WIEN: Kämpferische Demonstration zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Auf der ganzen Welt nützten die Frauen den 25. November, den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, um ihren gerechtfertigten Protest und Kampf auf die Straße zu tragen, so auch in Österreich. Redakteurinnen des Afa-Infoblattes nahmen an der diesjährigen Demonstration in Wien teil. Es war eine sehr lebendige und lautstarke Demonstration, die viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Schon am Tag zuvor wurden verschiedene Aktionen und Protest gegen einen Marsch der klerikal-faschistischen Abtreibungsgegener in Wien gemacht.

Auf der Demonstration fiel positiv auf, dass es eine sehr internationalistische Demonstration war, mit Beteiligung vieler Migrantinnen und Parolen in verschiedenen Sprachen. Das spiegelt die verschärfte Unterdrückung der Migrantinnen wieder, die besonders stark von den Angriffen der Herrschenden betroffen sind. Besonders kräftig war, dass bei der Demonstration  ein starkes Kontingent roter Frauen teilgenommen hat, die ein Transparent mit der Aufschrift „Nieder mit dem Patriarchat und dem Imperialismus“ trugen. Diese fielen besonders durch eine gute, kämpferische Stimmung auf und trugen viele Parolen in die Demonstration, die dann von einem Großteil der Demo mitgeschrien wurden. „12-Stunden-Tag, was soll der Scheiß? Kinderbetreuung zur Arbeitszeit!“, oder „Feuer und Flamme dem Patriarchat, Kampf dem Sexismus im Alltag und im Staat.“, und demonstrierten damit, dass Gewalt gegen Frauen nicht nur individuell ist, sondern staatlich organisiert ist und sich gegen alle Frauen richtet. Das Patriarchat, drückt sich zwar tausendfach und tagtäglich in den „eigenen vier Wänden“ aus, aber vor allem ist es ein hartes Herrschaftsinstrument gegen die Massen der Frauen.

Diese Demonstration zeigte vor allem auf, dass neben dem gerechtfertigten und notwendigen Protest gegen die Angriffe der Regierung und der individuellen Gewalt gegen Frauen, vor allem ein verstärkter Kampf gegen das Patriarchat geführt werden muss. Eine Aktivistin der Roten Frauenkomitees Österreich, meinte in einem Gespräch zu uns: Zigtausende Frauen beteiligten sich seit einem Jahr an den Protesten gegen die Regierung, gegen den 12 Stunden Tag, gegen die EU,… das zeigt, dass viele Frauen die Lüge der angeblichen „schwachen“ und „unpolitischen“ Frauen heute schon nicht glauben. Das haben auch die Vorkämpferinnen der proletarischen Frauenbewegung in Österreich gezeigt: sie haben sich bewusst auch an die Spitze des revolutionären Kampfes gestellt. Heuer ist der 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Österreichs, da müssen wir vor allem von den Erfahrungen der proletarischen Frauenbewegung lernen und den 25.November nutzen, um den proletarischen Feminismus, die revolutionäre Linie in der Frauenbewegung, besser zu verstehen und in der Praxis anzuwenden. Denn nur der revolutionäre Kampf wird die Emanzipation der Frauen vorantreiben und die Schaffung einer Kommunistischen Partei unterstützen.

Auf der Demonstration wurde ein Flugblatt der Roten Frauenkomitees Österreich verbreitet, welches als Text auch bereits online zu lesen ist: Nieder mit dem Patriarchat! Organisiert euch in den Roten Frauenkomitees!

Die zahlreichen Parolen, die zu einer kämpferischen Stimmung auf der Demonstration beigetragen haben und von großen Teilen der Demonstration gemeinsam gerufen wurden, zeigten auch die Notwendigkeit gegen die Zersplitterung der Frauenbewegung in Österreich zu kämpfen. Der Kampf gegen Patriarchat und Imperialismus, wie es in dem oben erwähnten Flugblatt gut hervorgehoben wurde, heißt dass nicht jeder regional sein „eigenes Süppchen kocht“. Aus den jeweiligen Erfahrungen und auch Fehlern zu lernen, die Kämpfe zusammenzuschließen und auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen, wird der Entwicklung einer Frauenbewegung im Dienst der Revolution noch größere Durchschlagkraft bringen.“

Vor allem die roten Frauen, die sich schon auf der Basis des proletarischen Feminismus zusammengeschlossen haben, zeigten dass es auch heute in Österreich schon eine Kraft in der Frauenbewegung gibt, die diesen Kampf aufnimmt. Allen bewussten Feministinnen und Roten Frauen sollte auch diese Demo ein Anlass sein, noch stärker die Mobilisierung der Frauen für den Kampf nicht nur um einzelne Tagesforderungen, sondern auch gegen das Patriarchat und den Imperialismus anzupacken. Der diesjährige 25.November sollte ein Ausgangspunkt dafür sein, um in den kommende Aktionen und Demonstrationen, diese Aufgaben noch entschlossener aufzunehmen und in der Praxis umzusetzen.

Wir möchten hier noch zwei Parolen, die auf der Demo verteilt worden sind, für die kommenden Kämpfe festhalten:

Welle auf Welle! Schlag auf Schlag! Gegen Imperialismus und Patriarchat!

Proletarischer Feminismus für den Kommunismus!

 

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