Pflegeskandal in Kirchstetten: Ein Kirchenskandal?

Abscheuliche Berichte über Folter, Misshandlungen, sexuellen Missbrauch bis hin zu versuchtem Mord im katholischen Pflegeheim Kirchstetten gelangten Ende September an die Öffentlichkeit. Wehrlose, schwer demente alte Menschen mussten vermutlich jahrelang diese Folter über sich ergehen lassen. Dieser „Skandal“ wie es nun heißt, ist jedoch keine reines „Hoppala“ von einigen Sadisten, sondern reiht sich ein in die hunderten Verbrechen die in den vergangenen Jahrzehnten in katholischen Heimen, Internaten, Schulen usw. begangen worden sind. Wenig verwunderlich, steht auch die Aufklärungsarbeit in dieser Tradition.

Pflegekräfte haben laut Berichte schwer demente Frauen mit der Faust vergewaltigt, Patienten wurden gezwungen ihren Kot zu essen und legitimiert wurde das mit „Sie hat es sich verdient. Sie steht drauf.“. Dies sind nur einige Ausschnitte aus den Berichten die nun über das Pflegeheim im niederösterreichischen Kirchstetten in den bürgerlichen Medien kursieren. Es ist jedoch schon über ein Jahr her als diese Verbrechen erstmals öffentlich wurden, seit dem lauft ein Verfahren, das jedoch bisher noch keine Ergebnisse gebracht hat. Weder gab es Entschädigungen an die Opfer noch Folgen für die Täter. Im Gegenteil. Die beiden Hauptverdächtigen arbeiteten danach wieder als Pfleger weiter, wen wunderts, wieder in einem katholischen Pfelgeheim, dem Wiener Haus Pater Jordan. Und das, obwohl dem Heim die Vorwürfe bekannt waren und die Justiz die Möglichkeit eines Berufsverbotes gehabt hätte. Hauptverantwortung für alle katholischen Pflegeheime in ganz Österreich trägt Kardinal Schönborn, der jedoch „von nichts gewusst haben will“ und „keine Verantwortung dabei trägt“. Wie schon so oft. Im Haus Pater Jordan, mit dem er angeblich nichts engeres zu tun haben will, hält er am 15. Oktober eine Messveranstaltung.

Vor allem die „Initiative gegen Kirchenprivilegien“ setzt sich für eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle ein. Christian Fiala, ein Sprecher dieser Initiative, kritisiert neben der katholischen Kirche auch die bürgerlichen Medien, in der bisherigen Berichterstattung sei die Tatsache, dass es sich bei dem Pflegeheim Clementinum um eine katholische Einrichtung handelt, unerwähnt geblieben. Welch heuchlerische Berichterstattung, die, wenn es um muslimische Einrichtungen geht, eine ganz andere Haltung annimmt.

Diese Vertuschungspolitik seitens der katholischen Kirche, die Beihilfe von den bürgerlichen Medien, die Untätigkeit der Justiz, all das zeigt deutlich dass den Opfern und ihren Angehörigen durch den bürgerlichen Staat keine „Gerechtigkeit“ zugestanden werden wird. Die hunderten bis tausenden missbrauchten Kinder in den katholischen Internaten und Heimen sind Zeugen davon. Die maßlos privilegierte Position der katholischen Kirche in Österreich, deren enge Verbindung mit dem Staatsapparat vor allem im öffentlichen Dienst widerspricht grundlegend den demokratischen Rechten der Bevölkerung. Aufklärung und Verhinderung von solcherlei „Skandalen“ wird in diesem korrupten und antidemokratischen System wie heute immer nur Heuchelei und Lippenbekenntnis bleiben.

Sofortige und angemessene Entschädigung für die Opfer und deren Angehörige!

Gegen Kirchenprivilegien!

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