Korrespondenz: Rassistische Polizeikontrollen in Graz

Im Folgenden dokumentieren wir eine Korrespondenz eines Aktivisten aus Graz, die in der aktuellen Ausgabe der „AfA“ veröffentlicht wurde:

Erfahrungsbericht eines Aktivisten: Rassistische Polizeikontrollen in Graz

-Korrespondenz-

In der Geschichte tritt die Polizei immer wieder als reaktionärer und repressiver Arm des Ausbeuterstaates gegenüber dem Volk auf. Aber nicht nur in der Geschichte, sondern auch heute. Gewalt, Angstmacherei und Willkür sind die Eigenschaften, an die man als erstes denkt, wenn man nur das Wort „Polizei“ hört. In Graz haben nicht nur die Grazer die Schnauze voll von dem willkürlichen und rassistischen Umgang der Polizei, sondern besonders auch die Migranten.

Migranten, die für ein Leben frei von Schikanen und Diskriminierungen von den gierigen Fängen der Imperialisten direkt zu den blutigen Zähnen eines Vampirs geflohen sind. Unnötige Kontrollen von jungen Migranten auf öffentlichen Plätzen, um sie als kriminell darzustellen, grundlose Hausdurchsuchungen, Zerstörungen der Wohnungen sowie die Schaffung von sogenannten
„Schutzzonen“, um Verhaftungen ohne konkreten Grund, Polizeikontrollen und Gewalt als rechtlich legal und völlig berechtigt darzustellen, sind Dinge, die Migranten nicht unbekannt sind. Die Polizei schürt jeden Tag Hass und Wut von Migranten gegenüber diesen faschistischen Kräften des Staates. Das alles hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Im Gegensatz dazu ist die Polizei in Graz ein guter Freund und Helfer für Faschisten. Es ist nicht lange her, als ein antirassistischer Aktivist mit „südländischem Aussehen“ von einem bekannten Faschisten mit Baseballschläger und Messer angegriffen wurde. Der Aktivist wurde dabei verletzt. Als die Polizei kam, ging diese sehr chauvinistisch vor: Der Aktivist wurde als Täter dargestellt, nicht der Faschist. Obwohl es gefilmt wurde, wurde das Video von der Polizei als „defekt“ abgetan und es wurde nicht als Beweismaterial verwendet. Nachdem zwei Wochen lang versucht worden war, eine Anzeige aufzugeben, ist es nach einer rassistischen Behandlung und Schreien seitens der Beamten gelungen, diese Anzeige wegen Körperverletzung aufzugeben. Die Anzeige wurde „aus Nichtigkeitsgründen“ fallen gelassen. Das ist die Polizei von Graz: rassistisch und „unfair“.

Nach diesen schlechten und rassistischen Behandlungen haben wir, antirassistische AktivistInnen, uns getroffen und den Vorfall besprochen. Folgendes möchten wir den LeserInnen der „AfA“ mitteilen:

AntifaschistInnen, GenossInnen! Wir leben in einem rassistischen System der Ausbeutung und Unterdrückung. Die Polizei dient unserem Klassenfeind. Sie dient der Herrschenden, sie dient dem Kapital, welches in einem grundsätzlichen Widerspruch zu den ArbeiterInnen und den allermeisten MigrantInnen steht. Dieses Vorgehen der Polizei war rassistisch und „unfair“.
Aber eines lernen wir daraus: Zu erwarten, dass unsere Feinde und ihre Diener uns „fair“ behandeln, ist nicht nur dumm und naiv, sondern schlicht falsch. Gerechtigkeit und Fairness wird nur eine revolutionäre Organisation für das Volk erlangen können!

Yusuf M.

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