INDIEN: 13 Maruti-Suzuki ArbeiterInnen zu lebenslanger Haft verurteilt

Mitte März wurden die letzten Urteile der inhaftierten ArbeiterInnen von Maruti-Suzuki in Indien gefällt. Über 100 ArbeiterInnen waren seit 2012 inhaftiert und abgeurteilt, jetzt lautet das letzte Urteil: 13 zur lebenslanger Haft, weitere 18 zu langjährigen Haftstrafen. 

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Die ArbeiterInnen von Maruti-Suzuki im Werk Manesar in der Provinz Haryana führten im Jahr 2012 viele Kämpfe gegen die vom Unternehmen kontrollierte Gewerkschaft,  um ihre eigene Gewerkschaft MSWU (Maruti Suzuki Workers Union) als Vertretung zu akzeptieren.  Ein wichtiger Kampf war für die Abschaffung des Vertrags- und Zeitarbeitersystems, wonach tausende Leiharbeiter ca. 200€  im Monat verdienen, weniger als die Hälfte der festangestellten ArbeiterInnen.   Durch mehrmonatige Streiks zwangen sie die Firma ihre Gewerkschaft anzuerkennen. Darauf rächte sich die Firma durch eine provozierte Auseinandersetzung am Firmengelände, in der Polizeikräfte und Schlägertrupps gegen die ArbeiterInnen eingesetzt wurden. Dabei kam ein Personalleiter ums Leben. Dies wurde den ArbeiterInnen als „Mord“ vorgeworfen und war der Rechtfertigungsgrund für die Repression: 2.300 ArbeiterInnen wurden entlassen, d.h. nahezu die gesamte Belegschaft ersetzt und hunderte inhaftiert.   Seit dem kämpfen die Maruti-Suzuki ArbeiterInnen für die Freilassung der Inhaftierten. Zu den 13 zu lebenslanger Haft verurteilten gehören alle 12 Mitglieder der Führung der Gewerkschft MSWU. Die Staatsanwaltschaft forderte „harte Strafen“ und war genauso wie die örtliche Regierung nicht mit dem Urteil zufrieden, sie forderten die Todesstrafe.   Weltweit gibt und gab es große Unterstützung und Solidarität mit den Maruti-Suzuki ArbeiterInnen. Am 18. März, unmittelbar nach der Urteilsverkündung, streikten 35.000 Maruti-Suzuki ArbeiterInnen für eine Stunde, zuvor boykottierten 100.000 ArbeiterInnen in der Region das Mittag- und Abendessen. Die Repression gegen die Maruti-Suzuki ArbeiterInnen ist ein Angriff auf gewerkschaftliche Rechte und ArbeiterInnen in ganz Indien. Die ArbeiterInnen kämpfen gegen den Betriebsterror, Staats- und Polizeirepression und für bessere Arbeitsbedingungen. Am Kampf der Maruti-Suzuki ArbeiterInnen sieht man klar, dass der Kampf für Gewerkschaftsfreiheit und ArbeiterInnenrechte auch ein Kampf gegen den halbkolonialen Staat und die Polizei ist, da diese vollkommen die Seite der Chefs und Imperialisten repräsentieren.   Daher: für die sofortige Freilassung aller verurteilten Maruti-Suzuki ArbeiterInnen!

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