Zur aktuellen Situation in der Ostukraine

KORRESPONDENZ

Zur aktuellen Situation in der Ostukraine

Ende Mai gab es in Wien eine Veranstaltung vom „Komitee für Frieden in der Ukraine“. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der „Volksrepublik Lugansk“ Andrey Kochetov, hielt dabei einen Vortrag. Ein „AfA-Korrespondent“ besuchte diese Veranstaltung und dokumentierte einige Eindrücke zur Lage in der Ostukraine:

Das Vorgehen der Ukraine gegen das Volk in der „Volksrepublik Donezk“(VRD) und der „Volksrepublik Lugansk“(VRL):
„Der ukrainische Staat bekämpft nicht nur das Volk in der VRD
und VRL, er negiert es.
Seit der Erklärung der Unabhängigkeit führt die Ukraine in jeder Frage gegen uns Krieg. Die Ukraine hat uns zu Terrorgebieten erklärt um uns international zu isolieren, sie hat die Grenzen bis auf wenige
Übergänge geschlossen und uns von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Es kommen auch keine Lebensmittel aus der Ukraine zu uns, genau so wie es bei uns seit Jahren kein ukrainisches Geld mehr gibt, was zu großen Schwierigkeiten bei der Versorgung der Bevölkerung führte. (In der VRD und VRL leben 3,5 Mio. Menschen) Die Ukraine sieht sich für die Menschen in der VRD und VRL nicht verantwortlich. So werden zum Beispiel keine Pensionen an Menschen in diesen Gebieten ausbezahlt. Der Entzug des Geldes und die Grenzsperrung führten zu einem Einbruch der Wirtschaft und was das Volk betrifft, massenhafter Arbeitslosigkeit.
Das Volk in der VRD und VDL wird aber auch ideologisch negiert. Ein Beispiel hierfür ist eine Aussage des Ukrainischen Kulturministers, dass „Genetisch minderwertiges Material in diesen Gebieten“ lebt. 

Wesentlicher Teil des Krieges gegen uns sind offen faschistischen Kräfte wie das AZOV-Battalion. Sie sind ein wichtiger Teil der Ukrainischen Streitkräfte und gehen besonders aggressiv gegen Minderheiten vor. In der Stadt Mariupol die direkt an die VRD grenzt befindet sich ihr Hauptquartier. Dort kommt es ständig zu Vergewaltigungen und anderen Übergriffen die nie aufgeklärt werden. AZOV-Soldaten tragen auf ihren Uniformen häufig Hakenkreuze, die Wolfsrute.

Aber auch andere Kräfte kämpfen auf der Seite der Ukraine gegen uns. Es gibt zahlreiche Söldner und Freiwillige aus Georgien, Polen, den Baltischen Staaten. Sie werden u.a. von den USA ausgebildet. Es gibt auch eine öffentliche Website mit Namen, Fotos und persönlichen Daten von „Feinden der Ukraine“. Diese Website hat über 300.000 Einträge und dient dem Terror gegen AntifaschistInnen in der Ukraine, Oppositionelle aber auch Mitglieder der Gewerkschaften in der VRD und VRL.

Die Ukraine hat kein Interesse mit uns über einen Frieden zu verhandeln. Das Friedensabkommen von Minsk, dass von allen Konfliktparteien unterzeichnet wurde, wird von der Ukraine seit zwei Jahren ignoriert. Es war nur ein Manöver der Ukraine um ihre Armee besser in Stellung zu bringen. Wir haben immer wieder Offensiven der Ukrainischen Armee erlebt und auch derzeit sieht man vermehrt ausländische Instrukteure an der Frontlinie.“

Zur Lage der ArbeiterInnen in der Ukraine und in der VRD und VRL:

„Der Krieg hat zuerst zu massenhafter Arbeitslosigkeit geführt. In der Ostukraine gabt es sehr viel Industrie, alleine im größten Stahlwerk arbeiteten vor Kriegsbeginn 20.000 Menschen. Alle Fabrikbesitzer flohen nach Kriegsbeginn nach Kiew, so dass nach wenigen Tagen kein Geld mehr gezahlt wurde und später Rohstoffe fehlten. Es ist ein Verdienst der ArbeiterInnen, dass sie ohne Bezahlung weiter zur Arbeit erschienen und so die Industrie davor beschützen, dass Diebe Maschinen mitnahmen.

Nach einiger Zeit ging die Industrie in eine provisorische Verwaltung der „Volksrepubliken“ über in der sie auch heute noch ist. Teilweise konnte die Industrie seither wieder in Gang gesetzt werden was für die Versorgung der Bevölkerung wichtig ist. Heute ist es die einzige Aufgabe unserer Gewerkschaften in der VRD und VRL Arbeitsplätze zu sichern, weshalb wir direkt mit den jeweiligen Regierungen zusammenarbeiten. Im Gegensatz zur restlichen Ukraine gibt es bei uns jedoch keine Aufspaltung der Gewerkschaften. In der Ukraine gibt es bereits 12 Gewerkschaften, was ein Produkt der Anleitung von US-Instrukteuren ist. Die Situation der Werktätigen in der Ukraine hat sich auch wegen neuen Sondersteuern (im Volk als Kriegssteuern bezeichnet) verschlechtert.“

Verbindungen zwischen der VRD und VRL mit AntifaschistInnen in der Ukraine:

„Es gibt Verbindungen zwischen uns und AntifaschistInnen in der Ukraine. Die AntifaschistInnen werden natürlich sehr stark verfolgt. Nicht nur von Nazibanden sondern auch von Geheimdiensten. Ein Zeichen dafür wie sehr diese AntifaschistInnen der Regierung ein Dorn im Auge sind ist, dass der Präsident der Ukraine beschlossen hat gewisse soziale Netzwerke zu verbieten. Die Mehrheit der Bevölkerung in der Ukraine sind normale Menschen.“

Tod dem Faschismus! Freiheit dem Volk!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s