Veranstaltung: antifaschistischer Widerstand in der Ukraine

 – Korrespondenz –

Anfang Juli fand in der ÖGB-Zentrale in Wien die Veranstaltung „Donbass: Antifaschistische Gewerkschafstrepubliken“ statt. Sie wurde organisiert von der Arbeitsgemeinschaft „Humanitäre Donbass-Hilfe“, des Personenkomitees für Frieden in der Ukraine und der Antiimperialistischen Koordination (AIK). Die Veranstaltung zeigte die Folgen des Krieges in der Ukraine sowie den kämpfenden Widerstand der Bevölkerung. Zwei Dinge, die in den bürgerlichen Medien nicht gern gezeigt werden.

Die Veranstaltung gab sehr vielfältige Einblicke in die Situation im Donbass, jenem Gebiet in der Ostukraine, der Widerstand gegen das faschistische Regime in der Westukraine leistet. Es gab mehrere Zeugenberichte, Ausstellungen, Präsentationen und einen Bericht einer österreichischen Delegation, die im Mai dieses Jahres die im Donbass liegenden Regionen Donetz und Lugansk besuchten. Die Veranstaltung war gut besucht, was zeigte wie groß das Interesse für den Konflikt und besonders den antifaschistischen Widerstand in der Ukraine ist.

Es wurde darauf eingegangen wie der Konflikt angefangen hat und auf worauf die bürgerlichen Medien ihren Fokus setzten. Die pro-EU und faschistische ‚Maidan-Bewegung‘ wurde von diesen hervorgehoben und bejubelt, während die Anti-‘Maidan-Bewegung‘, die auf antifaschistischer Grundlage steht, und Widerstand als „antidemokratisch“ und „ungerechtfertigt“ dargestellt wurde. Genau gegen die Auffassung eines „antidemokratischen“ Widerstands wurde im Zuge der Vorträge aufgeräumt und gezeigt, dass der Widerstand antifaschistischen und gewerkschaftlichen Charakter trägt!

Auch auf die zahlreichen Angriffe der faschistischen Milizen wurden eingegangen. Bei ihrem Versuch die Bevölkerung einzuschüchtern, haben faschistische Gruppen und Milizen mit Hilfe des ukrainischen Staates Schlägereien, Morde, Brandstiftungen bis zu militärischen Einsätzen durchgeführt. Besonders stechen dabei zwei Ereignisse heraus: das Massaker von Odessa, wo ein Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt und 48 Menschen ermordet wurden und der Luftangriff auf das Stadtzentrum Lugansk, wo zahlreiche Menschen getötet wurden. Nach diesen faschistischen Angriffen gründeten sich die „Volksrepubliken“ Lugansk und Donezk, da die Bevölkerung das faschistische Regime in der Westukraine nicht mehr akzeptierte!

In den Zeugenberichten wurde auf die Situation im Krieg weiter eingegangen. Es war die Rede von willkürliche Beschüsse auf Städte, mehrere Tote, die tagtäglich auf den Straßen gefunden werden, zerstörte Gebäude und Infrastruktur, Blockaden, sowie wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten in den Volksrepubliken.

Die Delegation bekräftigte die Beobachtungen der Augenzeugen, zeigte aber auch auf, wie die Bevölkerung trotz allem eisern den Kampf weiterführt. Die Delegation, die zum Tag des Sieges über den Faschismus und den fünften Jahrestag der Gründung der Volksrepubliken präsent war, zeigte Bilder von vollen Straßen und Menschen, die das sowjetische Erbe ihrer Städte hoch hoben. Eine Frau aus Lugansk, die einen Bericht von vor Ort präsentierte, sagte zum Grund des Aufstandes: „Wir können nicht zulassen, dass man uns „Besetzer“ nennt, wenn unsere Großeltern und Urgroßeltern gegen Faschismus gekämpft haben.“

Die Veranstaltung war sehr Interessant und zeigte wie das Bild über den Ukraine-Konflikt zu Gunsten der Interessen der EU und USA verdreht wird. Doch die Realität schaut anders aus. Die Bevölkerung im Donbass kämpft tapfer für ihre Selbstbestimmung und Freiheit weiter. Sie geben ein Beispiel, wie aufrichtiger antifaschistische Kampf aussieht und dass konsequenter Antifaschismus einen antikapitalistischen und antiimperialistischen Charakter trägt. Es ist wichtig, dass sich kämpferischer Antifaschismus auch in Österreich nicht nur gegen sogenannte „rechte“ Parteien und Gruppen richtet, sondern sich antikapitalistisch und antiimperialistisch ausrichtet!

Hinter dem Faschismus steckt das Kapital. Der Kampf um Befreiung ist international!

Marco S.

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