Kollegenschwein!

KORRESPONDENZ AUS DEM BETRIEB

Kollegenschwein!

Liebe „AfA“ Redaktion. Die Leserbriefe aus dem Betrieb in den letzten Ausgaben der „AfA“ haben mich dazu ermutigt euch einen kurzen Bericht über ein Problem aus dem Betrieb in dem ich arbeite zu schicken. Ich denke das was ich darüber zu sagen habe betrifft nicht nur „unseren“ Betrieb, sondern ist für alle ArbeiterInnen wichtig.

In der Lebensmittel-Firma in der ich arbeite gibt es einige „KollegInnen“ die scheinbar nichts besseres mit sich anzufangen wissen als freiwillige Spitzel für den Chef zu sein. Vor einem Monat bin ich zu spät zur Arbeit gekommen, ich hätte um sechs Uhr früh beginnen sollen, hab aber verschlafen. Um sieben bin ich dann zur Arbeit gekommen, meine Kolleginnen haben es hinbekommen dass niemand etwas gemerkt hat. Nur das Kollegenschwein konnte das Maul nicht halten und ist sofort zum Chef gelaufen. Ich konnte dann „Strafdienst“ leisten und meine KollegInnen bekamen Ärger weil sie das nicht gemeldet haben. Ein anderer Vorfall ereignete sich ein paar Tage später. Es ist bei uns gang und gebe, dass Lebensmittel die wir eigentlich wegwerfen müssten da sie abgelaufen sind, von den ArbeiterInnen mitgenommen werden. Wenn sie dich dabei erwischen können sie dich rauswerfen, doch ist es halt eine reine Frechheit, dass die ArbeiterInnen im Lebensmittelhandel, die meist für 40 Stunden nicht einmal 1000 Euro verdienen, auch noch ihren Chefs das Essen abkaufen sollen. Unser „stiller“ Protest dagegen ist, dass wir die Lebensmittel dann ab und zu mitnehmen. Das Kollegenschwein hat davon Wind bekommen und hat uns verpfiffen. Seit dem gibt es Taschenkontrollen wenn wir aus der Arbeit gehen, und es wird kontrolliert ob wir während der Arbeit unbezahlt essen.

Diese möchtegern Chefs erhoffen sich dadurch Vorteile, sie denken ernsthaft wenn man dem Chef nur tief genug in den Arsch kriecht selbst mal einer zu werden. Sie sind zu naiv um zu kapieren dass sie nicht aufsteigen werden, wie viele KollegInnen sie auch vernadern und ausliefern, denn genau das ist es wofür der Chef sie braucht. Wir ArbeiterInnen brauchen auch kein Mitleid mit solchen „Kollegen“ haben, wenn es sie einmal trifft, wenn sie vom Chef fallengelassen werden – ein Spitzel braucht sich keine Solidarität zu erwarten. Dementsprechend sollten wir mit solchen Personen auch umgehen, sie haben in den Reihen der ArbeiterInnen nichts verloren!

„Kollegenschweine“ im Betrieb zu isolieren ist eine wichtige Sache für den Zusammenhalt unter den Arbeiterinnen. Sie sind der Abschaum der nichts anderes verdient hat als unseren tiefsten Hass!

Claudia

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