Hanau: Zehn Ermordete bei rassistischem Attentat

Am 19. Februar am Abend verübte der 43-jährige Tobias Rathjen in der Stadt Hanau ein rassistisches Attentat. Er feuerte in zwei Shisha-Bars auf überwiegend muslimische MigrantInnen. Zuhause erschoss er noch seine Mutter und anschließend sich selbst. Unter den Opfern waren überwiegend junge Leute und auch Frauen. Sein zuvor im Internet veröffentlichtes Video und Manifest zeugen weniger, wie nun so oft behauptet, von einem psychisch kranken Menschen, als von einem faschistischen und rassistischen Weltbild, um die „deutsche Rasse“ zu schützen.

Tobias R. war Faschist! In seinem „Manifest“ schreibt er davon, dass ganze Völker ausgelöscht werden müssten und zählt dabei vor allem die mehrheitlich muslimischen Länder Afrikas, im Nahen Osten und Zentralasiens auf. Genauso gehöre auch in Deutschland „aufgeräumt“ und der Attentäter stellt sich dabei eine Bevölkerungsdezimierung von ca. der Hälfte vor. Er argumentiert damit, dass es wissenschaftlich bewiesen sei, dass die „deutsche Rasse“ überlegen ist.

Selbst die bürgerlichen Medien können nicht verheimlichen, dass das Attentat nichts „unvorhersehbares“ war, sondern nur eines in einer Reihe rassistischer Attentate und Angriffe. Der gerechtfertigte Zorn innerhalb der Bevölkerung gegen solche Faschistenschweine zeigte sich auch bei zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen die in den Folgetagen abgehalten wurden, auch in Wien und Innsbruck gab es Kundgebungen.

Mit einem großen Aufschrei von allen möglichen Politikern und zahlreiche Meldungen über „Radikalisierung im Netz“ wollen sich nun die Herrschenden vom (antimuslimischen) Rassismus reinwaschen. Nicht das „Internet“ ist die Wurzel von Rassismus, sondern es ist die herrschende Politik, die durch rassistische Gesetze und Medien versucht, die Bevölkerung zu spalten. Rassismus, und hier speziell antimuslimischer Rassismus, wird nicht nur in Österreich oder Deutschland durch die Herrschenden geschürt. Es ist der Kurs der westlichen Imperialisten (allen voran die USA), um ihre Kriege im arabischen Raum zu rechtfertigen, mit dem Ziel dort billiges Öl und billige Arbeitskräfte auszubeuten.

Der Rassist der letztes Jahr ein Attentat auf Muslime in Neuseeland verübte, spendete beispielsweise 1500€ an den Chef der „Identitären Bewegung Österreich“. Diese dürfen sich nach wie vor politisch betätigen, was kein Wunder ist, unterstützen sie doch den rassistischen Kurs der mit Kopftuchverbot, Islamgesetz und rassistischen Sondergesetzen auch von den Herrschenden in Österreich immer weiter vorangetrieben wird.

Wehrt euch und kämpft gegen Rassismus und Faschismus! Die Herrschenden die sich nun entsetzt zeigen über dieses Attentat präsentieren „strengere Waffengesetze“ oder auch „Kontrolle im Internet“ als vermeintliche Lösungen. Die Wurzel des (antimuslimischen) Rassismus liegt aber im herrschenden System und der zunehmenden Ausbeutung und Unterdrückung der Bevölkerung und speziell der ArbeiterInnen. Rassismus dient dazu, die Bevölkerung zu spalten und ihren Zusammenschluss gegen Angriffe und Verschlechterungen durch das Kapital zu verhindern.

Wir dürfen dabei keine Illusionen in einzelne Fraktionen der Herrschenden haben, die sich als „antifaschistisch“ oder auch „antirassistisch“ präsentieren. Gerade mit der aktuellen Türkis/Grünen Regierung sehen wir, dass der rassistische Kurs sogar noch verschärft wird. Deshalb ist es notwendig den Kampf gegen antimuslimischen Rassismus noch entschiedener anzupacken und auf die eigene Kraft zu vertrauen. Nur durch einen festen Zusammenschluss und eine Ausrichtung gegen das Kapital, kann der Kampf gegen Rassismus entwickelt werden.

hannoverdemo

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