Religiöse Unterdrückung der Frau als Vorwand für Chauvinismus und Rassismus

Die Debatte um das Kopftuchverbot ist zu einem wichtigen politischen Thema innerhalb der Volksbewegung in Österreich geworden und erfordert von demokratischen und revolutionären Organisationen Antworten. Insbesondere da es keine Selbstverständlichkeit ist, sich mit den Kämpfen gegen das Kopftuchverbot solidarisch zu erklären. Viele angeblich „linke“ entpuppten sich mit ihren Positionen als chauvinistisch, teilweise sogar rassistisch. Ebenso wie sich Teile der feministischen Bewegung (beispielsweise in Graz) auf rassistische Weise gegen den gerechtfertigten Protest muslimischer Frauen stellten.  

Religion als wichtiges Mittel zur Unterdrückung: Religionen sind im wesentlichen patriarchal aufgebaut, daher stützen sie in der einen oder anderen Form immer speziell die ideologische Unterdrückung der Frau. Heute in Österreich ist jedoch hauptsächlich das Christentum in Form der katholischen Kirche zu bekämpfen. Warum? Es ist die Herrschaftsreligion und daher ideologisch und kulturell das Hauptproblem. Der Katholizismus ist tief verflochten mit dem imperialistischen Staat und selbst unter den liberalsten Vorzeichen noch eine wichtige Stütze seiner Herrschaft – sowohl ideologisch als auch politisch.

Es ist gerechtfertigt gegen die Unterdrückung durch Religion zu kämpfen. Doch es ist ein schwerer Fehler, die Religionen entweder als gleichwertig bekämpfen zu wollen, oder den Islam als besonders frauenfeindlich zu bekämpfen. Eine Unterschätzung des Stellenwertes des Katholizismus läuft auf eine Unterstützung des „eigenen“ Imperialismus hinaus, nämlich die Unterstützung einer chauvinistischen Ideologie und Kultur einer imperialistischen Nation!  Die Kombination aus Kirche und Staat geht heute wieder besonders aggressiv gegen die Frauen vor, insbesondere gegen muslimische Frauen. Sie sind besonders einem ideologischem, kulturellem und politischen Rassismus ausgesetzt.

Der Islam ist in Europa keine Herrschaftsreligion und kein Hauptfeind. Rassismus und Chauvinismus sind jedoch wichtige Waffen unseres Hauptfeindes hierzulande und müssen entschieden bekämpft werden! Frauen die sich heute gegen die Einschränkung ihrer Religionsfreiheit und gegen den Abbau von Grundrechten stellen, sind definitiv keine rückständigen Frauen – sondern im Gegenteil, stehen auf der gleichen Seite der Barrikade mit demokratischen, revolutionären und kommunistischen Kräfte im Kampf gegen Imperialismus und Faschismus!

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