Korrespondenz: „Vor allem müssen wir aber gegen die rassistischen Gesetze und für ein bedingungsloses Bleiberecht kämpfen“

Korrespondenz

Ein Journalist der „AfA“ unterhielt sich mit einem Aktivisten über die Abschiebung eines Freundes und die Notwendigkeit gemeinsam zu kämpfen – gegen Rassismus und für unbedingtes Bleiberecht:

Vor kurzem ist ein Freund von dir abgeschoben worden kannst du uns mehr darüber erzählen?

Merzad: Ich möchte mich auch bedanken, es ist wichtig, dass über die Methoden der Polizei berichtet wird. Mein Freund lebte schon einige Jahre in Österreich, er kommt so wie ich aus Afghanistan. Vor einigen Wochen wurde er plötzlich abgeschoben. Er wusste nichts von dem Termin der Abschiebung. Er wusste nur, dass sein Antrag (auf Bleiberecht, Anm.) abgelehnt wurde.
Er konnte mir in der Schubhaft noch erzählen, dass die Polizei bei ihm zu Hause um drei Uhr in der Nacht angeläutet hat um ihn mitzunehmen. Als er an der Tür gefragt hat wer dort draußen ist, hat die Polizei zu ihm gesagt, dass die Post vor der Tür steht. Nachdem er gefragt hat, wieso die Post um drei Uhr in der Nacht zu ihm kommt, hat der Polizist geantwortet es ist sehr dringend, erst dann hat er die Türe geöffnet und sie haben ihn verhaftet.

Der Staat wollte ihm also keine Möglichkeit lassen sich irgendwie gegen die Abschiebung zu wehren. Die rassistische Regierung lässt auch nach Afghanistan, den Irak und andere Länder abschieben. Was denkst du können die fortschrittlichen Kräfte dagegen unternehmen?

Merzad: Ich denke, dass es sehr wichtig ist solche Fälle öffentlich zu machen und viele Menschen gegen Abschiebungen zu mobilisieren, nur das kann uns schützen. Vor allem müssen wir aber gegen die rassistischen Gesetze und für ein bedingungsloses Bleiberecht kämpfen. Wir Migranten kommen nicht nach Österreich weil uns so langweilig ist, sondern weil wir vor Krieg flüchten. Aber auch weil viele Menschen keine Arbeit haben und ihre Familien nicht ernähren können. Oder weil sie von verschiedenen faschistischen Kräften verfolgt werden. Ich selbst wurde von den Taliban bedroht und verletzt, deshalb bin ich geflüchtet. Den meisten geht es genauso. In Ländern wie Afghanistan aber auch Irak ist immer noch Krieg und viele Menschen werden bedroht wenn sie zurück kommen. Österreich sollte niemanden abschieben. Wir brauchen das Recht arbeiten zu dürfen.

 

Kommt am Samstag zur Demonstration gegen Rassismus und Abschiebungen!

Wehrt euch und kämpft! Gegen rassistische Gesetze und für bedingungsloses Bleiberecht!

Samstag, 17.3.2018

14:00 AUFTAKTKUNDGEBUNG KARLSPLATZ/RESSLPARK

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