Wehrt euch gegen den 12 Stunden Tag und kämpft gegen das Kapital!

Die neue Arbeitsmarktreform der Regierung steht im Unterschied zu vielen Verschlechterungen für die ArbeiterInnen der letzten Jahre, ganz offen und ohne Genierer im Dienst der Kapitalisten – der Wirtschaftskammer und Industriellen Vereinigung. Daran gibt es nichts schönzureden oder „falsch“ zu verstehen!

Unter anderem kommen folgende Verschlechterungen:

Bisher war die Höchstarbeitszeit pro Tag auf 10 Stunden und in der Woche auf 50 Stunden begrenzt – am Papier, denn der Ausnahmefall „bei vorübergehend auftretenden besonderem Arbeitsbedarf“ schaffte auch bisher schon eine Ausnahme. Neu soll nun durchgesetzt werden, dass dies ohne jede „Hürde“ vom Kapitalisten eingefordert werden kann. Bisher musste unter anderem der Betriebsrat einer solchen Maßnahme zustimmen. Mit der neuen Reform gibt es offiziell keinerlei Hürden mehr für einen „besonderen Arbeitsbedarf“, der bis zu 12 Stunden pro Tag und 20 Überstunden pro Woche ausmachen darf.

Das Überstundenkontingent (außerhalb der oben beschriebenen besonderen Bedürfnisse des Kapitals) wird aufgestockt: von bisher maximal fünf Überstunden pro Woche mit zusätzlich 60 Stunden pro Jahr, also insgesamt von 320 Stunden auf 416 Stunden pro Jahr!
Die Ruhezeiten im Tourismus, für ArbeiterInnen „in Küche und Service“ soll von elf auf acht Stunden gekürzt werden, wenn diese Teildienste machen, mit einer Pause von mindestens drei Stunden! Das ist keine „Flexibilität“ für die ArbeiterInnen, sondern für die Kapitalisten, um die Arbeitskräfte zu Stoßzeiten bestmöglich ausbeuten zu können!

Wenn sie im gleichen Atemzug nun von „Freiwilligkeit“ sprechen, dass ja niemand gezwungen werden könne Überstunden zu machen, klingt das vielleicht für irgendwelche weltfremden verträumten Kleinbürger ganz akzeptabel. Jeder Arbeiter und jede Arbeiterin weiß aber wie weit es mit dieser „Freiwilligkeit“ her ist, wenn es kaum mehr einen Kündigungsschutz gibt und zahlreiche Arbeitslose bereit stehen!
Die einzigen falschen Hoffnungen, die teilweise unter den Arbeitern verbreitet sind, sind jene auf ein bisschen mehr Lohn, wofür sie mehr Arbeit in kauf nehmen würden bzw. müssten. Wenn es auch in manchen Fällen, oder kurzfristig zu mehr Lohn führen kann, so geht die Rechnung unterm Strich aber nicht auf. Die neuen Angriffe heißen: es wird leichter für die Kapitalisten die Arbeiter mehr hackeln zu lassen, der Druck auf den einzelnen Arbeiter wächst und die Löhne gehen runter. Denn der Arbeiter braucht ja zum Überleben nicht mehr, „nur“ wenn er beispielsweise jetzt täglich 4 Stunden mehr hackelt. Das entspricht den Gesetzen des Kapitalismus!

Kapsch zum 12 Stunden Tag

Die Realität des Arbeiters zeigt: „Wir sitzen NICHT in einem Boot!“ Mit den neuen Angriffen zeigen die Herrschenden das wieder einmal ganz deutlich. So deutlich, dass nun auch die jene Teile der Herrschenden, welche sich die Arbeitervertreter schimpfen, um ihren sicheren Platz im Rettungsboot fürchten. Gemeint ist die Führung und Bürokratie des ÖGB und der SPÖ, sowie jene Teile der Arbeiterklasse welche als Beamte oder Arbeiter eine privilegierte Stellung haben, durch das Kapital bestochen wurden. Sie bilden jene Schicht innerhalb der Arbeiterklasse, welche von der Sozialpartnerschaft profitieren. Sie sind jene, die zwar nun laut schreien, von denen sich aber nichts zu erwarten ist, außer, dass sie versuchen werden ihren eigenen Arsch zu retten. Sie sind schon viel zu viel mit dem Kapital verwachsen, als dass ihr Interesse beispielsweise einem 12 Stunden Tag prinzipiell widersprechen würde (wie es ja auch der „Plan A“ der SPÖ schon vorsieht). Nun geben sie sich sehr kämpferisch, da sie Gefahr laufen durch eine andere Fraktion der Herrschenden aus dem „gemeinsamen Boot“ gedrängt zu werden.

Es ist komplett falsch und naiv, heute zu glauben man müsse den „ÖGB wachrütteln“, denn dieser verfolgt bereits seit Jahrzehnten wach und munter seine eigenen Interessen, und sehen wir uns seinen Einfluss und seine Immobilien an, so müssen wir eingestehen, nicht immer erfolglos.

Viel mehr müssen die ArbeiterInnen in ihre eigene Kraft vertrauen! Es ist gut und gerechtfertigt heute gegen die Schweinereien und Angriffe der Herrschenden, insbesondere der neuen Regierung auf die Straße zu gehen! Lasst euch nicht verarschen durch die Handlanger der Kapitalisten, sondern lernt auf eure eigene Art zu kämpfen!

ArbeiterInnen: Wehrts eich und kämpfts!

Den 12 Stunden Tag zurückschlagen!

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