Von Che Guevaras Beispiel lernen! Zum 50. Todestag des Revolutionsführers.

Am 9. September 1967, vor 50 Jahren, wurde Ernesto Che Guevara in Bolivien von den Truppen der reaktionären Regierung in engster Zusammenarbeit mit der CIA, in der Nähe der Stadt Higueras ermordet.

Zu verteidigen ist das Erbe Che Guevaras gegen das Bild, das die meisten popkulturellen und kommerziellen Darstellungen von seinem Leben und Werk zeichnen. Denn sie stellen Guevara oft als ideologielosen und spontaneistischen Rebellen dar, als „Mann der Tat“, der sich nicht groß um Inhalte schert, sondern angebliche „Tatsachen“ schafft. Die „Revolution“ wird in dieser Ansicht zu einer Art „besseren Rebellion“, zum Hauruck eines Typen, der mal ordentlich auf den Tisch haut. Nichts könnte jedoch weiter von der Wahrheit über Che Guevara und die Revolution entfernt liegen. Doch die Imperialisten und der bürgerliche Kulturbetrieb haben interesse an diesem verflachten und ihren eigenen Bedürfnissen angepassten „Che-Bild“, denn sie versuchen dadurch jede ernsthafte Auseinandersetzung mit seinem Werk, jedes Hochhalten seiner grandiosen Leistungen, wie auch korrekte, revolutionäre Kritik an seinen Fehlern zu verhindern. Sie wollen lieber Mythen und Legenden schaffen, keine Auseinandersetzung. Dagegen gilt es Position zu beziehen, wenn es auch vorerst nur in Form eines kurzen Artikels geschehen kann, und nicht gleich mit einer „fertigen“ Analyse.

Che Guevara wurde 1928 in Argentinien geboren und war ein Kind des unterdrückten Lateinamerikas im Kampf gegen den Imperialismus, vor allem gegen den US-Imperialismus. Die Kämpfe der Massen des lateinamerikansichen Kontinents gegen Imperialismus und Feudalismus, an denen er aktiv teilnahm und die er auch mit hohem Interesse studierte, ließen in ihm immer weiter die Überzeugung wachsen, dass eine revolutionären Umwälzung der alten Gesallschaft, so wie sie der Marxismus lehrt, notwendig ist. Er begann neben seiner Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Lage Lateinamerikas intensiv die Sowjetunion, den Marxismus und die Werke von Marx, Engels, Lenin und Stalin zu studieren. Wie er selbst später hervorgehoben hatte, war auch die Auseinandersetzung mit dem Krieg der Sowjetunion gegen den Überfall der deutschen Faschisten sehr prägend für ihn. Noch während er sich mit dem Marxismus das erste Mal in seinem Leben wirklich systematisch auseinandersetzte, lernte er Vertreter der nationalen und demokratischen Bewegung Kubas im mexikanischen Exil kennen. Nach zahlreichen Auseinandersetzungen schloss er sich ihnen, als glühender Internationalist, an und schmuggelte sich mit einer Hand voll anderen Kämpferinnen und Kämpfern 1956 auf einer heimlichen Schifffahrt nach Kuba.

Auf Kuba wurde er rasch zu einem der wichtigsten Anführer der Revolution, in deren Führung er der hauptsächliche Vertreter der Linken war – im Gegensatz zu Fidel Castro, der auch über den Sieg der Revolution hinaus noch längere Zeit ein Bewunderer der USA blieb, und erst durch die wirtschaftliche und politische Aggression der Yankees gegen Kuba in die Hände der Sowjetunion „flüchtete“. Che Guevara war dabei zuerst Teil der „neuen Orientierung“ Kubas an der Sowjetunion, doch während Fidel Castro Kuba immer enger an die Sowjetunion heranführte, wuchs Che Guevaras Kritik an ihr. In seiner Rede vor der Nationalen Befreiungsfront Algeriens, bezeichnete Che die Sowjetunion (ebenso wie in einem seiner letzten Interviews) klar als „sozialimperialistisch“, also sozialistisch in Worten, doch imperialistisch in Taten. Gegen diese Sowjetunion, die kein sozialistisches Land mehr war, hielt er im Allgemeinen die Lehren Lenins vom Sozialismus hoch. Che Guevara entwickelte sich im Marxismus, was ihn auch dazu führte, dass er als Minister und Revolutionsführer immer engeren Kontakt zu Mao Zedong suchte. Dieser empfing ihn mehrfach in China, äußerte sich in vielerlei hinsicht positiv über Che Guevara und erörterte viele politische und ideologische Fragen mit ihm. Als Wirtschaftsminister Kubas, versuchte Che Guevara viele Dinge umzusetzen, die er in China sah und die er durch die chinesische Revolution studieren konnte. Die in diesem Bereich von Che unternommenen Maßnahmen und theoretischen Arbeiten, gehören zu jenem Teil seines Werks, in dem er sich am weitesten auf den Standpunkt des Marxismus stellte. Dies wird in der Unzahl an Biographien die über ihn erschienen, in den hunderttausenden Artikeln und Blog-Beiträgen die es über Che Guevara gibt, nur äußerst selten gewürdigt.

Bekannt ist Che Guevara eher für seine revolutionäre Hingabe, für seine sehr konsequente Moral gegenüber der revolutionären Sache und für seine Zuversicht in den Sieg der Völker der Welt über Ausbeutung und Unterdrückung. Insbesondere für letzteres ist er geradezu ein Symbol. Die imperialistische „Kulturindustrie“ kann zweifellos vieles steuern und nach ihren eigenen Bedürfnissen kreieren – dazu findet sie im herrschenden System die ökonomischen und politischen Voraussetzungen. Doch warum ausgerechnet Che Guevara so populär ist, ist nicht nur eine Sache des Imperialismus, sondern sehr wohl auch der Massen selbst. Che ist ein Symbol, geradezu eine Ikone dafür, dass „die Volkskräfte einen Krieg gegen die Armee gewinnen [können] und „dass man nicht immer warten muss, bis alle Bedingungen für die Revolution gegeben sind“ sondern manche davon durchaus auch geschaffen werden können, wie er es selbst in seinen Schriften formulierte. Dass Che Guevara den Kräften der Konterrevolution in Kuba eine empfindliche militärische Niederlage beibrachte, wird international von breiten Teilen der Massen als Bestätigung ihrer eigenen Hoffnungen und ihres eigenen Optimismus im Kampf gegen Unterdrückung und Ausdeutung gesehen. Er wird damit zu einem Symbol dafür, dass die Imperialisten, allen voran der US-Imperialismus, nicht übermächtig, sondern durchaus zu bezwingen sind.

Dass das Bild Che Guevaras gleichzeitig von allerlei Pseudorevolutionären genutzt wird, hat einerseits damit zu tun, dass diese Kräfte einfach einen „leicht verträglichen“ Popstar der Revolution wollen, und damit Che Guevara genau so ausnutzen, wie es der Imperialismus und sein Kulturapparat wollen. Andererseits hat das aber auch mit seinen eigenen Fehlern zu tun. Che Guevara war klipp und klar ein Feind der Sowjetunion nach Lenins und Stalins Zeit, das hat er selbst mehrfach bestätigt. Doch er führte diese Kritik erst sehr spät offen aus, hauptsächlich zu einer Zeit, als er in Kuba schon nicht mehr sehr viel zu sagen hatte, und daher auch weitaus weniger gehört wurde. Am Höhepunkt seiner internationalen Präsenz jedoch, hielt er sich aus solchen Fragen sehr oft heraus. Das zeigt eine Unterschätzung des ideologischen Kampfes und eine Unterschätzung des Revisionismus. Auch in Fragen der Kommunistischen Partei fallen Schwächen in Che Guevaras Weltanschauung auf. Denn er sagt zwar absolut eindeutig, dass die Revolution eine Kommunistische Partei braucht, denn nur so ist die Revolution zu führen, doch er bleibt in dieser Frage hauptsächlich bei allgemeinen Positionen stehen, wendet diese Einsicht nicht kreativ an und handelte auch selbst nicht immer gemäß dieser Einsicht (weder in Kuba, noch im Kongo gab es eine Kommunistische Partei die die Revolution, bzw. den Versuch die Revolution zu beginnen, unterstützten). Diese Schwächen und Fehler Che Guevaras ermöglichen es heute Imperialisten und Pseudorevolutionären ihn auszunutzen. Wir sollten auch hier – in einem schlechten Beispiel – von Che lernen, und erkennen, dass es gerade solche Fragen sind, über die man sich erstes Klarheit verschaffen muss.

Che Guevara war nicht nur gegenüber seinen KampfgefährtInnen immer sehr streng und ging hart mit ihnen ins Gericht, sondern vor allem mit sich selbst. Als Kommunist und großer Revolutionär der er war, ist es absolut in seinem Sinne, nicht nur die positiven Beiträge und Leistungen zu würdigen, sondern auch von seinen Fehlern zu lernen. Klar aber ist, und das steht an erster Stelle, dass Che Guevara die Revolution nicht aus romantischen Motiven anstrebte, nicht um ein „gemütliches Leben“ zu schaffen und auch nicht als bloßer Rebell handelte, sondern um die politische Macht der Arbeiterklasse zu errichten. Diese ist das Ziel der Revolution: „[das im Partisanenkampf] für jeden Revolutionär unerlässliche, unumgängliche Ziel, ist die Eroberung der politischen Macht.“ (Che Guevara: Der Partisanenkrieg als Methode).

Es lebe das Andenken und das Erbe Ernesto Che Guevaras!

Es lebe die Geschwisterlichkeit der Völker!

Eine Antwort zu “Von Che Guevaras Beispiel lernen! Zum 50. Todestag des Revolutionsführers.

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