Massenrepression gegen Fußballfans

Massenrepression gegen Fußballfans: Tausend Rapidfans bei minus zwei Grad sieben Stunden im Polizeikessel

Am 16. Dezember kam es im Vorfeld des Wiener Derby zu einem großangelegten Gewaltakt der Polizei. Die Fans des SK Rapid wurden von Beginn an von der Polizei über den dafür vorgesehenen, irrsinnigen Weg zum Austria Station eskortiert. Dieser führt über eine Brücke über die Süd-Ost-Tangente und anschließend über einen viel zu schmalen und rutschigen Weg oberhalb der Tangente entlang.

Genau dort, an der gefährlichsten Stelle kesselte die Polizei die 1338 Rapid Fans und versuchte die Situation zu eskalieren. Die Rechtshilfe Rapid schrieb dazu: „Mit Pfefferspray im Anschlag positionierte sich die Polizei vor und hinter diesem Weg, der auf der einen Seite von einer hohen Wand eines Betriebsgebäudes begrenzt ist und an der anderen Seite meterweit in die Tiefe geht. Es ist der besonnenen Reaktion der Rapidler zu verdanken, dass diese brandgefährliche Situation nicht in einer Tragödie endete.“

Dort wurden die 1338 Fans bei eisigen minus zwei Grad ganze sieben Stunden lang zusammengedrängt, stehend festgehalten, darunter Kleinkinder, schwangere Frauen, alte Menschen sowie auch auf Medizin angewiesene Personen. Die Polizei fotografierte sie und führte bei allen Identiätsfestellungen durch, die Fußballfans wurden wie Schwerverbrecher behandelt! In dieser Zeit wurde ihnen wärmender Tee, Essen oder einfach nur Wasser verweigert. Menschen die sich mit den Gefangenen solidarisch zeigten und ihnen Decken bringen wollten wurden wieder weggeschickt. Auf die Frage nach Toiletten, antwortete die Polizei sie sollten sich an die Wand hocken.

Rettungsautos die von den eingekesselten Rapidlern gerufen wurden, schickte die Polizei wieder weg. Nach ein paar Stunden kam ein Katastrophenzug der Rettung, doch auch dieser wurde mit der Begründung „sie hätten eigene Sanitäter“ wieder weggeschickt.

Wie viele Verletzte es genau gibt ist noch unklar. Mindestens eine Person erlitt eine Panikattacke, drei weitere brachen zusammen und mussten von Fans aus dem Kessel getragen werden. Den anderen wurde medizinische Hilfe untersagt. Alle kritischen Augen, solidarische Menschen als auch Journalisten wurden weggeschickt.

Die Polizei stellt die Aktion als spontane Reaktion auf ein mögliches Fehlverhalten der Fußballfans dar, doch zeigt sich vielmehr, dass es eine lang geplante Aktion war. Nicht nur, dass der Verfassungsschutz schon an der Stelle bereit stand, sondern auch etliche Wortmeldung der Polizei gegenüber Rapid‘lern bestätigen das. Sowohl bei der letzten Sicherheitsbesprechung vor ungefähr zwei Wochen, als auch kurz vor dem Start des Marsches zum Stadion wurde den Rapid‘lern gedroht sie würden das Spiel nicht sehen.

Es sollte eine Machtdemonstration gegenüber all jenen Fußballfans sein, die sich nicht durch das generelle Pyrotechnik-Verbot in den Fußballstadien einschüchtern lasse, und weiter an der Ausübung ihrer kulturellen Rechte festhalten. Innenminister Kickl und der ehemalige Landespolizeikommandanten und jetzige ÖVP-Polizeisprecher Karl Mahrer forcieren dieses schon seit Anfang 2018. Das brachte die beiden im März auf ein Plakat in der Rapidkurve wo sie im Fadenkreuz zu sehen waren. Auch das UEFA-Cup Heimspiel letzte Woche gegen die Rangers verärgerte so Einige, als die sehr gut gewordenen Choreographie der Rapid‘ler international zu sehen war. Über die ganze Kurve erstreckte sich ein riesiges Transparent mit der Aufschfrift „1312“ (All Cops are Bastards).

Darauf antwortete die Polizei mit der Einkesselung von 1338 Fans, mit der Provozierung einer möglichen Massenpanik und somit der Inkaufnahme einer tödlichen Tragödie.

Dieser Gewaltakt der Polizei soll einschüchtern. Nicht nur die Rapid-Fans sondern jeden der nicht gewillt ist alles einfach so hinzunehmen. Oft genug dienen Fußballspiele als Experimentierfelder für neue Polizeimethoden. Diese Aktion unterstreicht einmal mehr, dass die Polizei anscheinend keine rechtliche Grundlage mehr braucht um zu handeln. Diese Art von Repression gegen Fußballfans, wo sie das Leben von Hunderten aufs Spiel setzten, ist neu. Als AntifaschistInnen zeigen wir uns solidarisch mit den Rapidl‘ern. Gehen wir noch entschlossener und bewusster voran im Kampf gegen eine immer repressivere Herrschaft des Kapitals!

Wehrt euch und kämpft gegen Polizeigewalt, antidemokratische und repressive Gesetze!

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