Clara Zetkin: Leben und Lehren einer Revolutionärin

Danke für diesen Beitrag einer Aktivistin der Roten Frauenkomitees (Österreich), die uns folgenden Artikel zugeschickt haben. Ausschnitte davon sind in unserer aktuellen Nummer der „AfA“ zu finden.

Am 5. Juli 1857 wurde Clara Zetkin in einem armen Weberdorf in Sachsen (Deutschland) geboren. Als Tochter eines Dorfschullehrers und einer Mutter die als Mitglied des allgemeinen deutschen Frauenvereins eng mit den Ideen der Französischen Revolution verbunden war, kam Clara Zetkin schon in jungen Jahren in Berührung mit Politik. Das arme Dorf in dem sie aufwuchs prägte ihre Verständnis vom Leid um vom Kampf der Arbeiterklasse im Kapitalismus, der sie ihr ganzes Leben lang verbunden blieb und sie dazu brachte die Wurzel dieses Elends ergründen zu wollen. Mit dem Umzug ihrer Eltern nach Leipzig begann Clara eine Ausbildung zur Lehrerin, ein Beruf den viele Frauen wählten um wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen. Sie lernte dabei eine junge russische Emigrantin kennen, die sie mit den Ideen von Marx und Engels bekannt machte und sie bald zur überzeugten und kämpferischen Marxistin machte. Sie trat daraufhin in die revolutionäre Partei, damals die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, ein und wurde trotz des Verbots der derselben durch die „Sozialistengesetze“ zu einer ihrer konsequentesten Vertreterinnen.

Ihre Entwicklung zur Marxistin brachte Clara Zetkin immer mehr in Widerspruch zu ihren Eltern, besonders zu ihrer Mutter, die von ihrer Tochter eine Karriere als Lehrerin erwartete und nicht ein Leben als Revolutionärin. Fest überzeugt von der Notwendigkeit der sozialistischen Revolution und der Kraft der Unterdrückten brach sie schweren Herzens den Kontakt zu ihren Eltern ab und widmete ihr Leben ganz der Partei der Arbeiterklasse. Clara Zetkin musste während dieser Zeit viele Leiden ertragen und Herausforderungen meistern. Ihr Mann der ebenfalls Marxist war starb in jungen Jahren und Clara war daraufhin mit ihren beiden Kindern auf sich allein gestellt. Trotz diesem harten persönlichen Schicksal und der Verfolgung durch die Herrschenden tat sie alles dafür die ArbeiterInnen für ihre Interessen zu mobilisieren. Sie sprach während dieser harten Zeit der Verfolgung vier bis fünf mal in der Woche bei Versammlungen von ArbeiterInnen, legte ihnen ihre Lage im Kapitalismus in einfacher aber mitreißender Sprache dar und mobilisierte sie dafür sich zu wehren und zu kämpfen.

Besonders die Lage der Frauen im Kapitalismus stand im Zentrum des Interesses von Clara Zetkin. Sie war nicht nur eine hervorragende Leiterin von vielen Kämpfen der Frauen, sie tat auch alles dafür eine feste theoretische Grundlage im Kampf der Frauen zu schaffen. Als Marxistin war sie fest davon überzeugt, dass die Frauen, besonders die Arbeiterinnen, eine wichtige Triebkraft für die Revolution sein müssen und jede Vernachlässigung dieser Frage nur der Herrschaft des Kapitals diene. Besonders tiefen Eindruck hinterließ dabei die Gründung der Zweiten Internationale 1889, die Friedrich Engels leitete und an dessen Gründungskongress nicht nur wichtige Beschlüsse wie zum 1. Mai gefasst wurden, sondern auch das erste Mal eine politische Partei überhaupt die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in ihr Programm aufnahm und die Notwendigkeit eigener Formen zur Mobilisierung und Politisierung der Frauen beschloss. Tatkräftig half sie mit unter der Führung der revolutionären Partei eine starke proletarische Frauenbewegung aufzubauen und war ab 1907 deren weltweite Leiterin als Sekretärin des Frauensekretariats der Internationale. Sie leitete die Gründung der ersten revolutionären Frauenzeitschriften und beeinflusste damit das Denken und Handeln von Millionen Frauen. 1910 brachte sie in der Internationale einen Antrag für einen jährlich abgehaltenen Frauentag ein, der als 8. März bis heute von Millionen Frauen kämpferisch begangen wird. Besonders setzte sie sich dafür ein bürgerliche Strömungen in der Frauenbewegung, die versuchten die Frauen von der Revolution fernzuhalten und ihnen ihre „Befreiung“ im Kapitalismus versprachen, zu entlarven und das Verständnis der Arbeiterinnen über den Marxismus zu heben. Wie recht sie dabei hatte und welche Bedeutung dieses tatkräftige Engagement hatte zeigte sich als die Herrschenden der bürgerlichen Länder für den 1. Weltkrieg mobilisieren und dabei Millionen ArbeiterInnen und Massen in ein blutiges Gemetzel führten. Die proletarische Frauenbewegung folgte dabei Lenin und der russischen Oktoberrevolution die den 1. Weltkrieg ablehnten und für den Sozialismus kämpften. Die siegreiche Russische Revolution bewegte Clara Zetkin tief und machte sie zu einer noch überzeugteren Kämpferin für die Sache des Kommunismus.

Clara Zetkin nahm nach dem Verrat der Sozialdemokratischen Parteiführer im 1. Weltkrieg mit ganzer Begeisterung an der Gründung der Kommunistischen Partei in Deutschland teil, um den Unterdrückten und Ausgebeuteten wieder ein revolutionäres Zentrum zu schaffen. Auch da nahm sie wieder ihren Platz ein die Massen der Frauen für die Kommunistische Partei zu gewinnen. Ihre Schriften und ihre politische Arbeit unter den Frauenmassen gewann nicht nur in Deutschland große Anerkennung, auch International wurde sie zu einer anerkannten Leiterin der kommunistischen Frauenbewegung. So wurde Clara Zektin zur Vorsitzenden der Kommunistischen Frauen-Internationale die von Lenin gegründet wurde und verbrachte durch diese Tätigkeit viele Jahre in der sozialistischen Sowjetunion, deren befreiende Kraft für die Frauen sie in Reden und Schriften verbreitete: „Die erste Diktatur des Proletariats ist wahre Bahnbrecherin für die volle soziale Gleichberechtigung der Frau.“

Schwer krank und halb erblindet musste Clara Zetkin noch miterleben wie der Faschismus in vielen Ländern drohte die ArbeiterInnenbewegung zu vernichten. Doch so wie sie war, mit ihrem tiefen Vertrauen in die Kraft der Arbeiter und Massen, tat sie alles in ihrer Macht stehende den Faschismus zu bekämpfen und leistete dabei auch wertvolle theoretische Arbeit. Sie musste noch miterleben wie der Nazi-Faschismus die Macht in ihrem Heimatland übernahm, bevor sie am 20. Juni 1933 in Moskau starb. 600.000 waren es die zu ihrem Begräbnis kamen und am Grab von Clara Zetkin ihren Schwur gaben die Sache für die sie ihr Leben gegeben hat, fortzuführen. Leider konnte Clara Zetkin nicht mehr miterleben, dass jene internationale Klasse und ihre revolutionären Parteien der sie sich verpflichtet hatte auch die Bestie des Nazi-Faschismus besiegen konnte und dabei die Frauenmassen einen wichtigen Beitrag leisteten!

Bis heute ist Clara Zetkin eine der wichtigsten Vertreterinnen der proletarischen Frauenbewegung, die sich fest auf den Marxismus-Leninismus, der in ihrer Zeit fortgeschrittensten proletarischen Weltanschauung, stützte. Ihr Leben als auch ihre theoretischen Werke sind wichtige Beispiele und Errungenschaften von denen es bis heute Leute zu lernen gilt!

Tamara

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