Seuchenbekämpfung im revolutionären China

Im folgenden dokumentieren wir einen sehr interessanten Artikel von der englischen Nachrichtenseite „newepoch.media“. Er behandelt die Methoden der Seuchenbekämpfung im Sozialismus, anhand eines Beispiels aus dem revolutionären China.

Der Kampf gegen die Schistosomiasis

Es gibt zur Zeit viele Theorien über den Ursprung des Coronavirus. Nicht wenige davon, machen die „kommunistische Diktatur“ dafür verantwortlich. Der Ursprung des Coronavirus ist zur Zeit noch nicht vollkommen klar. Wir wollen uns aber trotzdem mit dem Thema der Sozialistischen Seuchenbekämpfung beschäftigen und zeigen, dass es nicht der Sozialismus ist, der Seuchen gedeihen lässt. Ein gutes Beispiel ist die Schistosomiasis. Die Chinesen hätten sich zu früh gefreut, als der Führer der Chinesischen Revolution, Mao Zedong, sein Gedicht „Leb wohl Seuchengott“ verfasste, schreibt eine in New York verfasste Studie mit dem Namen „die Rückkehr des Seuchengottes“. Denn die einst fast ausgerottete Krankheit nimmt heute wieder zu.

Was ist Schistosomiasis? Schistosomiasis ist eine fürchterliche Infektionskrankheit. Mit 238 Millionen Infizierten (2010, davon 85% in Afrika!) und 200 000 Tote pro Jahr ist die Krankheit keine Nebensache, sondern die wahrscheinlich am weitesten verbreitete parasitische Infektionskrankheit (Vergleich: Malaria hatte 2013 207 Millionen Fälle). Da die Krankheit sich nicht explosionsartig ausbreitet, und wegen den Lebens- und Klimaverhältnissen vor allem in Unterdrückten Ländern vorkommt, ist sie chronisch unterfinanziert und gehört zu den „Vernachlässigten Krankheiten“.

Der Erreger der Schistosomiasis ist ein Wurm. Jeweils ein Männchen und ein Weibchen hängen aneinander, weshalb man ihn auch „Pärchenegel“ nennt. Der Erreger befällt Leber und Darm (und oft auch andere Organe) und ruft schweren Entzündungen hervor. Die Krankheit kann zum Aussetzen des weiblichen Zyklus, zur Unfruchtbarkeit bei Männern und zu schweren Behinderungen führen. Sie ist eine der tödlichsten Tropenkrankheiten.

Nachdem der Wurm eine Unmenge Eier in die Blutbahn abgibt, treten diese in den Darm über. Mit den Exkrementen gelangen sie ins Wasser. Die Schistosomiasis ist auf eine spezielle Art Wasser-Schnecke namens Oncomelania angewiesen, in denen die Eier zu Larven heranwachsen, die dann wieder Menschen infizieren. So beginnt der Kreislauf von Neuem.

Pärchenegel

Der Erreger

1989 waren in China 1,52 Millionen Menschen betroffen. Diese Zahl nimmt zu, doch ist sie vergleichsweise gering, waren es vor 1949 doch 12 Millionen. Ganze Gebiete wurden durch die Seuche entvölkert. Die Bauern erkrankten wegen der primitiven Lebensbedingungen, die Erkrankten mussten ihre Leiden ertragen, da eine Behandlung so teuer war, dass sie nur die reichen Feudalherren bezahlen konnte. China war eine Halb-Kolonie und teilweise Kolonie unter Herrschaft des Imperialismus, das war die Grundlage der Armut auf dem Land.

Der massive Rückgang der Kranken ist auf die historisch einzigartige Bekämpfung der Seuche im revolutionären China zurückzuführen, die schon mit der Befreiung 1949 begann. Diese Bekämpfung beschränkte sich nicht nur auf die Therapie. An erster Stelle stand die Prävention, das heißt die Verhütung der Krankheit. Ziel war es das Volk von dieser schrecklichen Seuche zu befreien.

 

2001

Ausbreitung in China heute

Bildschirmfoto vom 2020-04-02 19-49-09

Die Bevölkerung von „Ren Tun“, Kreis Ching Pu, kurz nach der Befreiung. Fast alle Bewohner litten an Schistosomiasis. Und darunter: Dieses Foto wurde an der gleichen Stelle in Ren Tun aufgenommen – nachdem die Schistosomiasis praktisch völlig ausgerottet worden war.

Der britische Arzt Joshua S. Horn schreibt 1966 in seinem Bericht „Arzt in China“ vom Kampf gegen die Seuche. Joshua Horn studierte Medizin in England, und wanderte 1945 nach China aus, um seine medizinischen Kenntnisse in den Dienst des Volkes, in den Dienst der chinesischen Revolution zu stellen. Wenn man den Infektionskreislauf unterbrechen will, so schreibt er, gibt es verschiedene Wege. „Am mühsamsten, wenn auch am vielversprechendsten, ist es die Schnecken als Zwischenwirt auszurotten. Bei Erfolg würde Schistosomiasis nie wieder auftreten.“

Schnell stellte sich heraus, dass man diese Aufgabe nicht auf einige Experten aus Shanghai gestützt meistern wird. Diese Aufgabe war „so gewaltig in ihrem Ausmaß, dass sie unmöglich ohne die Führung durch die Partei gelingen konnte, ohne die totale und aktivste Unterstützung durch Millionen von Menschen und ohne eine korrekte Gesamtstrategie.“

Bildschirmfoto vom 2020-04-02 19-48-50

Joshua Horn

Diese Strategie wurde unter medizinischen Gesichtspunkten erarbeitet, ausgehend von den Lehren Mao Tse-Tungs, dem Führer der Chinesischen Revolution. Eine der wichtigsten Lehren, die angewendet wurden, war die Massenlinie. Denn den breiten Massen des Volkes wohnt eine unendliche Schöpferkraft inne.

„Wir müssen in die Massen gehen, von den Massen lernen, ihre Erfahrungen zu besseren, systematisierten Erkenntnissen und Methoden verallgemeinern, diese sodann wieder den Massen übermitteln (sie propagieren), die Massen aufrufen, diesen Erkenntnissen und Methoden gemäß zu handeln, und die Probleme der Massen lösen, damit die Massen Befreiung und Glück erlangen.“

Ohne die Weisheit und die Kraft der Millionenmasse der Landbevölkerung hätte die Aufgabe niemals geschafft werden können. Mit einer Reihe von Vorträgen, Filmeabenden, Plakaten und Radiosendungen wurde den Bauern und Landarbeitern die Gefahr der Schnecken klar auseinandergesetzt, und sie zeigten eine gewaltige Initiative. Zweimal im Jahr machten sich die lokale Bevölkerung, unterstützt durch Freiwillige aus den Städten daran, alle infizierten Wasserläufe (tausende Kilometer!) vorübergehend zu entwässern und die verseuchten Schichten abzutragen. Ohne die Erfahrungen der Bauern, die diese Kanäle kannten wie ihre Westentasche wäre das niemals möglich gewesen. Dazwischen suchten Anti-Schnecken Patrouillen die Ufer ab. Joshua Horn berichtet von einem Medizinstudenten, der einen sehr einfachen Stuhltest entwickelte, mit dem 1965 in der Gegend von Shanghai Proben von 1,3 Millionen Bauern untersucht wurden! „Die Erfassung von Kranken in diesem enormen Ausmaß ist nur möglich, wenn man einfache, improvisierte Methoden anwendet und die Bevölkerung mobilisiert, diese selbst auszuführen und nicht auf die Hilfe von Experten von außerhalb zu warten.“

Joshua Horn schreibt, dass alleine in seinem Gebiet damals die Länge des Schneckeninfizierten Flussufers bis 1966 von 4300 km auf 65 km reduziert wurde, und 245 000 Patienten behandelt wurden. Der Bericht von einer Frau wird wiedergegeben, die erzählt: „Ich heiratete mit vierundzwanzig, und als mein Bauch dick wurde, dachte ich, dass ich schwanger sei. Doch das war der Seuchengott, der in meinen Bauch gefahren war. Nach der Befreiung bekam ich einige Spritzen nach denen ich mich sehr elend fühlte. Doch meine Krankheit wurde langsam besser. Mit vierundvierzig begann mein Bauch wieder dick zu werden. Diesmal war ich wirklich schwanger. Ich bekam eine hübsche kleine Tochter, und an ihrem ersten Geburtstag machten wir ein Foto von ihr und schickten es dem Vorsitzenden Mao. Er schrieb mir einen netten Brief zurück.“

Bildschirmfoto vom 2020-04-02 19-49-24

Schneckenpatroullien

Die Erfolge der Bekämpfung der Schistosomiasis, waren nicht einfach Ergebnis eines „schlauen Plans“. Es waren Siege eines neuen Systems über ein altes, mit einem Gesundheitssystem im Dienste des Volkes. Behandelt wurden die, bei denen es medizinisch notwendig war, nicht mehr nur die die reich genung waren.
Der Imperialismus basiert auf der Ausbeutung der absoluten Mehrheit der Weltbevölkerung durch eine kleine Minderheit. Diese haben nur dann ein gewisses Interesse an der Seuchenbekämpfung, wenn große Mengen an Arbeitskräften von der Vernichtung bedroht sind. Immer mehr Arbeitskräfte sind für die Imperialisten aber nur „Billigware“, oder ganz „überschüssig“, besonders in den unterdrückten Ländern, deshalb werden Krankheiten wie die Schistosomiasis „vernachlässigt“. Der ungeheure Aufwand der Seuchenbekämpfung in China ist nicht möglich im Rahmen des Imperialismus, wo das erste Interesse immer ist, mehr aus den Arbeitskräften heraus zu pressen als die Konkurrenz.

Der Reichtum einiger Weniger erhob sich auf Grundlage der Armut der Mehrheit, auf Grundlage von Verhältnissen, die Krankheiten erzeugen. Mit der Prävention einher ging also, den Lebensstandard der Bevölkerung zu heben, und jene, die durch die Arbeit andere lebten zu enteignen. Dafür ist es essentiell, dass die Frage nicht nur Medizinisch angegangen wird, sondern zu einer politischen Massenkampagne gemacht werden. Die Massen müssen sich ihre Siege selber erkämpfen.

Dass die Fälle wieder ansteigen ist Produkt des heutigen Chinas, in dem wieder das Kapital regiert. Auf dem Land sind vielerorts wieder schreckliche Armut und rückständige Verhältnisse eingekehrt (was China und die USA gemeinsam haben). Doch die Erfolge des sozialistischen Aufbaus konnten dem Volk, welches diese erkämpft hat, nicht komplett genommen werden.

calligraphy

Gedicht von Mao Zedong: „Leb wohl Seuchengott“

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s