Korrespondenz: Solidarität mit den Protesten in Chile

Wir haben eine Korrespondenz von einer Demonstration in Solidarität mit den Protesten in Chile erhalten, die letztes Wochenende in Wien stattfand. Gerne veröffentlichen wir sie:

Vergangenen Samstag, den 21. Dezember, fand vor der chilenischen Botschaft wieder eine Kundegbung statt. Trotz schlechtem Wetter versammelten sich Menschen um für die Proteste in Chile zu demonstrieren. Am Anfang wurden Reden gehalten und Transparente aufgehängt, sowie auf Kartons gemalte Augen auf den Boden gelegt. Diese Augen symbolisieren die viele Augen, die DemonstrantInnen in Chile im Zuge der Proteste verloren haben. In keinem anderen Land mit vergleichbaren Proteste, haben die Menschen durch die Repression des Staates so viele Augen verloren wie in den derzeitigen Protesten in Chile. Viele DemonstrantInnen meinen, dass die Polizei gezielt auf ihre Augen mit Wasserwerfern, Gummigeschossen und Tränengaskanister schießt. Obwohl der Verlust von Augen mittlerweile zu einem großen Symbol der Repression in Chile geworden ist, sind andere Arten von Verletzungen, Vergewaltigungen und Mord auch auf der Tagesordnung der Carabineros (die chilenische Polizei).

Nach der Kundgebung marschierte der Demozug auf der Rotenturmstraße Richtung Stephansplatz. Durch die Straßen ertönten Parolen wie „El Pueblo unido jamás será vencido“ (das vereinte Volk wird nie besiegt werden), „Hoch die internationale Solidarität“, zahlreiche antifaschistische und antikapitalistische Parolen, sowie auch Parolen auf Spanisch, die gegen die Regierung des jetzigen Presidenten Pinera gerichtet waren.

Am Stephansplatz wurden Transparente gehalten und Reden vorgetragen. Interessierte PassantInnen wurden angesprochen und Flugblätter wurden an sie verteilt. Die Demo zog trotz Kälte und Regen einige Leute an, darunter viele ChilenInnen, die frisch angekommen oder im Ausland leben, nahmen daran Teil, um die Proteste in ihrem Heimatland zu unterstützen.

Die internationale Solidarität kennt keine Grenzen. Die Proteste in Chile erreichten zum Zeitpunkt der Demo schon den 65. Tag und es ist noch kein Ende in Sicht. Die chilenische Bevölkerung kämpft tapfer gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Der chilenische Staat versucht die Volksbewegung zu brechen, indem er Unruhe und Terror unter der Bevölkerung stiftet, sei es durch die Carabineros oder durch alliierte kriminelle Banden. Zeigen wir in Österreich, dass der Kampf der ChilenInnen gerechtfertigt ist und richten wir uns gegen ihre Ausbeuter und Unterdrücker, unter denen die EU ein prominentes Beispiel ist. Solidarität mit Chile heißt in Österreich vor allem gegen die EU zu kämpfen, die auch große imperialistische Interessen in Chile hat und sich an der Ausbeutung des Landes eine goldene Nase verdient. In Österreich gilt es vor allem gegen diese imperialistische Allianz vorzugehen, die weltweit (auch hier in Europa!) andere Länder und ihre Völker ausbeutet und unterdrückt. Chile ist eines der aktuellsten Beispiele eines Volkes, dass sich zur Wehr setzt und kämpft. Deren Kampf ist gerechtfertigt und unsere Solidarität mehr als angebracht!

Hoch die internationale Solidarität!

Ernesto Santiago

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