Korrespondenz: Massenhafte Kündigungen in der Automobilindustrie

Nachstehende Korrespondenz haben wir aus aus einem Betrieb in der Automobilindustrie erhalten. Derzeit finden in dieser Branche massenhafte Kündigungen statt, Tausende Arbeiter sind es, die derzeit in ganz Österreich ihren Job verloren haben, oder noch verlieren werden. Deshalb wollen wir diese Korrespondenz sehr empfehlen, denn sie zeigt die Entschlossenheit vieler Arbeiter sich dagegen zu wehren!

 – Korrespondenz aus dem Betrieb –

Im Jahresergebnis-Treffen 2018/19 waren die Arbeiter trauriger als die Chefetage. Die Nachrichten verhießen nichts Gutes für uns. Die Firma hat viele Verträge von großen Autoherstellern verloren. Das heißt für uns Arbeiter weniger Arbeit oder die Kündigung.

In unserer Fabrik werden Motorteile produziert. Beim Jahresergebnis-Treffen wurde uns mitgeteilt, dass es jetzt eine (Zwangs-)“Revolution“ in der Autobranche gäbe: Das Elektroauto. 600 neue Mitarbeiter wurden aufgenommen, um an diesem Projekt zu arbeiten. Auf die Frage eines Arbeiters, ob hier eine Kündigungswelle folgt, war die Antwort: „Ja“. In diesem Moment konnte man in der gesamten Produktionshalle eine Stecknadel fallen hören. Wenige Monate nach diesem Treffen hat es bei verschiedenen Produktionsorten mehrere hunderte Kündigungen gegeben. Unser Standort, bei dem über 100 Arbeiter beschäftigt sind, wird geschlossen. Was mit uns Arbeitern passiert, wissen wir nicht.

Die Autoindustrie steckt in einer Krise – das habe ich spätestens nach einer Recherche im Internet herausgefunden. Es gibt überall Kündigungen in der letzten Zeit – nicht nur in Österreich, nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt.

Die Firma Opel kündigte am Standort Wien-Aspern 400 Mitarbeiter. 1.100 Jobs wurden in Deutschland bei dem Reifenhersteller Goodyear gestrichen. Der Autozulieferer Schäffler, ebenfalls in Deutschland, entließ 700 Mitarbeiter. VW wird lt. Vorstand bis 2028 aufgrund Umstrukturierungen 7.000 Mitarbeiter bei verschiedenen Standorten kündigen. Ford kündigt 120.000 Mitarbeiter in der EU, 155.000 Jobs sind bei General Motors, Ford und Crysler in den USA weggefallen und ganze 350.000 Stellen in der Autoproduktion werden in Indien gestrichen.

Auch in der Metallindustrie gab es Einsparungen beim Personal. Die voest alpine strich in der Steiermark 125 Stellen; Andritz 500 Mitarbeiter in Deutschland; Siemens kündigt 10. 000 Mitarbeiter weltweit.

Solange der Lohnarbeiter Lohnarbeiter ist, hängt sein Los vom Kapital ab. Das ist die vielgerühmte Gemeinsamkeit des Interesses von Arbeiter und Kapitalist.“ (Karl Marx, Lohnarbeit und Kapital)

Stoppt die Kündigungen!

Arbeiter, schließt euch zusammen: Wehrt euch und kämpft!

Ivan K.

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