Kundgebung: Angestellte im Sozial- und Gesundheitsbereich sind streikbereit!

Mit mehr als 800 Teilnehmern und einer lebendigen Stimmung war die Kundgebung für die Verbesserung der Bedingungen im Sozial- und Gesundheitsbereich ein wichtiger Auftakt des Protests gegen einen erneuten schlechten Abschluss der KV-Verhandlungen. Auch KorrespondentInnen der „Antifaschistischen Aktion – Infoblatt“ waren Vorort und haben wichtige Anliegen und Forderungen der Protestierenden hier zusammengefasst.

Unter den Angestellten im Sozial- und Gesundheitsbereich brodelt es und das zurecht! Die Seite der Arbeitgeber erwidern die Forderungen der Beschäftigten mit „undurchführbar“ und „dafür gibt es kein Budget“, während das Pflegepersonal und die Angestellten im Sozialbereich immer schlimmere Bedingungen in der Arbeit haben. Auf der Kundgebung wurde wiederholt laut die Forderung „Arbeitszeit runter, Löhne rauf!“ von den Kundgebungsteilnehmern gerufen. Die Forderung nach einer 35 Stunden Woche, die durch die Gewerkschaften in den Verhandlungen gefordert wird, war bei der Kundgebung sehr zentral. Aber schnell wurde klar, dass das bei Weitem nicht alles ist, sondern viele Schweinereien die Arbeit schwierig und teilweise unmöglich machen: Viel zu wenig Personal, keine Jungen die nachkommen, schlechte Bezahlung, geteilte Dienste, „flexible“ Arbeitszeiten usw… und vor allem auch dass das alles kein „Zufall“ ist, sondern dieser Bereich durch die herrschende Politik kaputtgespart wird, auf Kosten der Angestellten und Patienten! Das hat sich auch mit der neuen türkis/grünen Regierung nicht verbessert. Eine Pflegerin zeigt den Grund auf, warum auch die Regierung nichts ohne Druck von unten machen wird: „80% von uns arbeiten Teilzeit. Teilzeitkräfte sind flexibler und billiger als Vollzeitkräfte“. Das zeigt wie wichtig es ist für die 35 Stunden Woche zu kämpfen, und zwar bei VOLLEM Lohn- und Personalausgleich!

Es wurde von vielen klar benannt: „Heuer müssen wir dranbleiben und streiken, das ist wichtig! Sonst werden wir wieder über den Tisch gezogen“, meinte eine Altenpflegerin und ihre Kollegin stimmte ihr entschlossen zu. Dass die Führung der Gewerkschaften Streik als „letztes Mittel“ und überhaupt nur „im Notfall“ erwägen, ist der Grund für das gerechtfertigte Misstrauen der Angestellten. Das hat sich letztes Jahr ganz klar als Fehler herausgestellt und als Grund, warum die Lage heuer schon wieder so ist. Deswegen ist es wichtig dranzubleiben und auf die eigene Kraft zu vertrauen.

Es waren auch Angestellte aus der Verwaltung von Betrieben im Sozial- und Pflegebereich da, die ihre Solidarität zeigen wollen: „Wir erklären uns solidarisch mit den KollegInnen. Es geht vor allem um eine gute Erhöhung der Löhne, da müssen wir zusammenhalten. Letztes Jahr war es ein Fehler, dass nicht weitergemacht worden ist!“ Diese Solidarität in den Betrieben ist ein wichtiger Aufruf an alle ArbeiterInnen und Angestellten diese Proteste zu unterstützen!

Die Kundgebung hat gezeigt, dass ein großer Teil bereit ist zu Streiken. Nicht nur in Wien, sondern auch in den anderen Bundesländern fanden Kundgebungen statt, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen und Druck auf die KV-Verhandlungen zu machen. Mehr als 120.000 arbeiten in diesem Bereich und sind vom Ausgang der KV-Verhandlungen betroffen. Das ist eine starke Kraft wenn die Leute zusammenhalten und hartnäckig bleiben. Die Kundgebungen waren ein guter Anfang, um den Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und höheren Lohn entschlossen weiterzuführen!

Anna W.

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