Kärnten: Betriebsrat engagiert sich für schwangere Beschäftige – und nun droht ihm Entlassung!

Im folgenden Leserbrief wird von einem engagierten Betriebsrat berichtet, der sich für den Schutz und die Gesundheit der Beschäftigten in einem Krankenhaus einsetzt. Wir halten dieses Beispiel für vorbildlich, gerade in einer Zeit wo einige Gewerkschaftsfunktionäre und auch Betriebsräte die MitarbeiterInnen verraten und im Stich lassen, so wie wir es in den KV-Verhandlungen der Sozialwirtschaft miterleben mussten. Dieser Betriebsrat aus Kärnten zeigt, dass es auch anders geht!

Ende März hat der Betriebsratsobmann des Krankenhaus Spittal/Drau in Kärnten einen Brief an alle KollegInnen des Krankenhauses geschickt, indem er die extrem gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen kritisiert. Das Krankenhaus besteht derzeit aus einem Teil für Corona-Patienten und aus einem Teil für den „Normalbetrieb“. Der Betriebsrat beschreibt in seinem Brief die Arbeitsbedingungen seien „gefährlich“ für alle Mitarbeiter, besonders aber für die schwangeren Beschäftigten, da es keine strikte Trennung zwischen dem Corona- und dem Normalbetrieb gebe. Außerdem würden Testungen von Menschen mit entsprechenden Symptomen verzögert und oft gar verhindert und Schutzausrüstung steht nur mangelhaft zur Verfügung. Der Betriebsratsobmann fordert daher in seinem Brief, dass jene Beschäftigten die besonders gefährdet sind und auch Schwangere in frühzeitige Karenz bzw. bezahlten Sonderurlaub gehen können. Da der notwendige Gesundheitsschutz für die 12 Schwangeren in diesem Krankenhaus nicht gewährleistet wird und auch die Auswirkungen des Covid-19 auf Schwangere bisher nicht ausreichend bekannt sind, legte der Betriebsrat einen extra Brief für die schwangeren Kolleginnen bei, den sie ihren GynäkologInnen vorlegen sollten um eine frühzeitige Karenz zu beantragen.

Diese engagierte und völlig gerechte Tat des Betriebsratsobmannes wurde nun von der Geschäftsführung des Krankenhauses mit der Kündigung beantwortet. Es wird nun versucht den Betriebsrat, der ein ausgebildeter Allgemeinmediziner und Notarzt ist, öffentlich zu verleumden indem seine Schilderung der Zustände im Krankenhaus als „Private Sichtweise des Betriebsratsobmann“ bezeichnet werden und sein Brief als „unternehmensschädigendes Verhalten“. Für jeden dem die Gesundheit der Beschäftigen am Herzen liegt, kann das nur eine Frechheit und vollkommen Ungerechtfertigt sein! Noch ist die Kündigung nicht durchgegangen, da es zum Glück nicht so einfach ist einen Betriebsrat zu kündigen. Doch die Krankenhausleitung hat prominente Unterstützung. Nicht nur ist die Geschäftsführerin des Krankenhauses (es handelt sich um ein hauptsächlich privatisiertes Krankenhaus) ist prominentes Mitglied im ÖVP-Wirtschaftsbund und Vertreterin der Wirtschaftskammer Kärnten. Ebenfalls handelt es sich dabei um die Frau von ÖVP Wirtschaftskammer- und Nationalratspräsident Mahrer, der schon in der Vergangenheit für seinen drastischen Sparkurs bei der Bevölkerung negativ aufgefallen ist.

In diesem Fall wird sehr deutlich dass für die herrschende Politik nicht der Gesundheitsschutz der ArbeiterInnen und der Beschäftigten im Zentrum steht, auch wenn sie diese immer wieder als „Helden der Nation“ bezeichnen. Es geht viel mehr um die Sicherung ihrer Kapitalinteressen, für die sie, wie es sich mit diesem Beispiel ein weiteres mal zeigt, die Gefährdung von Schwangeren und Kindern gerne in Kauf nehmen!

Sofortige Rücknahme der Kündigung des Betriebsratsobmannes des Krankenhauses Spittal/Drau!

Für umfassenden Schutz aller Beschäftigten die derzeit arbeiten müssen!

Frühzeitige Karenz für schwangere Frauen die in „kritischen“ Berufen arbeiten!

Jana K.

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