Nachruf an Paula Abrams-Hourani

Im Andenken einer starken Frau, einer standhaften Aktivistin und mutigen Kämpferin die von uns gegangen ist.

Die Aktivistin Paula Abrams-Hourani ist nach langer und schwerer Krankheit am 4. Juni mit 78 Jahren von uns gegangen. Mit ihr ging eine Persönlichkeit von uns, die bedeutende Spuren hinterlassen hat: In ihrer Familie, bei ihren MitstreiterInnen und in der demokratischen und antiimperialistischen Bewegung in Österreich.

Paula war eine in den USA geborene Jüdin, die sich schon in jungen Jahren für Politik zu interessieren begann. In bewusster Tradition als Jüdin wurde sie zur standhaften Gegnerin von Faschismus, Imperialismus und Zionismus. Im Verlauf ihres Lebens widmete sich Paula vielen verschiedenen politischen Fragen, sie war alles andere als ein einseitiger Mensch, doch den größten Teil ihres Lebens widmete sie dem Kampf gegen ungerechte Kriege und für die Freiheit des palästinensischen Volkes. Als Mitglied der “Europäischen Juden für einen gerechten Frieden” trat sie nicht nur in Österreich sondern International für den starken Zusammenhalt von Juden und Palästinensern ein und spielte bei vielen Aktionen, Kampagnen und Konferenzen international eine wichtige Rolle. Als fortschrittliche Kriegsgegnerin und kämpferische Frau gründete Paula 2001, einem Aufruf der “Koalition der Frauen für einen gerechten Frieden” folgend, der im Zeichen des Kampfes gegen den Irakkrieg stand, die “Frauen in Schwarz (Wien)”. Bis heute sind die “Frauen in Schwarz” als wichtiger Bestandteil der antiimperialistischen und fortschrittlichen Anti-Kriegs Bewegung in Österreich nicht mehr wegzudenken.

Ein Vorbild für die Frauen: Die Hartnäckigkeit und Standhaftigkeit Paulas in ihrem politischen Engagement gab vielen Frauen den Mut selbst aktiv zu werden, was sich in den “Frauen in Schwarz” gut zeigte. Durchgehend hob sie in allen Aktivitäten die besonderen Anliegen der Frauen heraus und mobilisierte die Frauen zur kämpferischen Teilnahme in der Politik.

Ein Vorbild für Selbstlosigkeit: Immer wieder hatte Paula in ihrer politischen Tätigkeit mit Angriffen, Verleumdungen und Repression von Seiten der Herrschenden und ihren Helfern zu kämpfen. Doch immer standen für Paula die Interessen der Unterdrückten an erster Stelle, weshalb sie niemals aufgab und den Kampf fortführte.

In diesem Sinne wird Paula als Vorbild in den Köpfen und Herzen der AktivistInnen und Aktivisten heute lebendig bleiben.

Wir möchten unser tiefstes Beileid an die Angehörigen und die Familie Paulas ausdrücken, besonders ihrem Mann, dem palästinensischen Schriftsteller Fayssal Hourani. Trotz dem großen Verlust den die „Frauen in Schwarz“ durch den Tod Paulas hinnehmen müssen, wünschen wir ihnen viel Kraft dieses schmerzliche Ereignis zu überstehen und den Weg den sie mit Paula geebnet haben kraftvoll weiterzuführen.

In tiefer Trauer über die verstorbene Mitstreiterin Paula Abrams-Hourani,
Redaktion der Antifaschistischen Aktion – Infoblatt, Juni 2018

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