Boeing: nicht das Triebwerk, die kapitalistische Konkurrenz führte in die Katastrophe!

Dass zahlreiche Menschen bei Flugzeugabsturzen in Äthiopien und in Indonesien sterben mussten, geht auf eine Entwicklung im Jahr 2010 zurück, als Boeing auf Sicherheitsmaßnahmen verzichtete um seinem Konkurrenten Airbus einzuholen.

Die Untersuchungen nach dem schrecklichen Flugzeugabsturz in Äthiopien am XY, bei dem 188 Menschen starben, legen immer deutlicher dar, dass es sich weder um Fehlverhalten der Piloten noch um ein „zufälliges“ technisches Gebrechen handelt. Sondern im Gegenteil, der Fehler, der zu diesem Unglück, sowie bereits zu zahlreichen Todesopfern beim Lion Air Crash im Oktober 2018 in Indonesien führte, liegt in der kapitalistischen Produktionsweise, in der Art und Weise wie die Boeing 737 MAX entwickelt wurde!

Seit den 60er Jahren stellt der US-amerikanische Unternehmer Boeing Flugzeuge her. Die 737 ist das beliebteste Modell, 10.510 Maschinen wurden bisher ausgeliefert. Die 737 MAX ist das neueste Modell, welches, so Experten, mit der alten 737 nicht mehr viel gemeinsam hat. Es sei deutlich länger und sei, was Geometrie, Bordelektronik usw. betrifft, komplett erneuert worden. Die 737 MAX sei vergleichbar mit dem A320neo von Airbus.

Boeing und Airbus sind die größten Konkurrenten was die Entwicklung und Herstellung neuer Flugzeuge betrifft und repräsentieren zwei verschiedene Imperialisten: Boeing den US-Imperialismus und Airbus den deutschen Imperialismus.

Im Jahr 2010 entwickelte Airbus ein neues Mittelstreckenflugzeug, den A320neo, ein Modell welches Sprit einspart, bis zu 10% an Personalkosten sparen und mehr Personen transportieren kann. Für die Konkurrenz im Kapitalismus, sind das entscheidende Faktoren. Nicht Qualität und Nutzen für die Menschen zählt, sondern, was zählt sind die Interessen und Bedürfnisse der Kapitalisten, der „Eigentümer“ der Fabriken usw. zu befriedigen.

Das sah man deutlich an der weiteren Entwicklung der 737 MAX. Es sollten die gleichen spritsparenden Triebwerke wie bei der A320neo eingebaut werden, jedoch war dafür der Platz unter den Flügeln zu klein. Es musste also eine Weiter- bzw. Neuentwicklung gestartet werden, um nicht gegenüber dem Konkurrenten Airbus ins Hintertreffen zu geraten. Die Maschine wurde umgebaut und eine neue Form, welche mehr Raum schafft, sie rascher in die Luft bringt, aber deutlich schwieriger zu steuern macht, wurde ihr gegeben. Um diese Maschine steuerbar zu machen wurde das sogenannte MCAS-System geschaffen, eine Software, die dafür sorgen soll, dass das Flugzeug stabil bleibt. Laut Entwicklern dieses Systems könnte der Ausfall dieses Systems katastrophale Folge haben. Entscheidend sind dabei Sensoren, welche die exakte Fluglage messen. Standard sind in der Flugfahrt zwei unabhängige Sensoren, als Sicherheitsmaßnahme. Dieser Sicherheitsstandard wurde bei der 737 MAX eingespart. Einzig US-amerikanische Fluglinien bauten diese nach dem Lion-Air-Crash in Indonesien 2018 rückwirkend ein! Das Risiko war dem Konzern Boeing ganz offensichtlich bekannt (ebenso wie diverse Untersuchungen nahe legen, dass die Flugaufsichtsbehörde zwei Augen zudrückte!), aber einzig die Fluglinien in den USA selbst wurden in Kenntnis gesetzt und die Maschinen umgebaut! Überall anders wurde einfach so weiter gemacht wie bisher – es musste erst ein zweites großes Unglück passieren, weitere Menschen umsonst sterben, damit diese große Schweinerei auffliegt!

Eine Weiterentwicklung oder Neukonstruktion eines Flugzeug-Modells dauert in etwa 5-10 Jahre, das musste Boeing im Fall der 737 MAX beschleunigen und verzichtete dabei auf die Sicherheit. Selbst die Piloten wussten zunächst nicht, dass sie mit der MCAS Software flogen, da eine spezielle Einschulung den Unternehmen zu teuer kam. Die gravierenden Probleme der Boeing 737 MAX waren den Flugsicherheitsbehörden bekannt, auch die schrecklichen Auswirkungen die ihre Mängel und Schwierigkeiten mit sich bringen. Sie wurde trotzdem gebaut, verkauft und bereits hundertfach durch verschiedene Fluglinien vorbestellt.

Natürlich hat auch die Bevölkerung ein Interesse an spritsparenden, weniger Ressourcen verschlingenden Maschinen, die möglichst viele Menschen transportieren können, doch Maschinen werden ganz offensichtlich nicht entwickelt um die Interessen und Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen! Die Art und Weise wie heute produziert wird, wie neue Maschinen entwickelt werden, entspricht den kapitalistischen Produktionsverhältnissen. Was zählt sind die Interessen der Kapitalisten! Die nun bekannt gewordenen Fakten zum jüngsten Flugzeugabsturz der Boeing zeigen einmal mehr klar und deutlich: Kapitalismus mordet!

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