25. November: Kämpferische Frauen auf den Straßen Wiens, Linz und Innsbrucks!

BERICHT: 25. November 2019, Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Zum diesjährigen 25. November organisierten sich kämpferische und revolutionäre Frauen unter der Losung „Kein Schritt zurück im Kampf gegen Gewalt an Frauen!“. In mehreren Städten in Österreich wurde mit Plakaten, Flyer, Stammtischen und Veranstaltungen zu Aktionen, Demonstrationen und auch zur inhaltlichen Auseinandersetzung und Diskussion aufgerufen.

Durch die Roten Frauenkomitees(1) konnten gemeinsam mit kämpferischen und klassenbewussten Frauen gute Initiativen entwickeln werden, welche besonders durch ihre Lebendigkeit auffielen. Auch zeigte sich in vielen Gesprächen, die unsere KorrespondentInnen der Afa mit Aktivistinnen führten, dass wichtige Diskussionen um Fragen der Forderungen und eines politischen Programms klassenbewusster Frauen gestartet wurden. Einige erste wichtige Resultate, so die Aktivistinnen, waren jene Forderungen, die im Vorfeld und auf den Demonstrationen verbreitet wurden.(hier der Link zum Flugblatt)

An der Demonstration in Wien beteiligten sich etwa 150 Frauen. Es war eine sehr kämpferische und lebendige Stimmung die merkbar vor allem durch die Initiative des Roten Frauenkomitees hineingetragen wurde. Viele Migrantinnen beteiligten sich und mehrere Frauen schlossen sich auch noch spontan der Demonstration an. Die Parolen der Aktivistinnen, bzw. der „Roten Frauen“, „12-Stunden Tag? Was soll der Scheiß, Kinderbetreuung zur Arbeitszeit!“, als auch „Jugendamt und Polizei, voll im Dienst der Ausbeuterei!“, wurden kraftvoll von der gesamten Demonstration übernommen. Auch die wegweisende Parole „Proletarischer Feminismus für den Kommunismus!“ wurde oft gerufen und viele Frauen schlossen sich dieser Parole an, was weiten Teilen der Demonstration einen sehr ernsthaften, entschlossenen und kämpferischen Stempel aufdrückte. Besonders stach die Demonstrationsrede des Roten Frauenkomitees Wien heraus, in der klar hervorgehoben wurde, dass der Kampf gegen Gewalt an Frauen für die Revolution, aber gegen das Patriarchat und das Kapital gerichtet ist. In diesem Sinne, so die Aktivistinnen, muss der Kampf um die ökonomischen und politischen Rechte der Frauen entwickelt werden. Es gab mehrmaligen Applaus für die Rede.

Auch stach hervor, dass Bilder der Kommunistinnen Eleanor Marx-Aveling und Hedy Urach mitgetragen wurden. Vor allem Eleanor Marx-Aveling, die Tochter von Karl Marx, des Begründers des Kommunismus, erweckte viel Interesse und Zuspruch. „Der 25. November war ein wichtiger Erfolg für die Roten Frauenkomitees. Vor allem, dass die klare Perspektive des Kampfes gegen das Kapital und das Patriarchat in der gesamten Demonstration präsent war, war ein wichtiger Erfolg!“, so eine Rote Frau.

In Innsbruck beteiligten sich etwa 400 Leute an der Demonstration, großteils Frauen, unterschiedlichen Alters und Herkunft. Sehr positiv fiel das Transparent mit der Losung “Frauen lebt nicht isoliert – wehrt euch und kämpft, damit was passiert“ auf. Rund um dieses herum wurde immer wieder die Initiative ergriffen und lautstark Parolen angestimmt. Eine „Rote Frau“ aus Innsbruck meinte gegenüber der Afa: Das war ein wichtiger Beitrag um der Demonstration auch einen kämpferischen Ausdruck zu verleihen. Der vielen Musik und den teilweise sehr pazifistischen Parolen wie “Ob flauschig oder militant, wichtig ist der Widerstand“, hielten wir Parolen wie “Hoch die Partisaninnen“ entgegen.“ Besonders fiel der enge Schulterschluss mit türkischen und kurdischen Frauen auf. Dieser Ausdruck des Internationalismus wurde unter anderem mit der Parole “Hoch die internationale Solidarität“ kräftig betont. Unsere Losungen und Forderungen wurden von Vielen sehr gut angenommen und mitgetragen. Die Demonstration zeigte ein sehr gutes Potential, das jetzt weiter entwickelt werden muss!“

Auch in Linz, wo es üblicherweise an diesem Tag keine Demonstration gibt, wurde dieses Jahr erstmals, oder zumindest seit sehr langer Zeit mit einer unangemeldeten Aktion eine sehr gute Initiative gesetzt. Mitten im Zentrum der Stadt wurden quer über die Straße mit Transparent und Bengalischem Feuer die Losungen und Forderungen zum Tag gegen Gewalt an Frauen lautstark verbreitet. Eine Aktivistin meinte stolz: „Unser Ziel war es, auch in Linz, wo dieser Tag sonst wieder still und leise vorüber gegangen wäre, zu zeigen, dass wir nicht bereit sind einen Schritt zurück zu weichen im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Daher starteten wir diese Aktion. Das ist kein Tag um friedlich und leise zu sein, im Gegenteil, das ist genau der richtige Tag für kämpferische Aktionen, mitten auf der Straße!“. Neben einem Transparent mit der Aufschrift: „Kein Schritt zurück im Kampf gegen Gewalt an Frauen!“, wurde bei der Aktion stolz die Fahne des Roten Frauenkomitees präsentiert.

Die Rückmeldungen verschiedener Aktivisten zeigten deutlich: überall wo Aktionen durch die Roten Frauenkomitees organisiert wurden, beteiligten sich Leute, die ansonsten nicht so sehr zum üblichen „Demo-Publikum“ gehören. Es konnte also ein frischer Wind in die Frauenbewegung gebracht werden. Das sind sicher wichtige Erfolge, gleichzeitig hob eine Aktivistin des Roten Frauenkomitees hervor: „zeigen die Aktivitäten auch wichtige Mängel auf, denen man sich in der kommenden Arbeit stellen muss. Denn als Rotes Frauenkomitee haben wir uns viel vorgenommen, mit unserem Ziel, uns bundesweit zu konsolidieren. Für dieses Ziel ist es wichtig unsere Arbeit zu intensivieren, noch entschlossener mit der richtigen Politik auch bisher passive Frauen mobilisieren und uns noch mehr als Teil der internationalen revolutionären Bewegung zu verstehen. Wir wissen: der Kampf der Frauen ist nichts isoliertes, wir sind fest dazu entschlossen die Frauen zu einer starken Kraft im Klassenkampf zu machen. Dafür war der 25. November mit seinen wichtigen Erfolgen, sowie mit seinen Mängel ein wichtiger und starker Schritt nach vorne!“

Frauen lebt nicht isoliert, wehrt euch und kämpft damit was passiert!

Nora

(1) Die Roten Frauenkomitees sind ein Zusammenschluss kommunistischer und revolutionärer Frauen, welche innerhalb der Frauenbewegung in Österreich eine Orientierung auf die sozialistische Revolution verfolgen und sich dabei als Teil der internationalen kommunistischen und revolutionären Bewegung verstehen.

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