Vlado Dapčević

Vlado Dapčević – Ein großer Kämpfer und Führer der kommunistischen Bewegung Jugoslawiens.

[Folgender Artikel ist auch in der aktuellen Print Ausgabe der AfA nachzulesen.]

Dieser Artikel ist dem 100. Geburtstag des Genossen Vlado Dapčević, sowie des 25. Jahrestages der Partija Rada, dessen Gründer er ist, gewidmet.

1917, im Jahr der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution wurde Dapčević in einer priesterlichen Familie im heutigen Montenegro geboren. Mitgerissen von der ersten Welle der proletarischen Weltrevolution trat Genosse Vlado 1933 mit 16 Jahren in den „Savez komunističke omladine Jugoslavije“ (Kommunistischer Jugendverband Jugoslawiens) bei und organisierte kurze Zeit später einen Schülersteik im Gymnasium Cetinje. Daraufhin wurde er aus der Schule hinausgeschmissen und noch im gleichen Jahr wegen kommunistischer Propaganda das erste Mal verhaftet. Im Folgejahr wurde er in die Kommunistische Partei Jugoslawiens (KPJ) aufgenommen. 1935 beteiligte sich Vlado Dapčević bei einer von der Partei organisierten Demonstration, an Kämpfen mit der Polizei und wurde für einen Monat eingesperrt und von allen Schulen im gesamten jugoslawischen Königreich ausgeschlossen. Durch die Haltung des proletarischen Internationalismus und inspiriert vom damaligen größten Marxisten auf der Welt, Lenin, ließ sich Genosse Vlado von der Reaktion nicht einschüchtern, ging voller Tatendrang voran und organisierte Parteizellen. Er meldete sich 1939 freiwillig um nach Spanien zu gehen, wurde aber mit einer Gruppe anderen Freiwilligen verhaftet. Schließlich konnte Genosse Vlado die Matura nachholen und schrieb sich in die technische Universität Belgrads ein. Dort kämpfte er für die Verteidigung der Autonomie der Universität und organisierte unter Studenten und Arbeiter Parteizellen.

Im Frühjahr 1941 als Hitlers Balkanfeldzug begann, wurde Vlado Dapčević nach Montnegro zurück versetzt um dort Aufstände und Rebellionen des montenegrinischen Volkes gegen den Nazifaschismus zu organisieren. Dort führte er den ersten antifaschistischen Aufstand Montenegros persönlich an. „Mobilisiert alle die sich als furchtlose und als disziplinierte Kämpfer bewiesen haben oder unter den gegenwärtigen Bedingungen als solche beweisen werden“ gab das Zentralkomitee der KPJ als Direktive aus. Er wurde aus der KPJ ausgeschlossen da er sich der Parteidisziplin widersetzte, indem er keine genauen Angaben zu den zurückgebliebenen Kämpfern machte. Dies war eine korrekte Entscheidung der Partei, da es im Krieg ohnehin viele Vermisste gab und dies nicht auch noch durch die Haltung einzelner Verantwortlicher verstärkt werden sollte. Genosse Vlado bildete zusammen mit anderen Kämpfer aus dem „Lovćen Bataillon“ die erste proletarische Brigade. 1942 wurde er auf Grund seiner Führungsqualität und Initiative wieder in die Partei aufgenommen und zum Politkommissar für die Abteilung der Freiwilligen in Drina ernannt. Mitte 1942 wurde er zum Kommandeur des ersten proletarischen Bataillons ernannt. Wegen starken Fraktionskämpfen innerhalb der KPJ wurde er erneut aus der Partei ausgeschlossen. Er kämpfte trotzdem weiter und beteiligte sich an mehreren Aktionen und wurde schließlich wieder in die Partei aufgenommen. Für Genossen Vlado war es eine Notwendigkeit im 2. Weltkrieg, für die einzige Partei die das Proletariat hatte, trotz einzelner Differenzen, wieder zu arbeiten, was sein extrem hohes Maß an Parteibewusstsein zum Ausdruck bringt.

Nach dem Sieg im antifaschistischen Widerstandskrieg wurde Genosse Vlado zum Verantwortlichen Für Agitation und Propaganda in der der jugoslawischen Armee ernannt. Er erkannte damals schon, dass sich innerhalb der Partei führende Kräfte gewisse Privilegien verschafften und sicherten. Er kritisierte den Revisionismus aufs schärfste und lehnte seine Politik ab. Eine geringe Anzahl anderer Parteimitglieder sahen dies genauso, entschieden sich aber aufgrund der sehr starken Beeinflussung der Armee aus dem Land zu fliehen. Die Flucht gelang ihnen aber nicht, ein ehemaliger General wurde an der Rumänischen Grenze sogar ermordet. Nach dem zweiten Fluchtversuch über die ungarische Grenze wurden alle verhaftet und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Revisionisten der KPJ versuchten Genossen Vlado von seiner Haltung gegen sie abzubringen, was ihnen nicht gelang. Nach sechs Jahren wurde er Freigelassen, aber ihm drohte die nächste langjährige Haft und er floh gemeinsam mit anderen Genossen nach Albanien. Von dort aus wurden sie in die Sowjetunion geschickt. An der Revolution in Kuba wollte Genosse Vlado mit anderen Freiwilligen zur Unterstützung teilnehmen, doch die Sowjetunion, unter der damaligen Führung des Revisionisten Chruschtschows, hat die Freiwilligen daran gehindert. Nach dem XXII Parteitag der kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) hat Genosse Vlado die Stellungnahme der Kommunistischen Partei Chinas, mit Unterstützung der Kommunistischen Partei Albaniens verteidigt, in der sie die Opportunisten und Revisionisten der KPdSU kritisierten. 1965 wollte Dapčević das vietnamesische Volk im Krieg degegen den US-Imperialismus unterstützten, doch auch das verhinderte die KPdSU. Nach seiner Doktorarbeit über die Geschichte der jugoslawischen Arbeiterbewegung in Odessa verließ er letztendlich die Sowjetunion und ging ins westliche Europa. In verschiedenen Länder versuchte er unter jugoslawischen Migranten politische Arbeit zu entwickeln, was ihm jedoch nur mit geringen Erfolgen gelang, da er ständig von der Reaktion eingesperrt und von einem Land ins andere geschickt wurde. 1973, als Dapčević in Belgien lebte, hatten Agenten der KPJ ein Attentat auf Genossen Vlado geplant. Genosse Vlado konnte dem entgehen, doch zwei seiner Gossen sind dabei getötet worden. Er wurde verhaftet und wegen feindlichen Aktivitäten zu 20 Jahren Haft verurteilt. 1988 wurde er freigelassen und sofort aus dem Land vertrieben. Nach dem Ablauf seines Einreiseverbots kam Genosse Vlado 1990 wieder nach Jugoslawien und kämpfte darum eine neue rote KPJ aufzubauen, was ihm Aufgrund einiger nationalistischer Tendenzen nicht gelang. Zwei Jahre später gründete er die „Partija Rada“ (Partei der Arbeit) welche auch nach dem Zerfall Jugoslawiens darum kämpfte, in der Bewegung wieder revolutionäre Positionen zu entwickeln.

Genosse Vlado Dapčević starb 2001 in Brüssel. Er widmete sein ganzes Leben der Revolution, kämpfte gegen den Faschismus, gegen den Revisionismus und gab bis zu seinem Tod diesen hartnäckigen Kampf nicht auf. Sein Erbe ,die Partija Rada, besteht heute noch und kämpft gegen die reaktionäre Politik der Stellvertreter der Imperialisten, den bürokratischen Kapitalismus und den Chauvinismus am Balkan.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s