemerhaltender Betrieb sind!“ Soweit steht es also mit dem Schutz der Risikogruppen. „Unser Betriebsarzt verstand das auch nicht, auch meine Kollegen finden das eine Schweinerei. Ich hab dann wieder mit meinem Hausarzt gesprochen, der sich natürlich auch aufgeregt hat, denn mich arbeiten zu lassen (unter diesen Bedingungen) sei eine enorme Verantwortungslosigkeit, und mich wieder krank geschrieben hat.“ Solche Lösungen wird es aktuell viel geben, doch so Fabian „das Schlechte daran ist jedenfalls, dass ich ohnehin wegen meiner chronischen Erkrankung schon vermehrt im Stand bin, jetzt kommen schon vier Wochen wegen Corona dazu. Wenn sie dich kündigen wollen, fragen sie aber nicht nach, ob das wegen Corona war, da reicht es viel Krankenstände zu haben.“

Fabian arbeitet im Bereich der Infrastruktur und zählt dort zu Systemerhaltern. Wer auch dazu zählt und einem noch größerem Risiko ausgesetzt ist, sind Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialbereich. „Ich finde das eine grobe und fahrlässige Frechheit. Nicht nur bei mir, besonders auch was beispielsweise Leute in der Pflege betrifft, die sind in noch viel engerem Kontakt mit vielen Menschen. Ist unsere Gesundheit, unser Leben, weniger wert weil wir in derzeit gebrauchten Branchen arbeiten? Das kann doch wirklich nicht ihr Ernst sein!“

Zurecht werden aktuell viele Stimmen laut die meinen „das ist der Supergau“, denn nichts anderes ist diese Verordnung. Es betrifft Arbeiter und Angestellte im Bereich des Handels, Pflege, medizinisches Personal, Kinderbetreuung aber auch was Infrastruktur wie öffentlichen Verkehr, Transport, Verkehr, Wasser, Energieversorgung oder auch die Arbeiter bei der Post betrifft. Sie alle müssen trotz Risiko arbeiten, auch wenn es in vielen Betrieben einfach unmöglich ist, einen dementsprechenden Schutz zu gewährleisten. Im Gegenteil kann in vielen dieser Bereiche definitiv gesagt werden, dass gerade jene ausgeschlossen sind, für welche die Freistellung da sein sollte.

Wenn wir jetzt hören, es werde Lösungen geben und dass alle Fälle auch individuell gelöst werden können, es ja Betriebsvereinbarungen geben kann, so heißt das nichts anderes, als dass die Arbeiter und Angestellten vom „good-will“ des Chefs abhängen. Und den Konzernen, Unternehmer und Chefs, das zeigen nicht nur die zahlreichen aktuellen Beispiele von Kurzarbeit und Kündigungen, sondern vor allem auch der ohnehin mangelhafte oder nicht vorhandene Schutz der Beschäftigten gut, ist primär ihr eigenes Interesse das Nächste.

Ab 5./6. April ist es nun möglich, Risikogruppen bei vollem Lohn bis 30. April (bei Bedarf sogar bis Dezember) frei zu stellen, Lohn und Sozialversicherungsbeiträgen werden durch „den Staat“ übernommen. Ausgenommen sind jene Arbeiter und Angestellte der kritischen Infrastruktur. Die Branche ändert aber nichts am Risiko für Leib und Leben!

Daher: Keine Ausnahme für Risikogruppen!

Für alle Angehörigen der Risikogruppen muss die Freistellung rückwirkend bis zum 16. März geltend gemacht werden!

Vom Unternehmen sind Kosten wie im Falle eines Krankenstandes zu tragen!

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