3. November 2018: 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Österreichs

Am 3. November 1918, inmitten von stürmischen Revolutionsjahren, welche die ArbeiterInnen und die Volksmassen in ganz Europa bewegten, fand in Wien/Favoriten, im 10. Wiener Gemeindebezirk, der Gründungskongress der KPÖ statt. Rund 50 Leute schlossen sich damals zusammen, um diesen Schritt zu gehen, welcher in der Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung, aber auch international, noch große Bedeutung erlangen sollte.

100 Jahre später, wurde dieses historische Ereignis berechtigter weise gefeiert! LeserInnen und KorrespondentInnen vom „Afa-Infoblatt“ besuchten an diesem besonderen Tag verschiedene Veranstaltungen die zum Anlass des 100. Jahrestages der Parteigründung in Wien durchgeführt wurden: Die Feier der heutigen KPÖ, jene der Partei der Arbeit (PdA) und die des Komitees 3. November. Über die ersten beiden werden wir in der November Ausgabe unseres Infoblattes berichten, auf die letztere wollen wir aber gleich näher eingehen, denn diese, so unser Eindruck, knüpfte an den Geist all jener KommunistInnen an, die die Partei vor 100 Jahren gründeten und sie bis in die 50er Jahre als Kommunistische Partei führten und verteidigten. Die Gründer der KPÖ erkannten damals, dass die Arbeiterklasse in Österreich ohne eigene Partei dasteht und schlussfolgerten daraus, dass die Parteigründung der erste Schritt zur weiteren Entwicklung der proletarischen Revolution in Österreich sein müsse. Trotz schwierigen Umständen, unter denen sich die Geburt der KPÖ vollzog, verkündeten ihre Gründer im November 1918 voll revolutionärem Optimismus:

Arbeiter und Arbeiterinnen! Unsere Stunde ist gekommen! Unser Wille ist reif zur Tat! Wehe uns, wenn wir die Stunde ungenützt vorübergehen lassen! (…) Arbeiter! Genossen! Wir haben die Kommunistische Partei gegründet. Sie will die Übernahme der heutigen Wirtschaft und der politischen Macht durch die Massen des arbeitenden Volkes!“.

Dieser revolutionäre Optimismus fand auch in der Veranstaltung des Komitees 3. November lebendigen Ausdruck. Die Feier des Komitees 3. November wurde in Wien unter Beteiligung zahlreicher AktivistInnen und BesucherInnen aus verschiedenen Teilen Österreichs abgehalten. Besonders positiv fiel die sehr vielfältige Zusammensetzung der BesucherInnen auf, so wohl von Jung bis Alt, als auch der hohe Anteil von MigrantInnen. Das 100_12Band das die BesucherInnen als feste Einheit zusammenschloss, war der gemeinsame historische Bezugspunkt 1918, und auch die heutigen gemeinsamen Erfahrungen in Protesten, Kämpfen und Initiativen: Das Bestreben im Klassenkampf voranzukommen und einen Beitrag zur Revolution und zur revolutionären Partei in Österreich zu leisten. Das drückte sich nicht nur in der Begeisterung der BesucherInnen und in den Diskussionen und Gesprächen in den Pausen aus, sondern zeigte sich vor allem auch in den Beiträgen. Diese reichten von Theater, über Sprechchöre, musikalischen Einlagen, bis zu Videopräsentationen und Kollagen. Darüberhinaus gab es noch eine Videobotschaft 100_9von revolutionären Jugendlichen und eine Grußbotschaft von maoistischen KommunistInnen, welche beide sehr viel Ernsthaftigkeit und Kampfgeist vermittelten und sehr gut aufgenommen wurden. Über der Bühne war ein Banner befestigt mit der Aufschrift: „Alles für die Revolution! Alles für die revolutionäre Partei!“ Es spiegelte sich in allen Beiträgen wieder, dass diese Haltung in allen großen und scheinbar noch so kleinen Fragen, auch der täglichen Politik, Ausdruck findet. Ein sehr gelungener Beitrag, der von MigrantInnen gehalten wurde und sich gegen den staatlichen Rassismus stellte, zeigte das beispielsweise gut.

 

Auch die klare Botschaft der Veranstaltung, den proletarischen Internationalismus immer an die erste Stelle zu setzen, knüpfte gut an die Prinzipien, auf Basis derer sich die Parteigründung 1918 vollzog, an. Karl Steinhard, der Gründer der KPÖ war als Delegierter auch Gründungsmitglied der Kommunistischen Internationale im März 1919, die von Lenin gegründet und geleitet wurde. Auch war es die KPÖ unter deren Führung Tausende Freiwillige 100_14aus Österreich der ungarischen Räterepublik und später der spanischen Republik zu Hilfe eilten, als diese von Reaktion und Faschismus bedroht wurden. Das sind nur einzelne Beispiele die die VeranstalterInnen und BesucherInnen hervorgehoben haben um zu zeigen, dass „sich die Kommunistische Partei immer im Dienste der Weltrevolution entwickeln muss“, so eine Rednerin. Als weiteres wesentliches Prinzip bekam die Bedeutung der Frauen für die Revolution einen wichtigen Platz in der Veranstaltung. Kämpferische und proletarische FeministInnen leisteten verschiedene politische und kulturelle Beiträge zur Veranstaltung und repräsentierten auch sehr gut die Wichtigkeit der 100_3revolutionären Theorie. Beispielsweise wurde in einem Beitrag die Broschüre „Es lebe der Proletarische Feminismus!“ sehr gelungen beworben. Durch rote Frauen wurde außerdem eine Kollage über die Geschichte der Frauenbewegung von der Gründung der KPÖ bis heute angefertigt und präsentiert. Eine Aktivistin fertigte zudem ein großes und äußerst schönes Portrait von Erwin Puschmann, dem Vorsitzenden der Inlandsleitung der KPÖ während des Faschismus, an. Puschmann reorganisierte das Zentralkomitee der KPÖ unter den äußert schwierigen Bedingungen des Nazi-Faschismus in Österreich.

 

Den Raum schmückten sehr Prominent der Gründer der KPÖ, Karl Steinhard sowie der eben genannte zeitweilige Inlandsleiter Erwin Puschmann, womit zwei zentrale Persönlichkeiten der KPÖ einen wichtigen Platz auf der Veranstaltung einnahmen. Auch die Bilder der fünf wichtigsten internationalen Führer der Arbeiterklasse, Karl Marx, Friedrich Engels, W. I. Lenin, Josef Stalin und Mao Zedong, waren angebracht, womit die VeranstalterInnen auch ihre weltanschaulige Grundlage darlegen, den Marxismus-Leninismus-Maoismus. Durch Beiträge, welche Ausschnitte der politischen Aktivität verschiedener AktivistInnen und Initiativen zeigten, wurde deutlich, dass die fünf Klassiker nicht nur durch Bilder vertreten waren, sondern jeder Beitrag die Lehren derselben beinhaltete und somit Ausdruck einer Haltung war die seit einigen Jahren in Österreich verstärkt an Bedeutung gewinnt.

Voller Stolz und Entschlossenheit teilte eine Aktivistin ihren Eindruck von der Veranstaltung mit uns: Das war wirklich ein historischer Abend! Vor 100 Jahren schuf sich die Arbeiterklasse mit der Gründung der KPÖ ihre revolutionäre Partei. Auch wenn sie uns vom Revisionismus später genommen wurde, so ist das Erbe das sie hinterlassen hat unser Erbe und das haben wir heute denke ich gut gezeigt. Wir wollen es heute im Positiven nützen, um zu Helfen die Partei wieder zu Rekonstituieren. Hast du nicht die AktivistInnen heute Abend gesehen? Sie verlangen danach diese Aufgabe wieder aufzunehmen. Das ist es was uns unsere Vorkämpfer und Vorkämpferinnen hinterlassen haben! Wenn wir das Bild von Karl Steinhard in der Mitte der Bühne anschauen, dann denken wir daran, dass er uns einen klaren Auftrag gegeben hat.“

Es freut uns besonders, dass sich heute, obwohl die Bedingungen für die Revolutionäre in vielen Aspekten ungünstiger sind als vor 100 Jahren, so viele Leute zusammen gefunden haben wie bei der Gründung der Partei. Das hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den BesucherInnen und zeigte anschaulich, dass die Revolutionäre in Österreich nicht vor Schwierigkeiten zurückschrecken und entschieden die notwenige und mühevolle Kleinarbeit aufnehmen die getan werden muss um die zentrale Losung der Veranstaltung „Alles für die Revolution! Alles für die revolutionäre Partei!“ zu verwirklichen.

Wir wollen uns in diesem Sinne auch bei den Veranstaltern und allen die diesem Abend seinen Ausdruck verliehen haben, herzlich dafür bedanken, dass wir daran teilnehmen durften. Als kämpferische AntifaschistInnen begrüßen wir diese gelungene Feier zum 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Österreichs und wollen allen unseren LeserInnen empfehlen die Anstrengungen der Revolutionäre zur Rekonstitution der Kommunististischen Partei näher zu betrachten!

 

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